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1860 München:Einiger Gesprächsbedarf

(Foto: Toni Heigl)

1860 gewinnt im Toto-Pokal in Dachau erst im Elfmeterschießen.

Spiel des Jahres für die einen, lästige Pokalpflicht für die anderen: Egal wie man das Totopokal-Achtelfinale zwischen dem Bayernligisten TSV 1865 Dachau und dem Drittligisten 1860 München einordnen wollte, lockte die Partie immerhin 2489 Zuschauer am frühen Dienstagabend in das Stadion an die Dachauer Jahnstraße. Die sahen eine müde Partie, die am Ende einen verdienten, aber glücklichen Sieger hatte: Der TSV 1860 München buchte nach torlosem Spielverlauf mit einem dem 6:5 im Elfmeterschießen das Viertelfinale im bayerischen Verbandspokal und sollte nun angesichts des Gebotenen die Zeit in der Länderspielpause nutzen, um weiter an der Form zu arbeiten. Trainer Daniel Bierofka wollte seine Spieler nach dem letzten Schuss von Dachaus Sebastian Brey - der den Ball in Uli-Hoeneß-Manier mittig über die Querlatte gedroschen hatte - "nicht in den Keller treiben", da dies "jetzt auch nichts nützt". Seine Miene verriet allerdings, dass er höchsten Gesprächsbedarf sieht, vorerst "nehme ich das jetzt so hin".

Angesichts des nominell klar unterlegenen Gegners beließ Bierofka seine prominentesten Spieler vorerst auf der Bank, so konnten die Offensivkräfte Sascha Mölders und Timo Gebhart sich lange der milden Dachauer Abendsonne erfreuen. Will man etwas Positives für den Drittligisten erkennen, dann bleibt wohl zuvorderst die Nervenstärke der Elfmeterschützen: Daniel Wein, Markus Ziereis, Felix Weber, Gebhart, Mölders und Kristian Böhnlein verwandelten allesamt sicher. Dabei war Dachaus Torhüter Maximilian Mayer der beste Akteur der Gastgeber - im Elfmeterschießen aber war er absolut machtlos.

Die Strategie der Gäste von der Grünwalder Straße war so einfach wie vorhersehbar. Die Löwen setzten den Gegner von Beginn an mit aggressivem Pressing unter Druck und drängten auf ein frühes Tor. Aber mehr als zwei gute Chancen durch Ziereis wollten den Münchnern in der ersten Halbzeit nicht gelingen, beide Male war TSV-Keeper Mayer zur Stelle. Die Löwen dominierten die Partie zwar nach Belieben, kombinierten letztlich aber zu wenig zielstrebig um den dicht gestaffelten Dachauer Abwehrriegel herum.

65-Spielertrainer Fabian Lamotte war dementsprechend stolz auf sein Team, das gezeigt habe, wie gut "wir defensiv zusammenspielen können". Nach der Pause erhöhten die Löwen den Druck, brachten außer einem gefährlichen Kopfball und einem Weitschuss jeweils von Leon Klassen wenig Nennenswertes zustande. Als der eingewechselte Gebhart in der Schlussminute nur das Außennetz traf, war auch die beste Torchance der Löwen dahin.

Immerhin war der Shootout von hoher Qualität, denn Alexander Weiss, Robin Volland, Merlin Höckendorff, Nikolaus Grotz und Mario Maric verwandelten sicher für Dachau. Höhepunkt war der Elfmeter von Maric, der Löwen-Keeper Marco Hiller verlud und den Ball wie einst Antonin Panenka zum 5:5 ins Tor lupfte. Doch dann beendete Brey mit seinem Fehlschuss Dachaus Abend des Jahres.