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2. Fußball-Bundesliga:Meinungsverschiedenheiten in der Arge

Und abweichende Meinungen vom Mitgesellschafter, dem e.V., muss Ismaik künftig wohl genauso wenig fürchten wie bislang. Am Montag wurden die Nachfolger der zurückgetretenen Verwaltungsrats-Vorsitzenden Karl-Christian Bay und Christian Waggershauser bekannt gegeben. Markus Drees und Robert Reisinger (Vize) gelten als Verfechter einer klaren Trennung zwischen dem e.V. und der Profifußball-KGaA. Er wolle "die Marke 1860 auch als Breitensportverein erfahrbar machen", sagte Drees.

Reisinger schickte zum Antritt Grüße an Ismaik: "Wir erneuern unser im Frühjahr 2016 gemachtes Angebot, professionelle Strukturen zusammen mit dem Präsidium und Ismaiks Vertrauten weiterzuentwickeln. Im Sinne von Vertrauen unter den Gesellschaftern sollte man (...) in engerer Abstimmung handeln. Dass dies erforderlich ist, haben die letzten Tage leider wieder deutlich gezeigt."

Unterdessen hängt angesichts der Meinungsverschiedenheiten um Ismaiks Allmachtsgebaren auch innerhalb der Fanorganisation Arge der Haussegen schief. Nach SZ-Informationen planen einige Regionen gar ihren Austritt. Die Führung der Großorganisation um Gerhard Schnell und Andreas Kern hatte nach der bizarren Pressekonferenz zur Entmachtung von Eichin und Gerges sowie dem Hausverbot für Journalisten erklärt: "Die Arge steht voll und ganz hinter Hasan Ismaik und der Vereinsführung. Diese zum Teil einseitige Berichterstattung verärgert einen Großteil der organisierten Fans."

Der ehemalige 1860-Vizepräsident Peter Helfer, als Vorstand des Fanklubs "Daxer Löwen" der Arge angeschlossen, sah das in einem Interview auf Bayern1 völlig anders: "Ich denke nicht, dass (in der Arge, d. Red.) jeder hinter Ismaik steht. Die Pressemitteilung hat ja der Vorstand abgegeben. Die Fanklubs sind nicht befragt worden, und der Vorstand besteht aus neun Leuten", sagte Helfer. Ismaik habe es "schlau gemacht", dass er die Arge-Führung nach Abu Dhabi eingeladen habe. Mindestens neun Personen werden den neuen Trainer also warmherzig willkommen heißen.

© SZ vom 06.12.2016/fued

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