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2. Liga:Arminia feuert Trainer Rüdiger Rehm

Arminia Bielefeld hat sich nach nur vier Monaten schon wieder von Trainer Rüdiger Rehm getrennt. Damit zog der Fußball-Zweitligist am Samstag die Konsequenz aus dem verpatzten Saisonstart. In bislang zehn Spielen gelang der Arminia bei fünf Unentschieden als einziger Mannschaft noch kein Sieg. Nach dem 0:4 bei Fortuna Düsseldorf am Freitagabend entschlossen sich die Ostwestfalen zum Handeln und stellten Rehm sowie dessen Assistenten Mike Krannich frei. Durch die hohe Niederlage rutschte die Arminia sogar auf den letzten Platz ab.Bis ein neuer Chefcoach gefunden ist, wird Vereinsangaben zufolge der bisherige Co-/U19-Trainer Carsten Rump übergangsweise das Training der Profis leiten. Die Arminia muss am Dienstag in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Ligarivale Dynamo Dresden antreten.

"Die Trennung von Rüdiger Rehm und Mike Krannich ist uns nicht leicht gefallen. Beide haben sich seit ihrem Amtsbeginn voll und ganz in den Dienst des Clubs gestellt. Leider ist der erhoffte sportliche Erfolg ausgeblieben", stellte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi in einer Clubmitteilung fest. "Als Resultat der zuletzt enttäuschenden Entwicklungen sahen wir uns gezwungen zu handeln."Rehm war erst im Sommer vom Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach gekommen und hatte den zum SV Darmstadt 98 gewechselten Norbert Meier ersetzt. Der 37-Jährige sei aktuell einer der gefragtesten Trainer im deutschen Profifußball, hieß es damals bei der Arminia. Der einstige Bundesligist stattete den Coach mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2018 aus. An Großaspach sollen mindestens 150 000 Euro Ablöse geflossen sein.

Der 188-malige Zweitligaspieler Rehm hatte den kleinen Club aus der Nähe von Stuttgart in die 3. Liga geführt und dort mit Großaspach Rang sieben belegt. "Wir sind davon überzeugt, dass er mit großer Kompetenz und Tatendrang neue wertvolle Akzente in der Entwicklung unseres Clubs setzen wird", hatte Arabi damals erklärt. Diese Erwartungen konnte Rehm nicht erfüllen, auch wenn die Niederlage in Düsseldorf durch einen strittigen Elfmeter zum 0:2 und einen vorangegangenen, harten Platzverweis unglücklich zustande kam.

Der TSV 1860 München hat die nächste Niederlage in der 2. Fußball-Bundesliga kassiert und sich noch tiefer in die Krise manövriert. Beim VfB Stuttgart kassierten die Löwen am Freitag ein 1:2 (1:2) und damit die vierten Niederlage in Serie. Für Trainer Kosta Runjaic wird die Situation immer prekärer. Berkay Özcan (6. Minute) und Simon Terodde (18.) erzielten vor 55 100 Zuschauern die Tore für die Schwaben. Levent Aycicek (36.) traf in der hart umkämpften und aggressiv geführten Partie für die Münchner.

"Wir haben Charakter gezeigt", meinte Runjaic. "Nach den schnellen und unnötigen Gegentreffern vor so einer Kulisse zurückzukommen, das war bemerkenswert." Auch Kapitän Jan Mauersberger hob bei Sky den Auftritt nach den frühen Gegentoren hervor. "Ich glaube, die Körpersprache war okay." Er räumte zugleich aber ein: "Auch in diesem Spiel haben wir mehr Fehler gemacht als der Gegner."

Bei der Heim-Blamage jüngst gegen Düsseldorf (1:3) hatte sich 1860 mit einer schwachen ersten Halbzeit aller Siegchancen beraubt. Auch in Stuttgart ging der Beginn in Hose: Schon nach knapp sechs Minuten verlor Daylon Claasen am Strafraum den Ball an Carlos Mané, welcher Özcan steil bediente. Der 18-Jährige ließ Torhüter Jan Zimmermann mit einem Haken aussteigen und schob ein. Gut zehn Minuten später konnte Keeper Zimmermann einen Kopfball von Christian Gentner nicht entscheidend entschärfen, und Terodde staubte ab.

Runjaic war schon wieder früh bedient. Dabei hatte er sein Team gleich auf sechs Positionen verändert und unter anderem Verteidiger Rodnei, die Mittelfeldspieler Romuald Lacazette und Victor Andrade sowie Zweitliga-Debütant Florian Neuhaus in die Startelf beordert. Die gegen Düsseldorf enttäuschenden Routiniers Michael Liendl und Kai Bülow sowie Youngster Marnon Busch reisten nicht mit nach Stuttgart.

Die TSV-Bosse wollten in Schwaben ein Aufbäumen sehen gehen die Talfahrt in der 2. Liga - und tatsächlich gaben sich die Spieler nach dem frühen Schreck nicht auf. Vor der Pause sorgte Aycicek mit einem Freistoß aus etwas mehr als 20 Metern knapp über die Mauer für den Anschlusstreffer - Torwart Mitch Langerak macht sich vergeblich lang.Nach einer Verzögerung - im 1860-Fanblock wurden Bengalos abgebrannt - ging die zweite Halbzeit los, und die Partie wurde ruppiger. Etliche Fouls prägten das Geschehen, dazu unterliefen beiden Teams immer wieder Ballverluste. Als die Hausherren 20 Minuten vor Schluss den Druck erhöhten, hatten die Sechziger mehrfach Glück: Terodde und Mané etwa schoben den Ball innerhalb von Sekunden zweimal an der Linie entlang, aber nicht ins Tor (72.), dann köpfte Mané vorbei (74.).

Nachdem die Stuttgarter ihre Chancen nicht nutzten, köpfte in der zweiten Minute der Nachspielzeit tatsächlich noch TSV-Profi Nico Karger den Ball ins Tor. Aber Schiedsrichter Arne Aarnink pfiff die Szene wegen angeblichen Abseits ab - eine Fehlentscheidung. "Das war das ganz große Pech", kommentierte Runjaic die finale Aktion.