11 Freunde:Steinwürfe im "Döner-Cup"

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7. Ein anderes Eintrachtspiel geriet weitaus weniger hitzig. Andreas Hornung war einer der Eintracht-Anhänger, die 1995 zum Intertoto Cup in die bulgarische Stadt Plowdiw reisten. "Wir flogen nach Sofia. Von da aus ging es mit dem Mietwagen inklusive Dolmetscher nach Plowdiw, schließlich brauchten wir jemanden, der uns alles übersetzen konnte. Wir waren genau sechs Eintracht-Fans im Block."

8. Für die Spieler des FC Karl-Marx-Stadt wäre der Ausflug zum Intertoto-Cup-Spiel in Budapest beinahe sehr teuer geworden. Die Spieler hatten Bierflaschen im Waschbecken bei laufendem Wasser gekühlt und waren dann zum Einkaufsbummel in die Stadt gegangen. Dummerweise lösten sich daraufhin die Etiketten und verstopften den Abfluss. Als die Spieler zurückkehrten, stand das Hotelzimmer schon unter Wasser.

9. Der Intertoto Cup 1965/66 geriet zu einem Stelldichein der DDR-Mannschaften. Gleich vier Mannschaften, Empor Rostock, Chemie Leipzig, Motor Jena und der SC Leipzig. Letzterer gewann dann auch das Turnier, allerdings dann schon unter neuem, sehr fortschrittlichem Namen: Lokomotive Leipzig.

10. Die drakonischste Strafe gegen einen UI-Cup-Teilnehmer sprach die Uefa gegen den polnischen Klub Legia Warschau aus. Dessen Anhänger hatten 2007 während des Spiels beim litauischen Vertreter Vėtra Vilnius randaliert, Sitze, Fluchttore und transportable Toiletten wurden demoliert und Polizisten mit Eisenstangen bedroht. Nach 45 Minuten wurde die Partie abgebrochen, Warschau wurde für zwei Jahre für alle europäischen Wettbewerbe gesperrt.

11. Nicht immer herrscht großer Jubel, wenn die Qualifikation für den UI-Cup näher rückt. Manch ein Spieler sieht durch den Sommerpausen-Pokal langfristig geplante Aufenthalte in Ferien-Resorts gefährdet. So wie Simon Rolfes, der in der letzten Saison angesichts einer nicht enden wollenden Schwächeperiode seiner Leverkusener unkte: "Wir sind uns bewusst, dass wir dabei sind, unseren Urlaub zu verspielen. Ganz klar: So droht der UI-Cup." So gesehen haben die Leverkusener noch mal Glück gehabt.

12. Noch deutlicher wurde eigentlich nur noch Ailton. Der hatte sich nach dem Wechsel zum FC Schalke das Diktum des Schalker Managers Rudi Assauer zu eigen gemacht, der den UI-Cup gerne als "Döner-Cup" verunglimpfte. "Entweder kommt Schalke direkt in den Uefa-Cup oder gar nicht. Auf den UI-Cup habe ich keine Lust", zitierte ihn die Sportbild. "Der UI-Cup gehört abgeschafft. Kein Fußballer mag diesen Wettbewerb." Später, als er dann tatsächlich im UI-Cup ran musste, relativierte er: "UI-Cup ist nicht schön. Doch auf Schalke ist das nicht so schlimm. Weil da die Hütte voll und wahnsinnige Stimmung ist!" So wirklich überzeugt klang das noch nicht.

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