Im Kern ändert sich mal wieder gar nichts. Der TSV 1860 München ist die Mannschaft mit der längsten Serie in Sachen Drittliga-Zugehörigkeit, und seit einigen Tagen gilt es als so gut wie sicher, dass Sechzig im Sommer in seine neunte Spielzeit gehen wird. Der Löwe wird zum Dino. Doch nach dem enttäuschenden 0:3 am Dienstag gegen den deutlich stärkeren Aufstiegsaspiranten Energie Cottbus hatte 1860-Trainer Markus Kauczinski gesagt: „Es wird Veränderungen geben“, zumal zahlreiche Verträge auslaufen.
Das Spiel am Sonntagabend, das sportlich weitgehend bedeutungslose Duell gegen Jahn Regensburg, könnte nun ein erster zaghafter Blick in die Zukunft gewesen sein. Denn Kauczinski wechselte die Startelf auf fünf Positionen durch, in Thore Jacobsen stand zu Beginn nur ein Spieler auf dem Feld, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft. Einer der auffälligsten Akteure beim 2:2 (1:2) war zudem der 20-jährige Samuel Althaus (Vertrag bis 2027), dem Kauczinski schon öfter vertraute.
Das 1:0 für Sechzig erzielte Sigurd Haugen (28., Vertrag bis 2027) mit seinem 13. Saisontreffer. Es entwickelte sich ein munterer, offener Schlagabtausch, mit teils kuriosen Szenen, etwa, als Regensburgs Benedikt Bauer aus drei Metern Entfernung den Ball über das Tor drosch (34.). Kurz vor der Pause fiel der verdiente Ausgleich durch einen Kopfball von Leo Mätzler (42.), und vor dem Seitenwechsel die Führung für die Gäste: Zunächst klärte Jahn-Keeper Felix Gebhardt sensationell einen Kopfball von Max Reinthaler an die Latte, im Gegenzug traf Philipp Müller zum 1:2 (45.+1), gegen einen verärgerten Thomas Dähne, der vor wenigen Tagen seinen Vertrag bis 2028 verlängert hatte.
Thore Jacobsen verschoss einen Elfmeter
Es blieb kurios: Jacobsen verschoss zum ersten Mal als Sechziger einen Elfmeter; Gebhardt hatte diesen gegen Florian Niederlechner verschuldet (55.). Der Ausgleich gelang dann aber doch noch, dank Haugens 14. Saisontor nach einer perfekten Althaus-Flanke (81). Ein Sieg der Heimelf wäre verdient gewesen. „Ich bin gerade sehr enttäuscht“, sagte der Norweger Haugen, denn den Aufstiegskampf hatte er erst jetzt, nach dem Remis gegen Regensburg, endgültig abgeschrieben. Der Angreifer machte aber klar, dass er in München bleiben will – auch Mitspieler wie Manuel Pfeifer halten ihn für „heiß begehrt“.


