bedeckt München

1860 München gegen St. Pauli:"Gekämpft hat die Mannschaft"

Nun stellte sich die Frage, wie die Sechziger auf den Rückstand reagieren würden; diese taktische Herausforderung hatte sich dem Team ja zuletzt nicht allzu oft gestellt. Und man musste feststellen: Sie machten es schlecht. Zwar hatten die Löwen wie schon im ersten Durchgang mehr Ballbesitz, nun allerdings gegen die kompakten Hamburger überhaupt keine Torchancen mehr.

"Gekämpft hat die Mannschaft und versucht, das Blatt zu wenden", sagte Funkel, "aber dazu waren wir einfach nicht in der Lage. Wir hatten nicht die klaren Möglichkeiten, unbedingt ein Tor machen zu müssen." Schon in der ersten Hälfte seien es ja eher "halbherzig herausgespielte Chancen" gewesen. Auch Bobby Wood, der in der 66. Minute als zweiter Stürmer für Bülow gekommen war, vermochte nicht zu helfen. Der verletzte Rob Friend als Stoßstürmer-Option wurde nun arg vermisst.

Vereinzelte Pfiffe mischten sich bei mittlerweile kühlen Temperaturen in die Anfeuerungsrufe. Die besseren Chancen hatte St. Pauli: Rzatkowski (53.) und der eingewechselte frühere Sechziger Sebastian Maier (69.) scheiterten an Torwart Gabor Kiraly; dann traf ein Freistoß von Maier den rechten Pfosten(75.).

Es kam, wie es zu erwarten war - einmal durften die Hamburger ihre Konterstärke gegen aufrückenden Münchner noch unter Beweis stellen. Nach einem weiten Schlag von Christopher Buchtmann zog Bartels auf der linken Seite an Volz vorbei - und sicherte den Sieg mit einem Traumtor in den entfernten Winkel (81.). Damit standen nun nicht die Löwen auf dem dritten Rang - sondern der FC St. Pauli. Und das war verdient - denn in einem nicht allzu spektakulären, aber intensiven Spitzenspiel hatten sich die Hamburger als die reifere Mannschaft mit der besseren individuellen Qualität erwiesen.

So lange die Sechziger das kompakte Funkel-System spielen können, wirkt das alles brauchbar - doch wenn sie das Spiel machen und kreativ werden müssen, sieht es nach wie vor mühsam aus. Der Trainer mochte dennoch nicht grollen: "Die Mannschaft hat ja nicht so schlecht gespielt, dass man sagen kann, sie hat grottenschlecht gespielt."

© SZ vom 17.12.2013/resi
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema