Frankenderby Fürth gegen NürnbergDer Fürther Absturz nimmt Konturen an

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Punkteteilung im Derby zwischen Fürth (links Doni Arifi) und den Nürnbergern mit Finn Becker.
Punkteteilung im Derby zwischen Fürth (links Doni Arifi) und den Nürnbergern mit Finn Becker. Harald Bremes/Imago
  • Die SpVgg Greuther Fürth kommt beim Frankenderby gegen den 1. FC Nürnberg nicht über ein 1:1 hinaus und bleibt auf Abstiegsplatz 17.
  • Fürth spielte eine überlegene erste Hälfte, konnte aber die Chancen nicht nutzen, während Nürnberg nach der Pause deutlich stärker wurde.
  • Für Fürth bleiben nur noch zwei Spiele gegen Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf, um den Abstieg in die Drittklassigkeit abzuwenden.
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Beim Frankenderby kommt die SpVgg Greuther Fürth gegen einen lange schwachen Club nicht über ein 1:1 hinaus. Der Abstieg ist nah, und die Partie zeigt einmal mehr, warum es bei den Fürthern nicht läuft.

Von Sebastian Leisgang, Nürnberg

Bislang ist man davon ausgegangen, dass der Computer der Deutschen Fußball-Liga eine kühle und berechnende Maschine ist. Dass er also, wenn er den Spielplan für die neue Saison erstellt, nüchtern seinen Dienst verrichtet. Und berücksichtigt, wer wem bei seiner Auswärtsfahrt auf einer Autobahnraststätte begegnen könnte, wann Helene Fischer ein Konzert gibt und wo die Polizei sonst noch überall gebraucht wird, wenn gerade ein Spieltag ansteht.

Jetzt weiß man: Der Computer denkt sogar noch viel weiter. Und: Er hat Sinn für Dramaturgie.

Am 32. Spieltag kommt der 1. FC Nürnberg zur SpVgg Greuther Fürth, schießt den Erzrivalen aus seinem eigenen Stadion und lässt ihn damit Richtung Drittklassigkeit taumeln. Das könnte die Idee gewesen sein, die der DFL-Computer im vergangenen Sommer hatte, als er das 276. Frankenderby fürs erste Mai-Wochenende ins Programmheft der Zweiliga-Saison 2025/26 schrieb. Eine ziemlich unanständige, gar böswillige Idee wäre das gewesen.

Aber dann kam die Realität dazwischen.

Für einen Tabellenvorletzten spielte Fürth am Sonntagnachmittag eine erstaunliche erste Hälfte. Wer die 90 Minuten im Nachgang aber vom Ergebnis her deutete, konnte es auch so sehen: Wer derart überlegen ist und trotzdem mit einem 1:1 in die Kabine geht, der kommt wie ein Absteiger daher. Tatsächlich bedurfte es nicht einmal einer allzu überzeugenden Nürnberger Mannschaft, um dem Fürther Absturz in die Drittklassigkeit mehr und mehr Konturen zu verleihen – dafür sorgte das Kleeblatt schon selbst.

Ein Auf und Ab wie das gesamte Fürther Spiel war schon das erste Tor des Nachmittags: Als Noel Futkeu getroffen hatte (13.), lag sich ganz Fürth in den Armen, dann dämmerte den Fans, dass der Linienrichter die Fahne gehoben hatte. Der Jubel verstummte – und setzte prompt wieder ein, als der Video-Assistent eingriff und das Tor doch noch Anerkennung fand. Die Nürnberger trugen nicht nur diesen Moment mit Fassung, sie wirkten in der ersten Hälfte auch sonst eher unbeteiligt und konnten selbst nicht so recht gewusst haben, warum es nach einem Treffer von Fabio Gruber 1:1 zur Pause stand (45.+3).

Beim FCN kann man sich ja nie ganz sicher sein, welcher FCN heute eigentlich wieder spielt. Ist es der, der zumindest an besonders guten Tagen das Zeug hat, auch gehobenen Ansprüchen zu genügen, und immer dann abliefert, wenn er abliefern muss? Oder ist es der, der ein bisschen vor sich hinkickt und dabei den Eindruck erweckt, selbst nicht so genau zu wissen, was er eigentlich will?

„Wenn’s ein bisschen lockerer wurde und um nichts mehr ging, haben wir ganz schlecht abgeliefert“, sagt Club-Trainer Klose

„Immer wenn Druck drauf ist“, hatte Nürnbergs Trainer Miroslav Klose vor dem Derby gesagt, „haben wir ganz ordentliche bis sehr gute Spiele gemacht. Wenn’s ein bisschen lockerer wurde und um nichts mehr ging, haben wir ganz schlecht abgeliefert.“

Das war also die zentrale Frage, die das Frankenderby aus Nürnberger Sicht interessant machte: Hat die Mannschaft den Schneid, auch in einer Partie abzuliefern, in der nicht gleich die ganze Existenz als Zweitligist auf dem Spiel steht, von der aber auch niemand, der noch bei Trost ist, ernsthaft behaupten würde, dass es um nichts geht? Dass die Fürther „auf Krawall gebürstet“ sein würden, hatte ihr Trainer Heiko Vogel schon vor dem Spiel angekündigt. „Für mich“, sagte er, „geht es um einen Titel.“ Damit war der Ton gesetzt. Und seine Mannschaft unterfütterte die Worte mit Taten – allerdings nur 45 Minuten lang.

Dann ließ Klose seine Mannschaft in der Kabine offenbar wissen, dass das Spiel schon läuft. Und als die Nürnberger in der zweiten Hälfte anfingen, an diesem Spiel teilzunehmen, waren sie obenauf und hätten gut und gerne durch Julian Justvan (57.) in Führung gehen können. Der Club spielte nun deutlich resoluter und gefälliger, von Fürth hingegen kam bis zu einer Großchance des eingewechselten Dennis Srbeny (78.) kaum noch etwas. Und so verharrt das Kleeblatt auf Rang 17. Jetzt geht es noch gegen Hertha BSC und – auch das eine Pointe des Spielplans – Konkurrent Fortuna Düsseldorf. Es sind die letzten Gelegenheiten, um den Abstieg noch abzuwenden.

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