1860-Niederlage gegen Bochum:Gute, aber bescheidene Vorsätze

Lesezeit: 3 min

VfL Bochum v 1860 Muenchen  - 2. Bundesliga

Alles gegeben, keine Punkte: Sechzigs Linksverteidiger Maximilian Wittek (rechts) müht sich akrobatisch gegen Bochums Onur Bulut.

(Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty)

Nur zwei Punkte aus fünf Spielen: Der TSV 1860 verliert gegen Bochum. Trainer Torsten Fröhling hat Glück, dass der Verein die Ziele drastisch gesenkt hat.

Von Markus Schäflein

Der fünfte Spieltag ist schon so manchem Trainer zum Verhängnis geworden, besonders eilige Verantwortliche des Fußballbetriebs sehen ihn offenbar als erste Grenzlinie. Das neueste Beispiel stammt aus der zweiten Fußball-Bundesliga: Union Berlin schasste am Feiertag der Panischen seinen Trainer Norbert Düwel nach vier Punkten aus fünf Spielen - und beim Ligakonkurrenten TSV 1860 München sorgte diese Maßnahme für einiges Aufsehen.

Zum einen ist den Löwen das krasse Missverhältnis zwischen Erwartungshaltung (Aufstieg!) und Möglichkeiten (naja!) bestens bekannt, das oft in seltsamen Maßnahmen mündet. Und zum anderen haben sie sich in dieser Saison ganz fest vorgenommen, durch den Verzicht auf höhere Ziele genau diese Situation unbedingt zu vermeiden. Sie hatten vor dem Auswärtsspiel beim VfL Bochum am Montagabend selbst erst zwei Punkte aus vier Spielen geholt.

Das Spiel endete dann 0:1 (0:0) durch einen Treffer von Simon Terodde. "Das war heute ein sehr starker Gegner. Ich kann meiner Mannschaft nur den Vorwurf machen, dass sie kein Tor geschossen hat", sagte 1860-Trainer Torsten Fröhling - nach nunmehr nur zwei Punkte aus fünf Spielen. Gesteigerte Sorgen muss er sich aber keine machen: Er hat die Mannschaft auf den Weg gebracht, ihr eine Struktur gegeben; das war auch beim VfL Bochum wieder zu besichtigen.

Allerdings nur in der ersten Spielhälfte. Bochums Trainer Gertjan Verbeek setzte - nach vier Siegen zum Start - zum fünften Mal in Serie auf die selbe Startelf: "Wenn du glücklich bist in einer Ehe, nimmst du dir auch keine neue Frau." Fröhling hingegen stellte im Vergleich zum 0:0 gegen jene Berliner auf zwei Positionen um. Für den verletzten Stephan Hain spielte der erst vor einigen Tagen verpflichtete Zugang Michael Liendl, was zu einer Anpassung des Spielsystems führte: Statt zwei Spitzen boten die Löwen Rubin Okotie als Angreifer und den früheren Düsseldorfer Liendl, 29, dahinter als Zehner auf.

"Er hat das Zepter ganz gut in die Hand genommen", lobte Fröhling: "Aber die Laufwege waren noch nicht so abgestimmt, dass er oft hinter die Abwehr passen konnte."

Aber es gab ja noch eine weitere Position neu zu besetzen: Den von den Vertragsverhandlungen angeblich verwirrten Jungspund Marius Wolf hatte Fröhling kurzerhand aus dem Kader gestrichen; aufgrund der Ehekrise spielte Stephane Mvibudulu aus der Regionalliga-U21, der im Pokal gegen Hoffenheim (2:0) bei den Profis debütiert hatte, erstmals von Anfang an. Und noch eine dritte Premiere gab es zu bestaunen: Erstmals traten die Blauen in den neuen grünen Auswärts-Leibchen an.

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