1860 München:Die gefürchtete "Amateurfalle"

Die "große Sorge" der neun Kandidaten sei nun die "drohende Amateurfalle", in die 1860 geraten könne, sagt Ruhdorfer. "Wenn man weiß, dass 2019 die positive Fortführungsprognose des ehemaligen Geschäftsführers Markus Fauser endet. Wenn man weiß, dass jederzeit Darlehen fällig gestellt werden können. Und wenn man weiß, dass es keine Antworten auf wichtige Fragen gibt, dann kann einen das schon sorgen."

Letztlich, das wird schnell klar, läuft es auf der Mitgliederversammlung auf eine Kampfabstimmung hinaus zwischen den Vertretern des "Teams Profifußball" und den Unterstützern des gegenwärtigen Präsidiums um Robert Reisinger. Reisinger steht dem eigenen Bekunden nach zwar ebenfalls ein für den Profifußball, will diesen bekanntlich aber mit den Mitteln einer "schwäbischen Hausfrau" erreichen. Eine schwäbische Hausfrau, das muss man wissen, finanziert ihren Haushalt nicht mit Fremdmitteln und sie macht auch keine weiteren Schulden bei ihrem Hauptgesellschafter.

Das "Team Profifußball", beteuert Ruhdorfer, werde im Falle seiner Wahl mit dem gegenwärtigen Präsidium selbstredend "eng zusammenarbeiten". Das Amt des Präsidenten stehe ja schließlich nicht zur Wahl. Dennoch sind die neun Kandidaten mit der Politik der gegenwärtigen Führung nicht sonderlich einverstanden. "Belegt ist nur die Nadelstichpolitik, die führt zu nichts, das werden wir sicher anders machen", sagt Ruhdorfer.

"Der Hauptgesellschafter wird nicht aufgeben, das hat die jetzige Führung falsch eingeschätzt." Weil nicht im Block gewählt wird, ist es denkbar, dass es einzelne aus dem Team in den Verwaltungsrat schaffen und andere nicht. Auch dann würden die Gewählten "ihrer Verantwortung nachkommen".

Zunächst muss der Wahlausschuss des TSV 1860 den Kandidaturen zustimmen. "Es ist definitiv so, wir werden als Gefahr wahrgenommen", sagt Ruhdorfer, betont aber: "Das wird schon schwierig, uns abzulehnen."

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