Süddeutsche Zeitung

2. Bundesliga - Dresden gegen Düsseldorf:Fortunas Niederlage beschert Greuther Fürth den Aufstieg

Dynamo Dresden gewinnt im Montagsspiel mit 2:1 gegen Fortuna Düsseldorf - doch gejubelt wird vor allem in Fürth. Mit neun Punkten und 31 Toren Vorsprung ist der Mannschaft von Trainer Mike Büskens der Aufstieg in die Bundesliga praktisch sicher.

Die Fakten vorweg: Im Montagsspiel der zweiten Bundesliga hat Dynamo Dresden mit 2:1 (1:1) gegen Fortuna Düsseldorf gewonnen. Zlatko Dedic (7.) und Mickael Pote (70.) trafen für Dynamo, Thomas Bröker glich zwischenzeitlich aus (44.). Düsseldorf steht damit mit 57 Punkten auf Platz vier der Tabelle, Dresden liegt mit 40 Punkten auf Platz neun.

Doch um die Fakten ging es nur am Rande an diesem Abend. Es ging um ausgelassene Freude, um die Belohnung für jahrelange akribische Arbeit und die Geduld beim Warten auf den Aufstieg. Kurz, es ging um Emotionen, auch wenn man das Mike Büskens nicht ansah.

Der Trainer von Greuther Fürth, dem Verein, der derzeit Tabellenführer der zweiten Liga ist und nach diesem Spiel praktisch als Aufsteiger feststeht, war extra nach Dresden ins Stadion gekommen. Gemeinsam mit Manager Rachid Azzouzi saß er auf der Tribüne, vergrub sein Gesicht unter einer dicken Winterjacke und sah dabei nicht so aus, wie ein Erfolgstrainer, der gerade miterlebt, wie seine Mannschaft, die in den vergangenen Jahren schon mehrmals dicht dran war am Aufstieg, der Bundesliga Minute um Minute näher kommt.

Vielleicht freute er sich innerlich, vielleicht dauerte es auch nur ein wenig, bis sich die Anspannung löste. Er habe nur einen Wunsch, sagte er nach dem Spiel jedenfalls: "Lasst mir ein Bier übrig". Diese Worte waren an seine Mannschaft gerichtet, die das Spiel im VIP-Raum zuhause im eigenen Stadion verfolgte.

Dort wurde heftigst gefeiert. Der Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah, der schon bei seinen früheren Stationen auf Schalke und in St. Pauli immer als jemand galt, der weiß, wie man eine Party zum Laufen bringt, sagte: "Ich bin gespannt, was heute noch abgeht. Vor ein paar Monaten habe ich noch auf dem Sofa gelegen und wusste nicht, wie es weiter geht. Und jetzt bin ich aufgestiegen".

Derweil hatte sich Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung im "Gelben Löwen" eingefunden, der Fan-Kneipe des Klubs, und kündigte die "Nacht der Nächte" in der fränkischen Stadt an. "So etwas gibt's nur einmal zu feiern, weil wir nie wieder absteigen werden", sagte er.

Das ist natürlich eine steile These, im Überschwang der Emotionen formuliert und nicht durch Fakten gedeckt, deshalb sei hier noch einmal wiedergegeben, was nach dem 31. Spieltag unumstößlich ist: Greuther Fürth hat drei Spieltage vor Saisonende einen Vorsprung von neun Punkten auf den Drittplatzierten SC Paderborn und ein um 31 Treffer besseres Torverhältnis.

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