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3. Liga:Rote Teufel als "Schlaftabletten"

Planinsolvenz, neue Investoren, Geheimfavorit, schlechter Start, Trainer-Rauswurf - und nach vier Spieltagen immer noch kein Sieg: Es sind turbulente Zeiten für den viermaligen deutschen Meister 1. FC Kaiserslautern, und am Samstag kam auch noch Waldhof Mannheim auf den Betzenberg, der Erzrivale aus der Kurpfalz. Mit einem Derbysieg hätten die "Roten Teufel" ihre missmutigen Fans ein wenig versöhnlich stimmen können, aber dann das: Eine erste Hälfte zum Vergessen, und schon in der siebten Minute das 1:0 der Gäste durch Joseph Boyamba.

Jeff Saibene, Kaiserslauterns neuer Trainer, der als Nachfolger von Boris Schommers mit einem 2:2 in Wehen gestartet war, hatte genug gesehen. Der Luxemburger ließ in der Halbzeitpause mächtig Dampf ab. "Das war schon ein seltener Wutausbruch von mir", sagte Saibene später bei Magentasport: "So eine Leistung werde ich nicht dulden. Wenn man so ein Derby spielt, hier zu Hause gegen Waldhof Mannheim, wenn man sich die ganze Woche auf dieses Derby vorbereitet und dann läuft man auf dem Platz herum, als hätte man Schlaftabletten genommen, wie in der ersten Halbzeit - das ist nicht zu akzeptieren, das ist nicht zu dulden."

Nach der Kabinen-Schelte zeigte der FCK eine Reaktion und kam noch zum Ausgleich durch Marlon Ritter (77. Minute). "Die zweite Halbzeit war absolut in Ordnung", fand Saibene. Sein Team bleibt dennoch sieglos, ebenso wie der Aufstiegsfavorit Mannheim, der das Kunststück geschafft hat, mit vier Unentschieden zu starten.

© SZ vom 12.10.2020 / sid, SZ

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