TSV 1860 München:Widersprüchlicher könnten Stellungnahmen kaum sein

Sollte der Investor auf seinen sechs Forderungen aus jenem Briefwechsel bestehen, der der SZ vorliegt, wird es eine Drittligazukunft jedenfalls nicht geben. Er wünscht: Erstens die Verlegung von Kompetenzen aus dem paritätisch besetzten Beirat der KGaA in den Aufsichtsrat, in dem er die Mehrheit besitzt (nur teilweise möglich). Zweitens die partielle Abschaffung des Weisungsrechts des e. V. an den KGaA-Geschäftsführer (gar nicht möglich). Drittens die Übertragung der Jugendabteilung aus dem e.V. in die KGaA (im Verein äußerst umstritten).

Viertens fordert Ismaik einen "hinreichenden Nachweis, dass die Gemeinnützigkeit des e.V. gesichert ist". Sichern ließe sich diese allerdings gerade dann, wenn die KGaA Sachwerte, etwa eine Immobilie oder Fußballplätze, an den e.V. abgibt. Die e.V.-Vertreter antworteten hierauf, sie hätten ihre Lösungsvorschläge "dem jeweiligen Geschäftsführer (...), zuletzt im Oktober 2016 Herrn Gerges bzw. im Dezember 2016 Herrn Power bzw. Anfang Mai 2017 Herrn Ayre" mitgeteilt, sie warteten aber "bis heute leider auf eine Antwort". Ismaik wiederum erklärte: "Auch hier hat der e.V. anerkannt, dass dieses Problem ausschließlich sein Fehler ist und dass er es allein lösen muss." Widersprüchlicher könnten die Stellungnahmen der beiden Gesellschafter kaum sein.

Fünftens fordert Ismaik eine "Neuverhandlung des Servicevertrages zwischen der KGaA und dem e.V.", dessen vorgesehene Zahlungen von der KGaA an den e.V. zuletzt nicht mehr geleistet wurden. Und sechstens eine "Rückübertragung aller Marken und Rechte, die im Jahr 2013 unter suspekten Umständen (...) an den Verein zurückübertragen wurden". Es handelt sich dabei laut dem Antwortschreiben der Vereinsvertreter um die Marken "Turn- und Sportverein von 1860 e.V." und "TSV München von 1860 e.V." - diese seien "Anfang der 2000er Jahre versehentlich mit ausgegliedert" und unter Übergangspräsident Hep Monatzeder auf Wunsch der e.V.-Mitglieder rückübertragen worden. Ismaik meinte, es seien noch andere Marken übertragen worden. "Die Einnahmen aus diesem Bereich belaufen sich (...) auf maximal 15 000 Euro im Jahr", teilten die e.V.-Vertreter mit, "sollen wir uns dem Willen der Mitglieder widersetzen für einen vergleichsweise niedrigen Betrag?"

An diesem Freitag geht es jedenfalls erst einmal um elf Millionen. Ismaik erklärte überraschend, es gebe "keinerlei Kontroverse über unsere Wünsche", die Führung des e.V. habe es bloß "bisher nicht geschafft, (...) zu reagieren oder Ergebnisse zu liefern". Ismaik erklärte zudem: "Die einzige Kontroverse zwischen den Parteien ist hinsichtlich des Zeitrahmens."

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