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1860 München:"Verdammt breite Brust"

Geschaeftsfuehrer Guenther Gorenzel beobachtet das Training GER, Training TSV 1860 Muenchen, Fussball, 3.Bundesliga, Sai

"Wir haben nichts mehr zu verlieren, gar nichts." - Günther Gorenzel.

(Foto: Marcel Engelbrecht/Eibner/imago)

Neue Rollenverteilung bei den Löwen vor dem Aufstiegs-Endspurt: Geschäftsführer Gorenzel gibt sich forsch, Trainer Köllner warnt vor Kaiserslautern.

Von Christoph Leischwitz

Es kommt selten vor, dass sich Günther Gorenzel offensiver anhört als Michael Köllner, normalerweise überlässt der Geschäftsführer des TSV 1860 München dem Trainer gerne die Kampfansagen. Nun aber, vier Spieltage vor Saisonende, war das anders: Vor dem Heimspiel an diesem Dienstagabend gegen den 1. FC Kaiserslautern (19 Uhr, Grünwalder Stadion) sagte der 49-Jährige, dass man "mit verdammt breiter Brust" die verbleibenden Spiele angehen werde. Denn: "Wir haben nichts mehr zu verlieren, gar nichts." Wer damit nur gewinnen kann, ruft eben gerne den Aufstiegskampf aus.

Die drei Mannschaften, die derzeit an der Spitze der dritten Fußball-Liga stehen, seien mit einem größeren Etat und ergo auch mit einer größeren Erwartungshaltung in die Saison gestartet, stichelte Gorenzel. "Uns erwartet ein schweres Spiel", gab zwar Köllner zu bedenken, der außerdem meinte, dass man erst nach Schlusspfiff wisse, mit wem man sich wirklich auf Augenhöhe befinde. Doch immerhin hat der FC Ingolstadt, der momentan zwei Punkte vor den Löwen steht, auf dem Papier das deutlich schwerere Spiel, auswärts beim Zweiten Rostock - Lautern wiederum braucht dringend Punkte im Abstiegskampf. Den Sechzigern stehen außer den Langzeitverletzten alle Spieler zur Verfügung.

­Die Spieler dürfen auf dem kurzen Weg von der Geschäftsstelle zum Stadion offenbar mit distanzierter Fan-Unterstützung rechnen, in finanzieller Form ist das bereits geschehen: Nach zwölf Tagen habe der Verein bereits 6000 Jahreskarten für die kommende Saison verkauft. Das Spiel gegen Kaiserslautern dient zugleich als Spendenaufruf für zwei Jungen aus Oberhaching, die an Ostern ihre Eltern verloren hatten. Die Einnahmen aus dem Verkauf des 12.-Mann-Tickets gehen an die Aktion des Onkels der Kinder, eines Sechzig-Fans.

© SZ/lein
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