1. FC Nürnberg Haken dran

Zweite Pokalrunde für den 1. FC Nürnberg dank ihm: Mikael Ishak traf gegen den SV Linx zwei Mal an einem unruhigen Nachmittag für den Bundesligaaufsteiger.

(Foto: Patrick Seeger/dpa)

Nürnberg besteht seine erste Pflichtaufgabe im Pokal gegen den Fünftligisten SV Linx - und zeigt doch einige Unsicherheiten.

Michael Köllner gab sich trotz der nur knapp vermiedenen Pleite im DFB-Pokal gelassen und entspannt. Nein, sagte der Trainer des 1. FC Nürnberg, das Herz sei ihm nicht in die Hose gerutscht, als Adrian Vollmer vier Minuten vor dem Abpfiff das mögliche Siegtor für den kämpfenden Fünftligisten SV Linx auf dem Fuß hatte, aber etwas zu lange zögerte. Wie seine Spieler war der 48-Jährige am Samstag einfach froh, dass der Bundesligaaufsteiger mit dem mühevollen 2:1 (1:1)-Sieg in einem "typischen Pokalspiel" sein Ziel erreicht hatte: den Pflichtspielauftakt zu bestehen und in die zweite Runde zu kommen.

Denn im Gegenzug nach Vollmers Chance machte Mikael Ishak mit seinem zweiten Tor (88.) alles klar für die Franken, die danach möglichst schnell einen Haken an die Partie machen wollten. Der Start in der Fußball-Bundesliga am kommenden Samstag bei Hertha BSC sei ein "komplett anderes Spiel", sagte Köllner. "Man muss sich keinen Kopf machen, dass wir nicht startklar sind." Und doch gab der lange Zeit behäbige Auftritt vor 5600 Zuschauern im Kehler Rheinstadion, wohin der Dorfverein SV Linx ausgewichen war, zu denken: Erneut zeigte sich, dass Nürnberg spielerisch gegen sehr defensive Gegner schnell Probleme bekommt. "Im Spiel fehlte uns die letzte Konsequenz. Der Spielaufbau war nicht schlecht, aber ab 20 Meter vor dem Tor wurde es fahrig", sagte Abwehrspieler Tim Leibold. In der Bundesliga könnte sich dieses Problem allerdings relativieren, denn als Aufsteiger kann Nürnberg die Gegner das Spiel machen lassen und dann auf sein gutes Umschaltspiel setzen. In Kehl aber sagte Ishak: "Wenn der Gegner tief steht, ist es schwer." Wieder einmal war es der schwedische Nationalstürmer, der seine Mannschaft mit einem Doppelpack rettete. Neben dem Siegtor hatte er auch für die frühe Führung gesorgt (15.), der Linxer Marc Rubio glich allerdings nur wenige Minuten später mit einem umstrittenen Foulelfmeter aus (20.) - und sorgte damit für einen unruhigen Nachmittag der Nürnberger.

Dass nur Ishak traf, zeigt ein weiteres Thema auf, das in der Bundesliga zum Problem werden könnte: die ungenügende Chancenverwertung, die sich schon durch die Saisonvorbereitung zog. Zwar war der Sieg gegen die Amateure des südbadischen Pokalsiegers verdient, weil Nürnberg die Mehrzahl an Torgelegenheiten hatte - allerdings auch einige hochkarätige vergab. "Erstmal ist es gut, dass wir Chancen herausarbeiten. Aber wir müssen daran arbeiten, dass wir sie auch verwerten", sagte Kapitän Hanno Behrens.

Dabei mithelfen soll künftig der japanische Nationalspieler Yuya Kubo. Nürnberg leiht den 24 Jahre alten Angreifer vom belgischen Erstligisten KAA Gent für ein Jahr aus und besitzt anschließend eine Kaufoption. Vielseitig einsetzbar könnte Kubo der lange gesuchte Ersatz für den zu Werder Bremen gewechselten Offensivmann Kevin Möhwald werden. Sportvorstand Andreas Bornemann sucht vor allem noch Verstärkungen für die offensiven Außenbahnen, um zu gewährleisten, dass die erste Bundesligasaison des 1. FC Nürnberg nach vier Jahren in der Zweiten Liga zum Erfolg wird: mit dem Klassenverbleib.