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2. Liga:Aue zerlegt den HSV - auch Stuttgart verliert

FC Erzgebirge Aue - Hamburger SV

Am Boden: Timo Letschert (links), daneben Rick van Drongelen.

(Foto: dpa)

Die Favoriten patzen im Zweitliga-Aufstiegsrennen. Drittligist 1860 gewinnt spät gegen Chemnitz, Lautern verpasst im Südwest-Derby den Sieg. In der Serie A werden fünf Partien abgesagt und auf Mai verschoben.

2 Liga, HSV: Der Hamburger SV gerät auf dem Weg zurück in die Fußball-Bundesliga immer mehr ins Straucheln. Eine Woche nach der 0:2-Derbypleite gegen den FC St. Pauli verlor das Team von Trainer Dieter Hecking 0:3 (0:1) bei Erzgebirge Aue und ist bereits seit drei Spielen ohne Sieg. Nur weil der Verfolger 1. FC Heidenheim mit 0:2 bei Darmstadt 98 patzte, hat der HSV als Tabellendritter weiter drei Punkte Vorsprung. Aue beendete dank der Tore von Jan Hochscheidt (76./88.) und Pascal Testroet (39.) eine Serie von fünf Spielen ohne Dreier und kletterte auf den siebten Platz. Der Hamburger Gideon Jung sah die gelb-rote Karte (59.).

Das überraschende Führungstor der Sachsen war alles andere als planvoll herausgespielt: Nach einem von der Mauer abgewehrten Freistoß von Philipp Riese drosch Tom Baumgart den Ball aus 35 Metern in den Strafraum, wo Testroet völlig unbedrängt, aber nicht im Abseits, zum Schuss kam und Daniel Heuer-Fernandes überwand. Die größte Chance zum Ausgleich hatte Jordan Beyer, dessen Kopfball aus zwei Metern Aue-Torwart Martin Männel parierte (45.+2). Mit hart geführten Zweikämpfen verhinderten die Gastgeber aber weiterhin, dass der HSV seinen Rhythmus fand.

Testroet verpasste nur knapp das 2:0: Der Stürmer fälschte einen Schuss von Jan Hochscheidt ab, der nur um Zentimeter das Hamburger Tor verfehlte (57.). Zwei Minuten später versuchte Jung, mit einer Schwalbe einen Elfmeter für den HSV herauszuholen, fing sich damit aber die zweite Gelbe Karte ein. Hochscheidt zerstörte die letzten Hamburger Hoffnungen, durfte aber erst nach Videobeweis jubeln und legte kurz vor Ende noch einen Treffer nach.

Die Erfolgsserie des VfB Stuttgart in der 2. Liga ist ebenfalls gestoppt: Die Schwaben unterlagen bei der SpVgg Greuther Fürth mit 0:2 (0:0) und kassierten nach acht Partien wieder eine Pleite. Kapitän Marco Caligiuri (48.) und Sebastian Ernst (76.) schossen die Gastgeber zum Sieg. Der VfB ist zwar weiterhin Tabellenzweiter (44 Punkte) mit drei Zählern Rückstand auf Tabellenführer Arminia Bielefeld. Allerdings können die Ostwestfalen am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen den SV Wehen Wiesbaden mit einem Sieg den Vorsprung auf sechs Zähler ausdehnen.

3. Liga: Der kriselnde Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat eine Prestigeerfolg im Südwest-Derby beim SV Waldhof Mannheim in der Schlussphase verspielt. Nach dem FCK-Führungstreffer durch Hendrick Zuck (73. Minute) gelang Mannheims Marco Schuster (87.) der Ausgleich zum 1:1 (0:0)-Endstand. Für den FCK hätte es das versöhnliche Ende einer wieder einmal unruhigen Woche sein können, stattdessen warten die Pfälzer seit nun acht Pflichtspielen auf einen Sieg. Die Mannheimer verpassten indes zwar den zumindest vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze, sie bauten ihre Serie aber aus und sind seit zwölf Spielen ungeschlagen. Im ausverkauften Carl-Benz-Stadion wurden beide Teams den hohen Erwartungen erst in der Schlussphase gerecht, die Partie wurde aufgrund gezündeter Pyrotechnik zu Beginn der beiden Halbzeiten mit Verspätung angepfiffen. Beim Duell zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und dem Halleschen FC saßen mit Hans-Jürgen Boysen und Ismail Atalan zwei neue Trainer auf der Bank. Aus Sicht der Schwaben zahlte sich der Wechsel aus, Großaspach gewann mit 1:0 (1:0). Dadurch verkürzte die SGS den Rückstand auf das rettende Ufer auf zehn Punkte. Erfolgreich war auch Eintracht Braunschweig beim 4:1 (3:0) gegen den KFC Uerdingen. Der 1. FC Magdeburg fuhr beim 6:2 (2:1)-Erfolg gegen Carl-Zeiss Jena den ersten Sieg unter der Leitung von Trainer Claus-Dieter Wollitz ein. Außerdem trennten sich der FSV Zwickau und die Würzburger Kickers 1:1 (1:0). Der TSV 1860 München ist mit dem 4:3 (1:2)-Sieg gegen den Chemnitzer FC zum 13. Mal ohne Niederlage geblieben.

