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2. Bundesliga:FCK trennt sich von Trainer Meier

Darmstadt 98 - 1899 Hoffenheim

Norbert Meier ist nicht mehr FCK-Trainer. Zwei Punkte aus sieben Spielen waren zu wenig.

(Foto: Ronald Wittek/dpa)
  • "Die anhaltende sportliche Situation" ist laut FCK-Sportdirektor Boris Notzon der Grund für die Entlassung von Trainer Norbert Meier.
  • Kaiserslautern war mit zwei Punkten aus sieben Spielen in die Saison gestartet.
  • Die Entscheidung bekommt Meier an seinem 59. Geburtstag mitgeteilt.

Norbert Meier wusste schon am Dienstagabend, dass er die bekannten Gesichter bald nicht mehr sehen würde. "Also, meine Herren, ich wünsche ihnen was", sagte der Trainer bei seinem Abschied vom Betzenberg nach nur 260 Tagen im Amt zu den Journalisten. Dem Coach war nach dem 0:2 (0:1) gegen Erzgebirge Aue klar, dass er trotz eines Vertrags bis Saisonende keine Zukunft beim tief gefallenen 1. FC Kaiserslautern hat. Am Mittwoch bekam Meier wie erwartet seine Papiere - ausgerechnet an seinem 59. Geburtstag.

"Wir reagieren mit dieser Entscheidung, die uns nicht einfach gefallen ist, auf die anhaltende sportliche Situation", sagte FCK-Sportdirektor Boris Notzon: "Die letzten beiden Spiele hinterließen bei uns nicht mehr das Gefühl, dass wir in dieser Konstellation die dringend benötigte Wende schaffen." Nur zwei Punkte hatte der FCK aus den ersten sieben Saisonspielen holen können. Bis der Zweitligist einen neuen Coach gefunden hat, werden Nachwuchsleiter Manfred Paula und U19-Trainer Alexander Bugera die Profis betreuen.

Meier legt Differenzen offen

Dass beim viermaligen Meister niemand Rücksicht auf den Geburtstag Meiers nahm, war zu erwarten. Zu ernst ist die Lage des Klubs, dem der endgültige Niedergang droht. Schließlich ist die Existenz der Roten Teufel im Profifußball akut gefährdet. Wenn es sportlich so weitergeht, wird der FCK das 20-jährige Jubiläum seiner Sensations-Meisterschaft als Aufsteiger - 1998 mit Spielern wie Ciricaco Sforza, Olaf Marschall und Trainer Otto Rehhagel - im kommenden Jahr auf dem Sprung in die Regionalliga feiern. Die dritte Liga ist für den Verein wahrscheinlich nicht finanzierbar.

"Ich weiß gar nicht, ob ich derjenige bin, der den Fans noch Hoffnung machen muss", hatte Meier am Dienstag vielsagend geantwortet. Der Trainer hatte erst im Januar in der Pfalz angeheuert, sein Vertrag lief ursprünglich bis zum Saisonende. Dass es für Meier nicht weitergehen wird, schien schon vor dem Aue-Spiel (0:2) klar. Der Coach legte am Tag vor der Begegnung Differenzen mit der sportlichen Leitung und der Klubführung offen. "Ich übernehme zwar die Verantwortung", sagte Meier: "Aber es wäre schön, wenn andere die mit übernehmen würden." Es ist der fünfte Trainerwechsel in der laufenden Spielzeit.

Auch Sportchef Notzon machte keinen Hehl aus seiner Gefühlslage. "Die Situation ist ganz, ganz schlimm. Das war nicht zu erwarten und ist nicht besonders gut zu ertragen", äußerte der 37-Jährige, der sich auf die Suche nach dem 21. Trainer seit dem Meistercoup im Jahr 1998 machen muss: "Wir haben jetzt die Gewissheit, dass wir bis zum letzten Spieltag im Abstiegskampf sein werden."

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