1860 München:Der Rasen ist schuld

TSV 1860 München

1860-Investor Hasan Ismaik findet, dass der Rasen "mitentscheidend" war für die Niederlage der Löwen in Berlin.

(Foto: Andreas Gebert/dpa)
  • Nach der 0:2-Niederlage bei Union Berlin klagt 1860-Investor Hasan Ismaik über "die katastrophalen Platzbedingungen im Stadion an der Alten Försterei".
  • Der Rasen in Berlin war erst im Januar neu verlegt worden, zudem war er vom Dauerregen am Vortag aufgeweicht.
  • Derweil protestieren die 1860-Ultras in Berlin mit Transparenten gegen einen Verkauf weiterer KGaA-Anteile an Ismaik.

Von Markus Schäflein

In der Fröttmaninger Arena hat der Fußball-Zweitligist TSV 1860 München zuletzt sieben Mal hintereinander nicht verloren, unter Trainer Vitor Pereira seit der Winterpause gar alle drei Partien gewonnen. Auswärts hingegen stehen nun nach dem 0:2 am Freitagabend bei Union Berlin sieben Niederlagen in Serie zu Buche, dazu kommt das verlorene Pokalspiel in Lotte. Auf der Suche nach Erklärungen hat Investor Hasan Ismaik, der in Berlin auf der Tribüne weilte, offenbar festgestellt, dass die Plätze anderswo in der zweiten Liga nicht so gut sind wie in der Champions-League-tauglichen Heimspielstätte.

Über seine Facebook-Seite ließ er mitteilen, dass "die katastrophalen Platzbedingungen im Stadion an der Alten Försterei mitentscheidend" gewesen seien: "Unsere Spieler sind - wie schon beim Pokal-Spiel in Lotte - im wahrsten Sinne des Wortes ausgerutscht. Sie waren auf so einen Acker nicht vorbereitet, auch weil wir trotz eines strengen Winters in München tagtäglich bessere Trainingsplätze an der Grünwalder Straße vorfinden." Er wäre der Deutschen Fußball-Liga "sehr dankbar, wenn alle Vereine aus Fairnessgründen angehalten werden, für eine ordentliche Spielfläche zu sorgen", erklärte Ismaik. "Das soll unsererseits keine Ausrede, sondern ein Denkanstoß sein." Der Rasen in Berlin war erst im Januar neu verlegt worden, zudem war er vom Dauerregen am Vortag aufgeweicht.

Die Ultras protestieren gegen den Verkauf weiterer Anteile

Trainer Pereira mochte sich mit Botanikanalysen aber nicht aufhalten. "Wir waren heute teilweise nicht wettbewerbsfähig", meinte er, "uns hat für unsere Spielidee die Aggressivität und Mentalität gefehlt." Seine Spielidee, das pressingintensive 3-4-3, war im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (2:0) über 70 Minuten sehr gut zu erkennen, diesmal wieder - mit unveränderter Startaufstellung - eher selten.

Den Winterzugängen gelang wenig, insbesondere Christian Gytkjaer im Sturmzentrum trat angesichts mangelnder Zuspiele kaum in Erscheinung. Was auch am Gegner lag, der seinerseits presste. "Wir sind auf eine sehr gute Mannschaft getroffen", stellte Pereira fest, "wir konnten uns nicht genügend wehren. Wir müssen es gegen St. Pauli wieder deutlich besser machen." In der Tat kommt dem Spiel am Samstag (13 Uhr) große Bedeutung zu. Dann müssen die Löwen den achten Heimsieg in Serie schaffen, um ihren komfortablen Abstand auf die Abstiegsplätze aufrechtzuerhalten.

Dann werden die Ultras in der Fankurve nicht aktiv sein - sie boykottieren bekanntlich die Arena. Investor Ismaik wird es nicht unrecht sein: Schließlich protestierten sie in Berlin mit Transparenten gegen einen Verkauf weiterer KGaA-Anteile an Ismaik. "99 Prozent für unsern Fußball. 99 Prozent gegen Anteileverkäufe. 50+1 bleibt!", war zu lesen. Hierzu nahm Ismaik in seiner Facebook-Nachricht keine Stellung.

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