Süddeutsche Zeitung

1. FC Union:Ende der Kruse-Krise

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Gegen den FSV Mainz 05 holt der 1. FC Union Berlin den ersten Sieg nach drei Niederlagen in Serie.

Von Javier Cáceres, Berlin

Wenn Plakate eine Realität wiedergeben, dann hatten die Fans des 1. FC Union die vielen Trennungen des laufenden Spieljahres wohl schon vor der Partie gegen den FSV Mainz 05 überwunden. "Unser Vertrauen gilt denen, die da sind", stand auf einem Banner, das an der Gegentribüne prangte. Vis-à-vis des Spielertunnels: "In Union we trust". Wer nicht mehr da ist? Robert Andrich, der zu Saisonbeginn nach Leverkusen ging, Marvin Friedrich und Max Kruse, die im Winter nach Gladbach respektive Wolfsburg überliefen; vor ein paar Tagen kündigte Grischa Pröml an, im Sommer nach Hoffenheim gehen zu wollen. Doch siehe: Der Rest rechtfertigte das Vertrauen der Fans. Durch ein 3:1 gegen Mainz, das die sogenannte Kruse-Krise beendete.

Drei Spiele ohne Sieg und ohne eigenes Tor hatte Union zuletzt aneinandergereiht; die Kruse-Flaute war nach sieben Minuten beendet. Nach einer Hereingabe von der Grundlinie versuchte sich Dirk Gießelmann mit einer Direktabnahme; nachdem sein Schuss im Mainzer Abwehrwald hängen blieb, landete der Nachschuss von Genki Haraguchi im Netz. Drei Minuten lang studierte Schiedsrichter Bastian Danckert die Szene, weil Pröml möglicherweise im Abseits lag, dann beglaubigte er das Tor zur 1:0-Führung. "Irregulär", wetterte der Mainzer Sportdirektor Martin Schmidt noch in der Halbzeit, den Gedanken, warum das Tor nicht zurückgenommen wurde, versehe er mit "hundert Fragezeichen."

Union ist nur noch drei Punkte vom Saisonziel entfernt

Das größere Problem der Mainzer war letztlich, dass sie gehörig auf dem Schlauch standen, und bis zum Treffer von Delano Burgzorg keinen Schuss aufs Tor brachten. Das war allerdings erst in der 90. Minute - als Mainz wegen der gelb-roten-Karte gegen Dominik Kohr nur noch zu zehnt spielte und Union bereits mit 3:0 führte, weil Sheraldo Becker sich zum Protagonisten der Partie aufschwang. Erst traf er selbst, durch einen Schlenzer mit rechts von der linken Seite, der Kruse alle Ehre gemacht hätte (56.). Dann legte er für Taiwo Awoniyi auf, der sein erstes Tor seit Anfang Dezember markierte.

Mit dem Vortrag seiner Mannschaft war Urs Fischer zwar erst ab der zweiten Hälfte zufrieden. Aber es ging ihm weniger um die Kür als um die Pflicht. "Es ging heute vor allem um die Haltung, dass wir diese Situation so annehmen, wie sie ist, und das hat die Mannschaft toll gemacht", sagte der Schweizer. Rechtzeitig genug: Weniger vor dem Hintergrund des Saisonziels namens "40 Punkte", das nur noch drei Punkte entfernt ist; Union ist Tabellensiebter. Sondern weil am kommenden Dienstag das Pokal-Achtelfinale stattfindet, gegen den FC Sankt Pauli. Und solche Partien geht man nach einem Erfolgserlebnis durchaus besser an.

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