1860 München:Weshalb sich 1860 von Sportchef Kreuzer trennte

Lesezeit: 3 min

Oliver Kreuzer

Hat er dem 1860-Investor zu oft widersprochen? Oliver Kreuzer

(Foto: dpa)

Der TSV 1860 München holt in Thomas Eichin einen neuen Sportchef. Unter anderem, weil sein Vorgänger Oliver Kreuzer Investor Hasan Ismaik zu oft widersprochen haben soll.

Von Philipp Schneider

Von einem Projekt ist nun wieder die Rede beim TSV 1860 München. Welch schönes, weil bedeutungsschweres Wort. Ein Projekt, verrät der Duden, ist eine "[groß angelegte] geplante oder bereits begonnene Unternehmung", oder zumindest ein "[groß angelegtes] Vorhaben". Selbst wenn einer die in Klammern gesetzte Größe gedanklich ausblendet, so bleibt noch immer übrig, dass hier jemand etwas plant, vorhat, oder gar mit etwas begonnen hat. Nur was genau projektiert eigentlich der Münchner Fußball-Zweitligist?

Er "glaube an dieses Projekt" wird Thomas Eichin, der neue Sportchef von 1860, in einer Mitteilung am Donnerstag zitiert. Und möglicherweise wusste Eichin gar nicht, dass die Existenz dieses Projekts, in das er eingeweiht ist, noch gar nicht mit der Welt geteilt wurde. Keiner weiß, seit wann es dieses Projekt gibt. Und erst recht kann niemand sagen, weshalb Oliver Kreuzer nicht länger Teil dieses Projekts sein darf. Fest steht nur: Kreuzer musste weichen, für Eichin, den ehemaligen Manager des Erstligisten Werder Bremen und jetzt also: den Projektmanager von 1860.

Auch am Tag nach den erstaunlichen Personalentscheidungen wollte sich kein Vereinsvertreter öffentlich äußern zu den Gründen für die Freistellung von Kreuzer, der sich in den acht Monaten bei Sechzig nichts zu Schulden kommen ließ. Offiziell darf bei Sechzig ja nicht mehr über die Hintergründe wichtiger Personalentscheidungen geredet werden. Seit im Mai ein sogenannter Strategie-Ausschuss ins Leben gerufen wurde. Acht Personen sitzen in dem Gremium, jeweils vier Vertreter von Vereins- und Investorenseite.

Probleme zwischen Ismaik und Kreuzer

Seit der Schaffung dieses Kabinetts wähnt sich Hasan Ismaik offenkundig am lange verfolgten Ziel seiner Sehnsucht, im Organigramm seiner Fußballfirma einen Ort geschaffen zu haben, an dem er die im Kooperationsvertrag verankerten Prinzipien von 50+1 aushebeln kann. Nötig wäre das kaum gewesen.

Weil seit der Wahl von Peter Cassalette zum Präsidenten kein einziger Konflikt überliefert ist, den Vereinsvertreter mit ihrem einzigen Financier ausgetragen hätten. Wer zahlt, schafft an, heißt es neuerdings aus dem Bauch des Löwen. Und zwischen Ismaik und Kreuzer soll eben "die Chemie" nicht länger gestimmt haben.

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