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24-Stunden-Rennen von Le Mans:Tod in der Tertre-Rouge-Kurve

Security members work near the car of Denmark's Allan Simonsen during the Le Mans 24-hour sportscar race in Le Mans

Nach dem Unfall von Allan Simonsen eilen Sicherheitskräfte auf die Rennstrecke.

(Foto: REUTERS)

Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist es zu einem tragischen Unglück gekommen: Der Däne Allan Simonsen starb nach einem Unfall - es ist der 22. Todesfall in der Geschichte des Rennens. Der Crash löste eine Sicherheitsdebatte aus. Der Gewinner Tom Kristensen widmete den Sieg dem Verunglückten.

Es ist Samstag um 15.09 Uhr, das Rennen läuft erst seit wenigen Minuten, als Allan Simonsen von der Strecke abkommt. Der 34-Jährige kracht in der in der Tertre-Rouge-Kurve in die Leitplanke, Sicherheitskräfte eilen herbei, um dem dänischen Rennfahrer erste Hilfe zu leisten. Wenige Stunden später erliegt der Familienvater im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Wieder hat es beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans einen tragischen Unfall gegeben. Nach dem Crash wird der Wettbewerb fortgesetzt, auch die Teamkollegen des Dänen aus dem Aston Martin Racing Teams fahren weiter. Laut Angaben des Rennstalls haben dies die Hinterbliebenen von Simonsen so gewünscht.

Doch der tödliche Unfall hat eine Debatte über die Sicherheit entlang der Strecke ausgelöst. "Man wird sich Gedanken machen müssen. Die Rennstrecke führt im 45-Grad-Winkel auf die Landstraße. Gerade an dieser Stelle sollte man mit Reifenstapeln die Leitplanken zusätzlich absichern", sagte der dreimalige Le-Mans-Sieger Marco Werner, der als Audi-Botschafter in Frankreich weilte.

Dagegen nahm der fünfmalige Le-Mans-Gewinner Frank Biela die Verantwortlichen in Schutz: "Ich glaube nicht, dass man irgendjemandem einen Vorwurf machen kann. An dieser Stelle fliegt man normalerweise nicht von der Strecke."

24-Stunden-Rennen von Le Mans

Tödlicher Unfall nach neun Minuten

Viele Fahrer wollten sich aus Respekt vor dem veranstaltenden Automobile Club de l'Ouest (ACO) nicht zu dem Thema äußern. Der Club teilte mit, dass der Unfall und seine Folgen von den französischen Behörden untersucht würden. Laut ACO ist dies bei einem Unfall mit Todesfolge ein normaler Vorgang.

In der 90-jährigen Geschichte ist Simonsen der 22. Fahrer, der dem Traditionsrennen zum Opfer fällt. Zuletzt starb der Franzose Sebastien Enjolras im Jahr 1997 nach einem Unfall im Vor-Qualifying. Der letzte Todesfall während des Rennens ereignete sich 1986, als der Österreicher Josef Gartner ums Leben kam.

Auch im vergangenen Jahr war es zu einem Unfall gekommen. Toyota-Fahrer Anthony Davidson war mit einem Ferrari aneinandergeraten. Sein Wagen überschlug sich und schleuderte in einen Reifenstapel. Davidson brach sich zwei Rückenwirbel. In diesem Jahr fährt Davidson wieder mit.

Das Rennen gewann 2013 am Ende Rekordsieger Tom Kristensen - bereits zum neunten Mal. Der Däne setzte sich zusammen mit Loïc Duval (Frankreich) und Allan McNish (Schottland) im Hybrid-Audi R18 überlegen durch. Die Sieger legten 348 Runden und 4742,8 Kilometer zurück. "Diesen Sieg widme ich in allererster Linie Allan Simonsen, einem guten Freund, den wir am Samstag verloren haben", sagte Kristensen, dem auf dem Siegerpodest die Tränen kamen.

Platz zwei bei der 81. Auflage des Rennens ging mit einer Runde Rückstand an Anthony Davidson (Großbritannien), Sébastien Buemi (Schweiz) und Stéphane Sarrazin im Toyota TS 030, ebenfalls ein Hybrid-Rennwagen. Die Titelverteidiger André Lotterer (Duisburg), Marcel Fässler (Schweiz) und Benoît Tréluyer (Frankreich) wurden nach einem langen Boxenaufenthalt am Samstag mit ihrem Audi nur Fünfter.