Letzter Spieltag der 2. LigaDüsseldorf steigt ab, Hannover betrauert verpassten Aufstieg

Lesezeit: 3 Min.

Fortuna Düsseldorf unterliegt Fürth mit 0:3 und steigt in die dritte Liga ab.
Fortuna Düsseldorf unterliegt Fürth mit 0:3 und steigt in die dritte Liga ab. Daniel Löb/dpa

Durch ein desaströses 0:3 am letzten Spieltag in Fürth rutscht Fortuna Düsseldorf noch auf den direkten Abstiegsplatz. Die Spielvereinigung darf dagegen noch mal hoffen – in Hannover herrscht riesiger Frust.

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Fortuna Düsseldorf muss am Ende einer desaströsen Saison nach 17 Jahren zurück in die Drittklassigkeit. Die Rheinländer, die mit dem klaren Ziel Aufstieg in die Zweitligasaison gestartet waren, verloren am 34. Spieltag beim Verfolger Greuther Fürth 0:3 (0:3) und wurden vom rettenden Platz 15 noch auf Rang 17 durchgereicht.

Fürth hingegen erreichte zumindest noch den Relegationsplatz und spielt kommenden Freitag auswärts sowie am 26. Mai (jeweils 20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) gegen den Drittliga-Dritten Rot-Weiss Essen um den letzten freien Platz in der Bundesliga-Saison 2026/27. Preußen Münster stand zuvor schon als Absteiger fest.

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Von Martin Schneider

Felix Klaus (2.), der viereinhalb Jahre für Düsseldorf gespielt hatte, Elias Egouli per Eigentor (16.) und Torjäger Noel Futkeu (36.) schossen für die Fürther vor der Pause bereits das Ergebnis heraus, mit dem das Kleeblatt an der leblosen Fortuna in der Tabelle vorbeizog. Abermals Futkeu (73.), der in der kommenden Saison für Bundesligist Eintracht Frankfurt spielt, hätte seinen Klub um ein Haar ans rettende Ufer bringen können – der Stürmer stand aber hauchzart im Abseits.

Florian Kastenmeier, Torwart der Fortuna, reagiert auf den Abstieg.
Florian Kastenmeier, Torwart der Fortuna, reagiert auf den Abstieg. Sebastian Widmann/Getty Images

„Wir wollen den Klassenerhalt schaffen und haben jetzt die Chance, diesen aus eigener Kraft zu erreichen. In dieser Konstellation ist es für mich sicherlich das bedeutendste Spiel meiner bisherigen Trainerlaufbahn“, hatte Fortuna-Trainer Alexander Ende im Vorfeld gesagt.

Düsseldorf steigt mit dem dritten Trainer in dieser Saison ab

Doch der bereits dritte Chefcoach der Fortunen in dieser Saison hatte kaum auf der Bank Platz genommen, da war sein Team bereits im Rückstand, weil die Hintermannschaft die Franken gewähren ließ – wie auch bei den weiteren Gegentreffern vor der Pause, an denen Routinier Klaus (33) ebenfalls direkt beteiligt war.

Düsseldorf, dem der gelbgesperrte Torjäger Cedric Itten fehlte, strahlte viel zu wenig Gefahr aus und präsentierte sich auf ganzer Linie wie ein Absteiger. Vor zwei Jahren in der Relegation zur 1. Bundesliga dramatisch am VfL Bochum gescheitert, war Fortuna mit den höchstmöglichen Ambitionen in die Saison gestartet. „All-in“, wolle man gehen, sagte Trainer Daniel Thioune im Sommer. Im Oktober wurde der beliebte Coach entlassen, unter Markus Anfang stürzte der Traditionsklub immer tiefer, auch der im April geholte Ende brachte nicht den Turnaround. Fürth mit Trainer Heiko Vogel muss nun im Traditionsduell mit RWE kämpfen, um vier Jahre nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga nicht erstmals seit 1997 wieder drittklassig spielen zu müssen.

Hannover verschenkt die große Chance auf den Aufstieg

In Hannover trauerte man nach dem Schlusspfiff derweil über den verpassten Schritt in die erste Liga. Auch der Applaus von 49.000 Zuschauern bei einer verhaltenen Ehrenrunde konnte die Spieler nicht aufbauen. Durch ein enttäuschendes 3:3 (2:1) gegen den 1. FC Nürnberg haben die 96er nicht nur die ersehnte Erstliga-Rückkehr, sondern sogar die Teilnahme an den beiden Relegationsspielen verpasst. Hannover gegen Wolfsburg – dieses Niedersachsen-Duell fällt jetzt aus. „Wir sind alle ein bisschen sprachlos“, sagte 96-Kapitän Enzo Leopold. „Das ist eine unfassbare Leere. Ich saß nach dem Spiel fünf Minuten auf der Bank und wusste gar nicht, was ich sagen oder was ich machen sollte.“

Statt Elversberg noch von Platz zwei zu verdrängen, wurde Hannover in der Abschlusstabelle sogar noch vom SC Paderborn auf Rang vier verdrängt. Denn Luka Lochoschwili traf für die Nürnberger in der 83. Minute zum 3:3. Am Ende der Saison wurde dem Aufstiegsfavoriten Hannover zum Verhängnis, dass man keines der letzten drei Spiele und nur eine der letzten sieben Heimpartien gewann. „Ich kann mir vorstellen, wie sich die Leute hier fühlen. Aber sie müssen es im nächsten Jahr wieder versuchen“, sagte FCN-Trainer Miroslav Klose.

Die Hannover-Fans, der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder und Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking auf der Tribüne erlebten von Beginn an einen turbulenten Nachmittag. Beide 96-Konkurrenten Elversberg und Paderborn gingen früh in Führung und auch die Nürnberger trafen durch Mohamed Ali Zoma in der 25. Minute zum 0:1.

Hannover drehte diesen Rückstand noch vor der Pause durch Tore von Kolja Oudenne (30.) und Waniss Taibi (45.). Nach dem nächsten Rückschlag durch das 2:2 von Zoma (47.) dauerte es nur vier Minuten, bis 96 erneut in Führung ging: Nürnbergs Luka Lochoschwili unterlief im Getümmel ein Eigentor (51.).
Trotz der lautstarken Unterstützung in der ausverkauften Arena tat sich Hannover schwer. Zum einen waren die spielstarken Nürnberger immer wieder gefährlich. Zum anderen vergaben die Gastgeber selbst mehrere Großchancen.

Allein der Japaner Daisuke Yokota scheiterte zweimal am starken FCN-Torwart Jan Reichert (17./41.). Ein Handelfmeter für Hannover wurde nach Einsatz des Videobeweises wieder zurückgenommen (45.+4). Nach dem 3:2 machten die Gastgeber den Fehler, sich zu weit zurückzuziehen. Zwar hatte Mustapha Bundu noch zwei gute Kontermöglichkeiten zum 4:2 (58./75.). Doch die meiste Zeit drängten die Nürnberger auf den Ausgleich. Lochoschwili (55.) und Zoma (73.) waren bereits kurz davor. Kurz vor Schluss zerstörte der Georgier alle 96-Träume. Der starke Zoma traf sogar nochmal den Pfosten (90.+8).

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