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2. Fußball-Bundesliga:Frankfurt schafft großes Comeback

Karlsruher SC - FSV Frankfurt

Enge Partie im Wildpark: Der KSC verspielte gegen Frankfurt einen 3:0-Vorsprung.

(Foto: dpa)

Beim 3:3 in Karlsruhe gelingen dem FSV Frankfurt drei Treffer in der zweiten Halbzeit, Fürth erlebt eine empfindliche Pleite gegen Bielefeld und Aue ärgert sich beim 0:0 gegen Ingolstadt über einen vergebenen Strafstoß. Köln dominiert weiter die Liga.

Der Karlsruher SC hat den Sprung auf Relegationsplatz drei in der 2. Bundesliga trotz einer 3:0-Führung zur Halbzeitpause verpasst. Beim 3:3 (3:0) gegen den FSV Frankfurt schlug das zunächst indisponierte Team von FSV-Trainer Benno Möhlmann im zweiten Durchgang zurück und sicherte sich einen wichtigen Zähler im Kampf gegen den Abstieg. Der Ex-Frankfurter Ilhan Micanski erzielte mit einem kuriosen Kinn-Tor bereits nach acht Minuten die Führung, die Gäste reklamierten vor 13.500 Zuschauern zu Unrecht ein Handspiel des Bulgaren. Vorlagengeber war wie bei den weiteren Treffern von Rouwen Hennings (28.) und erneut Micanski (32.) der überragende Manuel Torres.

Zafer Yelen brachte die Hessen nach der Pause mit einem Freistoßtreffer auf 1:3 heran (65.), Edmund Kapllani verkürzte per Handelfmeter (83.) auf 2:3, ehe der starke Yelen den Ausgleich (87.) markierte. Der KSC spielte seine technische Überlegenheit zu Beginn konsequent aus und kam problemlos zu Chancen. Die Frankfurter waren zunächst mit dem Tempo des Aufsteigers überfordert. Der FSV kreierte im ersten Durchgang nicht eine gefährliche Offensiv-Szene. Nach dem Wechsel verschwand das beeindruckte Staunen aus dem Gesicht von KSC-Coach Markus Kauczinski jedoch fast völlig, als sich Frankfurt stark aufbäumte und letztlich auch zum verdienten Ausgleich kam. Der FSV knackte zugleich auch die Serie der Karlsruher, die zuvor vier Spiele lang keinen Gegentreffer kassiert hatten.

Die SpVgg Greuther Fürth kassierte dagegen eine empfindliche Niederlage. Der Tabellenzweite unterlag beim Vorletzten Arminia Bielefeld überraschend deutlich mit 1:4 (1:1). Damit wuchs der Abstand zum Spitzenreiter 1. FC Köln auf vier Punkte. Für den verdienten Erfolg der Ostwestfalen am Sonntag vor 11 313 Zuschauern in der Schüco-Arena sorgten Patrick Schönfeld (24.), Marc Lorenz (51.), Tim Jerat (76.) und Johannes Rahn (78.). Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Stephan Fürstner (26.) erzielt.

Die Arminia wirkte zu Beginn der Partie trotz zuletzt aufsteigender Form verunsichert, ging aber glücklich in Führung. Nach Freistoß des überragenden Lorenz war Schönfeld per Kopf zur Stelle. Doch die Freude beim Aufsteiger währte nur zwei Minuten: Aus kurzer Distanz schoss Fürstner den Ausgleich. Dennoch war Bielefeld nun besser im Spiel und erwies sich als unbequemer Gegner. Ein sehenswerter Volleyschuss kurz nach der Pause von Lorenz ins lange Eck bescherte die erneute Führung. Greuther Fürth drängte mit Macht auf den Ausgleich, blieb aber anfällig für Konter: Diese Schwäche nutzten Jerat und Rahn zu entscheidenden Treffern.

Trotz 50-minütiger Überzahl und Begünstigung durch eine klare Schiedsrichter-Fehlentscheidung hat Erzgebirge Aue erneut nicht gewinnen können. Die Sachsen kamen gegen den FC Ingolstadt nur zu einem 0:0 und bleiben nach lediglich einem Sieg aus den vergangenen sieben Spielen wie die Schanzer nur knapp vor den Abstiegsrängen. In der 9. Minute erkannte Schiedsrichter Christian Fischer (Hemer) ein reguläres Tor von Ingolstadts Pascal Groß nicht an - der Schuss des Mittelfeldspielers war von der Latte aus klar hinter der Linie aufgeschlagen.

