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2. Liga: 1860 im Mittelfeld:Katerstimmung bei den Löwen

Vor dem Spiel gegen St. Pauli gibt es bei 1860 wegen der Leistungsschwankungen in dieser Saison eine Debatte über die Einstellung. Mit Video der Pressekonferenz vom Freitag.

So mancher Anhänger des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 hat bei der Übertragung des Auswärtsspiels aus Paderborn (1:3) in der Halbzeit frustriert abgeschaltet. Auch Stefan Aigner, Löwenspieler und Löwenfan in Personalunion, hat es nicht ausgehalten, sich die Videoaufzeichnung anzusehen. "Die zweite Hälfte habe ich mir nicht mehr angeschaut", sagt der Mittelfeldspieler, der mit seinem aus 1860-Anhängern bestehenden Freundeskreis zusätzlich gestraft ist: "Die sagen alle: Ihr spielt so einen Schmarrn, das ist ja nicht mehr auszuhalten."

Auch die Spieler tun sich im Umgang mit der Lage schwer. "Man merkt schon, dass die Stimmung nicht allzu gut ist", sagt Aigner. "Es wird ruhiger in der Kabine, jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Aber es muss jetzt weitergehen." Übungsleiter Ewald Lienen, der gewöhnlich zu Scherzen neigt, ist mittlerweile zum Schweigen übergegangen ("ich habe keine Lust mehr zu labern"). - "Er spricht im Training nicht mehr viel, er schaut sich das Ganze einfach an", sagt Aigner. "Wer nicht mitzieht, wird keine Chance haben." Die Misere ist für Aigner schnell zusammengefasst: "Wir reden jedes Jahr über die erste Liga, und jetzt sind wir wieder im Mittelfeld."

Eine Serie von Siegen und Niederlagen in stetem Wechsel war zuletzt dafür verantwortlich, dass die Löwen ihren Platz im grauen Mittelmaß nicht los wurden. "Ich verstehe es auch nicht. Wenn wir gewinnen, sind wir wieder überheblich, jeder macht einen Schritt weniger", meint Aigner. "Wenn einer oder zwei nicht mitziehen, stimmt die Ordnung nicht, du bist einfach zu weit weg von den Gegenspielern. Dass einer mal einen schlechten Tag hat, kann man verstehen, aber man kann erwarten, dass er sich den Hintern aufreißt."

Ludwig fehlt

Das wird Lienen gerne hören. "Es ist völlig klar, dass sich die Einstellung um 180 Grad drehen muss, was Zweikämpfe und Laufbereitschaft angeht", sagt der Trainer, "es bleibt dabei, dass nur diejenigen auf dem Platz stehen, die das unter der Woche zeigen." In jedem Fall nicht auf dem Platz wird Mittelfeldspieler Alexander Ludwig stehen.

Nach seinem Frustfoul in Paderborn in der Nachspielzeit ist Ludwig am Sonntag gegen St.Pauli (13.30 Uhr, Arena) wegen der fünften gelben Karte gesperrt; manche Fans mutmaßen, dass Ludwig sich vor der Partie gegen seinen erfolgreichen ehemaligen Klub drücken wollte. "Darüber möchte ich nicht spekulieren", sagt Lienen, "Fakt ist auf jeden Fall, dass es eine völlig unnötige gelbe Karte war."