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1860 München gegen Leipzig:Mit Hingabe für den Trainer

Fussball 2. Liga : TSV 1860 München - RB Leipzig

An Zusammenhalt mangelt es nicht: Die Mannschaft bildete nach dem 2:2 gegen Leipzig noch auf dem Platz mit Trainer und Maskottchen einen Kreis.

(Foto: Christina Pahnke/sampics)

Aus dem Stadion von Markus Schäflein

Kurz vor Schluss sangen die Zuschauer in der Arena - nicht nur im Fanblock, auch auf den Stehtribünen - lauthals wie selten das beliebte "Sechzig München, olé, Sechzig München, olé". Die Mannschaft des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München hatte schließlich nach Kräften gekämpft, ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ein Konzept nachgewiesen - und am Ende gegen einen individuell deutlich besser besetzten Gegner ein Remis erreicht.

Das 2:2 gegen RB Leipzig war mithin ein Spiel, nach dem man normalerweise keinen Trainer entlässt. Aber es ist bekanntlich nichts normal beim TSV 1860, deshalb musste sich Torsten Fröhling zur Lage erklären. "Solange ich nichts Weiteres höre", sagte er, sei es "klar", dass er am Freitag in Bielefeld auf der Bank sitze.

Und davon durfte er tatsächlich ausgehen. Allerdings nicht etwa nur wegen der Leistung gegen Leipzig oder deshalb, weil Geschäftsführer Noor Basha vor dem Spiel bei Sky erklärte: "Torsten Fröhling wird morgen das Training leiten, egal wie das Spiel heute ausgeht." Eher schon, weil er sich diesmal seinen vereinsinternen Kritikern wieder annäherte, indem er den neu verpflichteten Michael Liendl von Beginn an spielen ließ und Stephane Mvibudulu zumindest einwechselte.

Zudem könnte es Fröhling helfen, dass offenkundig mal wieder keine Einigkeit herrscht zwischen den Gesellschaftern: Weshalb sich Basha, Cousin des Investors Hasan Ismaik, unlängst (kurz nach einem ähnlichen Treueschwur für Fröhling) mit Peter Neururer traf, bleibt sein Geheimnis. Vereinspräsident Siegfried Schneider betonte daraufhin, Neururer sei keinesfalls ein Thema.

"Wir stehen hinter dem Trainer"

Die Mannschaft der Löwen, das wurde überdeutlich an diesem Sonntagnachmittag in Fröttmaning, möchte wesentlich lieber mit Fröhling weitermachen als mit Neururer oder sonst irgendwem. Das verwundert kaum, stammt doch fast die Hälfte des Kaders mittlerweile aus der Regionalliga-U21, in der die Spieler auch schon von Fröhling ausgebildet wurden. "Wir stehen hinter dem Trainer, und er steht hinter uns. Ich hoffe, dass er bleiben darf", sagte etwa Marius Wolf, der das 1:1 erzielt (8.) und das 2:2 durch Rubin Okotie (78.) vorbereitet hatte. "Wir sind zwei Mal zurückgekommen, haben uns nicht hängen lassen, das spricht für sich."

Fröhling selbst zollte "Hochachtung an meine Mannschaft für so eine Hingabe". Schon in der Anfangsphase musste man schließlich Sorgen haben, ob Sechzig überhaupt ein einziges Mal zurückkommen würde. Leipzig drückte und drückte, eine Flanke von Davie Selke verlängerte Kapitän Christopher Schindler unglücklich, Emil Forsberg durfte, von Gary Kagelmacher unbehelligt, einschieben (6.). Doch es dauerte nur zwei Minuten, bis sich Okotie völlig unerwartet über die rechte Seite durchsetzte - Leipzigs Willi Orban sah da ganz schlecht aus - und Wolf den Rückpass zum 1:1 nutzte.

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