2:0 in Darmstadt:Hamburgs erster Sieg

Darmstadt 98 - Hamburger SV

Fußball rustikal: Zwei Darmstädter (darunter Peter Niemeyer, oben) messen sich in der Luft mit dem Hamburger Michael Gregoritsch.

(Foto: Ronald Wittek/dpa)

Der HSV verlässt durch Treffer von Gregoritsch und Ostrzolek den letzten Tabellenplatz.

Michael Gregoritsch und Matthias Ostrzolek haben dem Hamburger SV den ersehnten ersten Saisonsieg beschert. Im Abstiegsduell beim SV Darmstadt 98 brachte der Österreicher Gregoritsch den HSV in der 30. Minute in Führung, Ostrzolek besorgte in der Schlussminute den 2:0-Endstand.

Dietmar Beiersdorfer, der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, freute sich: "Unsere Mannschaft war gut eingestellt und hat alles auf den Platz gebracht, was im Moment möglich ist. Unter dem Strich war es ein verdienter Sieg." In den letzten Spielen sei "eine Aufwärtstendenz" zu erkennen gewesen: "Wir treten mehr als Mannschaft auf. Ich hoffe, dass uns der Sieg wieder ein Stück weiter bringt. Es ist Erleichterung da, aber es fällt nicht viel Druck ab. Die Tabelle ist eng, und wir sind immer noch unten." Mit der Verpflichtung eines Sportdirektors noch in diesem Jahr rechnet Beiersdorfer nicht mehr: "Sollte nicht einer vom Himmel fallen, wird das nicht der Fall sein", sagte der 53-Jährige. Derzeit gäbe es keinen verfügbaren Kandidaten, der "in die Philosophie" des Vereins passe. Ein Interessent meldete am Sonntagabend öffentlich Interesse an. Der einstige HSV-Torwart Uli Stein sagte dem TV-Sender Sky: "Mich würde das schon reizen. Alleine aus dem Grund, weil wir uns aus der zweiten Reihe immer Urteile anmaßen, ohne selbst in der Verantwortung zu sein. Ich würde gerne mal die Chance kriegen, um zu zeigen, ob ich es wirklich besser kann. Wenn man sich mit dem Verein nicht einlässt, mit wem dann. Es ist nach wie vor ein Traditionsverein. Es ist mein Verein, ich bin ja beim HSV groß geworden. Das wäre sensationell." Auch bei Darmstadt gab es Personaldebatten. Präsident Rüdiger Fritsch vermied nach der Niederlage ein klares Bekenntnis zu Trainer Norbert Meier. "Wir werden die Sache jetzt erst einmal sacken lassen", sagte Fritsch. Die Lilien kassierten die fünfte Niederlage nacheinander. Der Darmstadt-Boss zweifelte allerdings auch daran, ob "diese Reflexe" im Fußballgeschäft dem "Verein Darmstadt 98" wirklich helfen würden. Er verstehe den Unmut der Fans, die nach der Partie lautstarkt "Meier raus!" gerufen hatten. "Es ist aber nicht opportun, den ersten emotionalen Reaktionen der Fans Folge zu leisten", sagte Fritsch. Meier selbst äußerte zur Reaktion der Fans: "Wir haben es immer gerne, wenn applaudiert wird. Aber auch, wenn Menschen meinen, ihren Unmut äußern zu müssen, ist das für mich in Ordnung." Norbert Meier hatte die Hamburger Leihgabe Sven Schipplock nicht im Kader, zudem fehlte Änis Ben-Hatira. Der Mittelfeldspieler ist nach Vereinsangaben angeschlagen, war zuletzt aber in die Schlagzeilen geraten, weil er sich für eine äußerst umstrittene islamische Organisation engagiert hatte.

© SZ vom 05.12.2016 / dpa
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