bedeckt München 18°
vgwortpixel

1860 München:Grüße nach La Manga

Trainingslager des TSV 1860
(Foto: Stefan Matzke/sampics)

Während die Mannschaft in Spanien trainiert, spricht Daniel Bierofka erstmals über seinen Abschied vom TSV 1860 München.

Während sich die Mannschaft des TSV 1860 München mit ihrem neuen Trainer Michael Köllner am späten Sonntagabend im Flugzeug nach Spanien befand, trat der frühere Trainer Daniel Bierofka erstmals seit seinem Rückzug wieder im Fernsehen auf - um die Gründe seines Abschieds zu erläutern. "Das war ein längerer Prozess, dass ich gemerkt habe, dass es zwischen mir und den Verantwortlichen, den handelnden Personen, einfach keine Basis mehr gibt und dass keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich ist", erklärte Bierofka in der Sendung Blickpunkt Sport im Bayerischen Fernsehen.

Um welche handelnden Personen beim Giesinger Fußball-Drittligisten es sich handelte, sagte er nicht konkret, womöglich hätte die Aufzählung auch einige Zeit in Anspruch genommen: "Ein Trainer braucht einen gewissen Rückhalt, und den habe ich einfach nicht mehr gespürt." Mit Präsident Robert Reisinger hatte Bierofka ein Nicht-Verhältnis: "Wir hatten in den zweieinhalb Jahren eher weniger Austausch, es gab nicht so viele Berührungspunkte." Näher am Profifußball war gemäß der Aufgabenteilung der Vizepräsident Hans Sitzberger, der im Gegensatz zu Reisinger auch jetzt wieder mit nach La Manga gereist ist. Wesentlich intensiveren Austausch hatte Bierofka da schon mit dem Investor. "Ich war Angestellter der KGaA, Hasan Ismaik ist Mehrheitsgesellschafter der KGaA, also war er im Endeffekt mein Chef und wollte informiert werden. Ich habe das in einem respektvollen Austausch gemacht", sagte er. Der Verein brauche "wieder eine Perspektive", findet Bierofka, und er sieht sie offenbar nicht im ausgegebenen Konsolidierungskurs: "Es gibt viele Problemfelder, die zu lösen sind, und das geht aus meiner Sicht nur zusammen. Das war von Beginn an mein Statement. Auch wenn ich mich da an einen Punkt begeben habe, wo ich angreifbar war - weil ich sehr der Seite von Hasan Ismaik zugerechnet wurde, was überhaupt nicht stimmt."

Köllner (links im Bild, mit Noel Niemann) legt seinen Fokus derweil nicht auf das Klima zwischen den Gesellschaftern, sondern auf das Klima in der Mannschaft. Er kündigte an, im Trainingslager in La Manga "einiges für unseren Teamspirit" tun zu wollen. "Wenn jeder mit jedem kann, profitierst du am Ende auch im Spiel", weiß Köllner. "Das Zusammenleben ist immer das Schwierigste." Das musste auch Daniel Bierofka erleben. Dass jeder mit jedem konnte, konnte man zu seinen Zeiten am Ende jedenfalls nur noch schwerlich behaupten.

© SZ vom 14.01.2020
Zur SZ-Startseite