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2. Liga:Trainer Canadi muss in Nürnberg gehen

Damir Canadi beim Spiel 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Nürnberg

Damir Canadis Aufenthaltsdauer bei 1. FC Nürnberg war von kurzer Dauer.

(Foto: dpa)

Beim Zweitligisten übernimmt vorerst U21-Coach Mintal. Liverpool spielt wegen Terminproblemen mit zwei unterschiedlichen Kadern im Liga-Pokal und bei der Klub-WM.

2. Bundesliga, Nürnberg: Der 1. FC Nürnberg hat auf seine Krise mit der Trennung von Trainer Damir Canadi reagiert. Der nach dem Abstieg verpflichtete Österreicher muss nach dem 1:3 des Fußball-Zweitligisten am Montagabend beim VfL Bochum gehen. Das teilten die Franken am Dienstag mit. Die sportliche Verantwortung übernimmt vorerst U21-Coach Marek Mintal.

"Wir haben uns nach der Rückkehr aus Bochum zusammengesetzt, die Situation selbstkritisch und ehrlich analysiert und sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass es der richtige Schritt ist, die Zusammenarbeit zu beenden", sagte Sportvorstand Robert Palikuca laut Mitteilung. Im Mai war der 49-jährige Canadi verpflichtet worden und sollte den Traditionsverein in seiner auf zwei Jahre datierten Amtszeit zurück in die Bundesliga führen. Canadi, der zuvor beim griechischen Erstligisten Atromitos Athen mit überschaubarem Budget erfolgreich gearbeitet hatte, war in Nürnberg der Nachfolger von Interimscoach Boris Schommers.

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FC Liverpool: Der Champions-League-Sieger wird im Dezember wegen Terminproblemen innerhalb von 24 Stunden mit zwei unterschiedlichen Teams im Liga-Pokal und bei der Klub-WM antreten. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp muss am 17. Dezember zunächst im Viertelfinale des heimischen Liga-Pokals bei Premier-League-Konkurrent Aston Villa spielen. Bereits am Tag darauf steht das Halbfinale bei der Club-Weltmeisterschaft in Katar an.

Liverpool wird deshalb zwei verschiedene Mannschaften in beiden Wettbewerben einsetzen, teilte der Verein am Dienstag mit. Gespräche über einen möglichen Ersatztermin waren zuvor ergebnislos geblieben. Klopp hatte zuletzt sogar damit gedroht, im Liga-Pokal nicht anzutreten, sollte es nicht zu einer Verschiebung kommen. Im Achtelfinale hatte Liverpool mit einer mit einigen Ersatzspielern verstärkten besseren Nachwuchsmannschaft den FC Arsenal nach einem spektakulären 5:5-Unentschieden mit 5:4 im Elfmeterschießen besiegt.

Europa League, Eintracht Frankfurt: Der Fußball-Bundesligist hat eine Verbotsverfügung der Stadt Lüttich heftig kritisiert, nach der Fans der Eintracht das Stadtgebiet des kommenden Europa-League-Gegners Standard Lüttich in der Zeit von Dienstagnachmittag bis Freitagmittag 12 Uhr nicht betreten dürfen. Die Partie des vierten Gruppenspieltags findet am Donnerstag statt.

"Pauschale und unbestimmte Aufenthaltsverbote für ganze Städte aus dem bloßen Anlass eines Fußballspiels ohne konkrete Gefährdungslage zu verhängen, ist rechtlich hochgradig fragwürdig und mit unserer Auffassung von einem gemeinsamen europäischen Rechtsverständnis völlig unvereinbar", sagte Eintrachts Vorstandsmitglied Axel Hellmann.

Der Ausschluss gilt auch für Eintracht-Anhänger, die im Besitz einer gültigen Eintrittskarte für die Partie sind. Den Gästeblock hatte die Europäische Fußball-Union Uefa vorab wegen wiederholter Verstöße der Eintracht-Zuschauer bei den vergangenen Europa-League-Spielen gesperrt.