Tennis, ATP: Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat seine weiße Weste im Jahr 2020 gewahrt und zum fünften Mal das ATP-Turnier in Dubai gewonnen. Der Australian-Open-Champion setzte sich im Finale der Hartplatzkonkurrenz mit 6:3, 6:4 gegen den an Nummer zwei gesetzten Griechen Stefanos Tsitsipas durch und kassierte für seinen 79. Turniersieg 565.705 Dollar Preisgeld. Zuletzt hatte Djokovic 2013 in Dubai triumphiert. Am Vortag hatte der Serbe im Halbfinale gegen den Franzosen Gael Monfils dicht vor dem Aus gestanden. Nachdem er drei Matchbälle abgewehrt hatte, setzte sich Djokovic am Ende doch noch in drei Sätzen durch. Der Erfolg im Endspiel gegen Tsitsipas war der 18. in Serie in diesem Jahr, von 49 gespielten Sätzen gewann er 43.

Serie A, Absagen: Die italienische Fußballliga hat fünf Partien der Serie A dieses Wochenendes auf den 13. Mai verschoben. Darunter ist die Spitzenbegegnung zwischen dem Tabellenführer und Meister Juventus Turin und dem aktuell Drittplatzierten Inter Mailand, die ursprünglich am Sonntagabend stattfinden sollte. Das teilte die Liga am Samstag mit. Die weiteren betroffenen Spiele sind AC Mailand gegen CFC Genua 1893, Parma gegen Spal Ferrara, Sassuolo gegen Brescia und Udinese gegen AC Florenz. Die Spiele sollten wegen des Coronavirus-Ausbruchs zunächst ohne Zuschauer stattfinden.

Betroffen von der Verschiebung ist auch das Finale im italienischen Pokal, das ursprünglich für den 13. Mai, einen Mittwoch, geplant war. Es soll nun eine Woche später am 20. Mai steigen, wie die Liga ankündigte. Italien verzeichnet mit rund 900 Infizierten bis Freitag den größten Ausbruch von Sars-CoV-2 in Europa. 21 Menschen sind an der Erkrankung Covid-19 in dem Land bereits gestorben - besonders viele im Norden. Bereits am vergangenen Wochenende hatte es in der Serie A Spielabsagen gegeben. Einige Partien finden aber trotzdem statt.

England, Sané: Nationalspieler Leroy Sané hat nach überstandener Kreuzbandverletzung sein Comeback in einem Pflichtspiel gefeiert. Der 24-Jährige lief am Freitagabend beim 4:2 (1:1) der U23 seines Clubs Manchester City bei den Nachwuchsfußballern des FC Arsenal auf. "57 Minuten Action", twitterten die Citizens und stellten am Abend mehrere Bilder des Flügelstürmers im Manchester-Trikot dazu. "Großartig, ihn da draußen zu sehen." Sané, einer der großen Hoffnungsträger von Bundestrainer Joachim Löw, hatte sich im vergangenen August das rechte Kreuzband gerissen und musste operiert werden. Der Angreifer wird weiterhin mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht, sein Vertrag in Manchester läuft noch bis 2021.

Skeleton, WM: Mit einem Bahnrekord von 57,77 Sekunden im letzten Lauf hat Skeleton-Pilotin Tina Hermann bei den Weltmeisterschaften in Altenberg ihren WM-Titel verteidigt. Die 27-Jährige vom WSV Königssee holte am Samstag im finalen Durchgang den großen Abstand von 66 Hundertstelsekunden auf die führende Marina Gilardoni aus der Schweiz auf und sicherte sich ihren dritten WM-Triumph in 3:54,62 Minuten. Gilardoni musste sich bei einem Rückstand von 0,22 Sekunden mit Silber begnügen, Bronze gewann Janine Flock aus Österreich (1,21 Sekunden zurück). Weltcup-Gesamtsiegerin Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland fuhr nach vier Rennen (1,39 Sekunden zurück ) auf den vierten Rang, die Suhlerin Sophia Griebel (1,87) belegte Platz sechs.

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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