Ingolstadt hatte in der ersten Halbzeit noch ein zweites Mal Pech: Fischer wertete ein leichtes Ziehen von FCI-Kapitän Marvin Matip an Aues Jakub Sylvestr als Notbremse im Strafraum. Matip sah Rot (40.), Ramazan Özcan hielt jedoch den Elfmeter von Zlatko Janjic. In Überzahl drückte Aue zwar nach der Pause, es fehlte jedoch lange an der nötigen Durchschlagskraft. Sylvestr (66.) setzte einen Kopfball knapp über das Tor, auf der Gegenseite vergab Caiuby eine gute Freistoßchance. Beste Spieler von Aue waren René Klingbeil und Arvydas Novikovas, bei Ingolstadt überzeugten Özcan sowie Caiuby.

Fortuna Düsseldorf bleibt unter Interimstrainer Oliver Reck auf einem guten Weg. Der Bundesliga-Absteiger feierte im zweiten Spiel unter dem früheren Nationaltorwart zum Rückrundenstart einen 3:1 (1:1)-Erfolg beim Tabellenschlusslicht Energie Cottbus und tankte damit weiter Selbstvertrauen für das rheinische Derby gegen den 1. FC Köln zwei Tage vor Heiligabend. Für Cottbus war es im fünften Spiel unter dem neuen Coach Stephan Schmidt die fünfte Niederlage, insgesamt sogar die siebte in Serie.

Mit seinem zweiten Saisontreffer machten Charlison Benschop (63.) sowie Tugrul Erat (83.) bei seinem zweiten Profi-Einsatz den Erfolg der Fortuna perfekt, die erstmals in dieser Saison zwei Auswärtssiege in Folge verbuchte. Nach der frühen Führung der Hausherren durch Amin Affane (7.) hatte nur vier Minuten später Erwin Hoffer mit seinem zweiten Saisontreffer für den Ausgleich die Rheinländer gesorgt. Der Österreicher hatte bereits am vergangenen Montag den Siegtreffer der Fortuna beim 1:0 auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern erzielt.

Vor 7056 Zuschauern war Cottbus von Beginn an tonangebend, konnte sich vor der Pause aber trotz Überlegenheit kaum Torchancen erspielen. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Lausitzer den Druck und hatten in der 48. Minute durch Steffen Bohl die große Möglichkeit zur erneuten Führung. Fortuna-Torwart Fabian Giefer verhinderte aber den Rückstand seiner Mannschaft. Nach dem 2:1 durch Benschop war der Widerstand der Cottbuser gebrochen.

Union Berlin siegt in Bochum

Christopher Quiring hat Union Berlin mit einem Doppelpack den Weg aus der Krise gewiesen. Mit seinen Treffern in der 13. und 36. Minute legte der Mittelfeldspieler den Grundstein zum verdienten 4:0 (2:0)-Erfolg beim VfL Bochum, nachdem die Eisernen zuletzt sechs Spiele in Folge ohne Sieg geblieben waren und dabei ihre vorangegangenen vier Spiele sogar verloren hatten. Der VfL tritt nach nur einem Sieg aus den vergangenen sechs Heimspielen im Tabellen-Mittelfeld auf der Stelle und musste am Ende sogar noch weitere Treffer durch Simon Terodde (47.) und Benjamin Köhler (53.) hinnehmen.

Schon zur Halbzeit war die Führung der Berliner vor 13.117 Zuschauern verdient. Union agierte aus einer stabilen Defensive und lauerte auf Konter. Die Bochumer präsentierten sich hingegen in der Offensive zu harmlos und in der Abwehr zu anfällig. Als Paradebeispiel diente jene Szene vor dem 1:0 der Gäste, als Quiring ohne Probleme förmlich durch den Strafraum spazierte und ungehindert einschießen konnte. Wenig später hatte Martin Dausch mit einem Schuss an die Latte großes Pech. Der zweite Berliner Treffer lag in der Luft.

Nicht minder chaotisch zeigte sich Bochum schließlich beim zweiten Treffer von Quiring durch einen gefühlvollen Schlenzer. Auch Terodde nutzte freistehend seine Chance zum dritten Berliner Tor, bevor Köhler einen Freistoß unhaltbar für VfL-Keeper Andreas Luthe ins Netz zirkelte. Erst in der Schlussphase zeigte Bochum eine Reaktion und drängte auf den Anschlusstreffer, doch kam das Aufbäumen viel zu spät. Die Berliner brachten das Ergebnis mit neuem Selbstvertrauen ohne Probleme über die Bühne.