Hellmann riet den Fans deshalb, "der Verfügung zu entsprechen. Wer das Spiel oder die Stadt dennoch besucht, läuft Gefahr, abgewiesen zu werden und den Heimweg antreten zu müssen." Rechtsmittel könne der Klub aufgrund "der Kürze der Zeit" nicht gegen die Entscheidung einlegen. Frankfurt muss auch beim letzten Gruppenspiel beim FC Arsenal (28. November) ohne seine Fans auskommen. Hellmann hatte zuletzt aber angekündigt, Einspruch gegen die Sanktion der Uefa einlegen zu wollen.

Bundesliga, 1.FC Köln: Der massiv in der Kritik stehende Trainer des kriselnden Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln hat für die Begegnung gegen die TSG Hoffenheim am Freitag einen klaren Auftrag von höchster Stelle erhalten. Beierlorzer soll "gemeinsam mit der Mannschaft gegen die TSG Hoffenheim die sportliche Wende schaffen", hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Vorstandes. Nach einer langen Sitzung sprachen die Gremien dem 51-Jährigen "das Vertrauen" aus.

Beierlorzer war erst im Sommer vom Zweitligisten Jahn Regensburg in die Domstadt gewechselt. Nach dem schwachen Saisonstart in der Liga und dem peinlichen Pokal-Aus beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken (2:3) steht er aber nun mächtig unter Druck. Zumal sein Fürsprecher Veh seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und den FC im Sommer verlassen wird. "Wir haben die Anforderungen an die neue Sport-Geschäftsführung herausgearbeitet und eine Personalberatung mit der Suche des Nachfolgers von Armin Veh beauftragt. Eine Vorauswahl von Kandidaten wurde bereits getroffen", teilte der Vorstand mit. Doch am Freitag geht es nun erst einmal um die Zukunft von Achim Beierlorzer.

Salif Sane, Schalke 04: Schalke 04 muss "drei bis vier Monate" ohne Salif Sane auskommen. Das teilte der Fußball-Bundesligist nach der erfolgreichen Operation des 29-Jährigen am Montag in Augsburg mit. Der Innenverteidiger steht Trainer David Wagner somit erst zur Rückrunde wieder zur Verfügung. Sane hatte sich beim 3:2 (1:1) beim FC Augsburg bei einem Zusammenprall mit Florian Niederlechner (5.) einen Korbhenkelriss des Außenmeniskus am linken Knie zugezogen. Kreuzband, Innen- und Außenband wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. "Es handelt sich um eine schwerwiegendere Verletzung, er wird längerfristig ausfallen", hatte Wagner bereits kurz nach der Begegnung gesagt. Die Schalker müssen bereits mehrere Wochen auf Innenverteidiger Benjamin Stambouli wegen eines Fußwurzelbruches verzichten.

Clemens Tönnies, Schalke 04: Die Denkpause geht zu Ende: Klub-Boss Clemens Tönnies kann noch in dieser Woche sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 wieder aufnehmen. Nach seinen rassistischen Äußerungen über Afrikaner im Sommer erklärte Tönnies am 6. August, sein Amt für drei Monate ruhen zu lassen. Die Frist endet am Mittwoch um 24 Uhr. Der 63-Jährige hatte bei einer Festveranstaltung zum "Tag des Handwerks" in Paderborn für einen Skandal gesorgt. Der Fleischfabrikant empfahl in einer Rede zum Thema "Unternehmertum mit Verantwortung - Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung" die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und sagte dabei: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Es folgte ein Aufschrei quer durch Politik und Gesellschaft.

Radsport: Die ehemaligen Radprofis Alexander Winokurow und Alexander Kolobnew sind des Korruptionsverdachts freigesprochen worden. Das Strafgericht im belgischen Lüttich befand am Dienstag, es gebe Zweifel daran, dass die beiden Sportler beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich am 25. April 2010 betrogen hätten, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Staatsanwaltschaft hatte dem heute 46-jährigen Winokurow aus Kasachstan vorgeworfen, seinem russischen Rivalen Kolobnew (35) den Sieg des Rennens für 150 000 Euro abgekauft zu haben. Sie stützte sich dabei auf E-Mail-Verkehr zwischen den beiden Sportlern sowie auf Überweisungen von je 100 000 und 50 000 Euro. Das Gericht befand nun in einer 25-seitigen Analyse, dass die vorgebrachten Punkte der Staatsanwaltschaft nicht als Beweise ausreichten.

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