3. Liga:Sauer im Saarland

Lesezeit: 2 min

3. Liga: Entscheidende Figuren in Elversberg: Schiedsrichter Nicolas Winter, der manche umstrittene Entscheidung traf, zeigt Ingolstadts unglücklich agierendem Verteidiger Calvin Brackelmann die Ampelkarte.

Entscheidende Figuren in Elversberg: Schiedsrichter Nicolas Winter, der manche umstrittene Entscheidung traf, zeigt Ingolstadts unglücklich agierendem Verteidiger Calvin Brackelmann die Ampelkarte.

(Foto: Fabian Kleer/Fussball-News Saarland/Imago)

Ingolstadt verliert auch das zweite Spiel nach der Winterpause und hadert nach dem wilden 3:4 in Elversberg vor allem mit dem Unparteiischen.

Von Stefan Galler

Im beschaulichen Elversberg sind sie in diesen Wochen richtig heiß auf Fußball. Die Anhänger des Spitzenreiters der dritten Liga wollten am Samstag trotz heftiger Schneefälle im Saarland eine Absage der Partie gegen den FC Ingolstadt unbedingt vermeiden, weshalb etwa hundert von ihnen schon um vier Uhr morgens ins Stadion an der Kaiserlinde kamen, um mit Schneeschaufeln ausgestattet reguläre Bedingungen zu schaffen. Letztendlich sollte sich das Engagement auszahlen: Am Ende einer wilden Partie stand ein 4:3 (3:1)-Erfolg für die Elversberger.

Und während die Gastgeber ihre ersten drei Punkte im Kalenderjahr zufrieden zur Kenntnis nahmen, war FCI-Trainer Rüdiger Rehm vollends bedient: "Ich bin sauer wie Sau", sagte der Coach am BR-Mikrofon. Und etwas später in der Pressekonferenz machte er auch klar, auf wen sich sein Ärger vor allem konzentrierte: Schiedsrichter Nicolas Winter und sein Gespann. Explizite Kritik verkniff sich Rehm: "Sonst gibt es wieder Strafen."

Am ersten Gegentor trug jedoch ein Ingolstädter die Hauptverantwortung: Calvin Brackelmann leistete sich einen dicken Schnitzer, Elversbergs Luca Schnellbacher nahm das Geschenk an (17.). Doch schon das 2:0, das Thore Jacobsen per Elfmeter erzielte (23.), war mehr als umstritten, weil Brackelmann im vorhergehenden Zweikampf mit Nick Woltemade fair den Ball gespielt hatte - zudem bekam FCI-Kapitän Denis Linsmayer kurz vor dem Elfmeterpfiff einen ungeahndeten Ellbogenschlag ab und musste verletzt vom Platz. "Danach war meine Mannschaft kurzzeitig komplett raus aus der Partie", fand Rehm. Prompt gelang Jacobsen das 3:0, indem er Ingolstadts Keeper Marius Funk mit einem Schuss ins kurze Eck düpierte (25.). "Wir waren leider acht Minuten lang in einer anderen Welt, in der Elversberg seine ganze Klasse gezeigt hat", befand FCI-Stürmer Pascal Testroet.

Erst Doumbouyas zweiter Treffer findet Gnade vor den Augen der Regelhüter

Doch dann habe seine Elf "eine Reaktion gezeigt", sagte Rehm, Justin Butler kurz vor (41.) und Maximilian Dittgen kurz nach der Pause (52.) brachten mit ihren Treffern die Oberbayern zurück ins Spiel, die beste Chance zum 3:3 vergab Testroet (58.), ehe sich der Tabellenführer selbst schwächte - Lukas Pinckert sah nach zwei Fouls innerhalb von fünf Minuten Gelb-Rot (65.).

Doch der Vorteil für die Gäste bestand nur acht Minuten, es folgte die mutmaßliche Schlüsselszene der Partie: Diesmal gab es am Foul von Brackelmann an Woltemade keinen Zweifel, der FCI-Verteidiger sah ebenfalls Gelb-Rot, den fälligen Elfmeter verwandelte abermals Jacobsen zum 4:2 (73.). Rehms Männer warfen alles nach vorne, Joker Moussa Doumbouya traf zunächst deutlich erkennbar nicht im Abseits stehend - doch der Linienrichter hatte die Fahne oben (86.). Erst Doumbouyas zweiter Treffer fand Gnade vor den Augen der Regelhüter, doch unmittelbar danach war Schluss - und das Spiel für Ingolstadt verloren.

Jeder könne sich selbst anschauen, wie das Ergebnis zustande gekommen sei, sagt Rehm, der allerdings einräumte, auch mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden zu sein. Nach der zweiten Pleite im zweiten Spiel des neuen Jahres schließt Zweitligaabsteiger Ingolstadt die Hinrunde mit 31 Punkte ab, allerdings noch in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. "Natürlich haben wir uns alle mehr vorgestellt, aber die Situation ist, wie sie ist", sagte Stürmer Testroet - und schickte eine Warnung an die Konkurrenz: "Wir wollen jagen."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema