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1. FC Köln steigt aus der Bundesliga ab:Rauchbomben zum Abschied

Durch ein 1:4 gegen den FC Bayern und das 3:1 von Hertha BSC gegen Hoffenheim steigt der 1. FC Köln zum fünften Mal aus der Bundesliga ab. Am Ende zieht schwarzer Rauch durch das Stadion, wegen einiger Chaoten unter den Kölner Fans pfeift der Schiedsrichter zu früh ab. Die Spieler flüchten in die Kabinen.

Ober er denn Kummer verspüre vor diesem letzten Spiel, in dem es um alles ging für Hertha BSC Berlin. "Nö, keineswegs", antwortete Otto Rehhagel, "ich lebe auf der Sonnenseite des Lebens." In seiner ganzen lebensphilosophischen Tiefe sprach der 73-Jährige natürlich die reine Wahrheit, denn der Beruf Bundesligatrainer beinhaltet im Vergleich zu vielen anderen Anstellungen tatsächlich viele Vorteile. Aber Herr Rehhagel, dennoch ging es doch hier und heute um alles! Um drei Punkte gegen Hoffenheim und seinen Vorgänger Markus Babbel. Um die Existenz des Erstliga-Fußballs in der Hauptstadt der Republik. "Berlin steht zu Hertha", hatte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit doch angekündigt.

1. FC Koeln - FC Bayern Muenchen

Chaoten, übernehmt ihr: schwarze Rauchschwaden zum Spielende in Köln.

(Foto: dapd)

Nun darf Berlin noch weitere zwei Partien zu ihrer Hertha stehen. Durch ein 3:1 gegen die TSG Hoffenheim rettet sich der Klub auf Platz 16 der Bundesliga, nun spielt er gegen den Dritten der zweiten Liga um den Klassenverbleib. Denn der 1. FC Köln verlor gegen den FC Bayern München 1:4, die Rheinländer steigen damit zum fünften Mal ab. Einige Fans zündeten am Ende mehrere Rauchbomben im Stadion in Müngersdorf, das Spiel musste nach 89:30 Minuten abgepfiffen werden und die Polizei auf dem Rasen laufen.

Angesichts der schwarzen Wolken unter dem Stadiondach sprach Kölns Trainer Frank Schaefer gleich mehrfach die Wahrheit, als er erklärte: "Es ist ein schwarzer Tag für jeden einzelnen." Und er verriet seine Wut, dass der 1. FC Köln nach den vielfachen Querelen in dieser Saison nun in Liga zwei geht: "Das ist ein unglaublich unnötiger Abstieg. Das ist für mich Wahnsinn, dass bei dieser Kraft und dieser Power, die hinter diesem Verein steht, wir heute absteigen." Lukas Podolski war nach dem Duschen kaum zu einer Stellungnahme fähig: "Das ist eine der bittersten Niederlagen für mich, das muss ich erst mal verdauen."

Die Emotionen hatten sich in beiden Stadien in zwei Personalien gebündelt. In Berlin kehrte Markus Babbel zurück. Der Trainer hatte die Berliner in die Bundesliga geführt, dann auch ins Mittelfeld der Tabelle, um im Winter nach einer fulminanten Schlammschlacht mit Manager Michael Preetz entlassen zu werden.

In Köln wünschte sich der gerade noch von einer Magen-Darm-Verstimmung genesene Podolski vor seinem letzten Bundesliga-Spiel in seiner Heimatstadt vor seinem Wechsel nach London, dass die Vereinshymne beim Einlaufen nicht vom Band gespielt sondern live gesungen werde. Der Klub kündigte an, seine Rückennummer zehn werde vorerst nicht mehr vergeben. Die Emotionen in Köln-Müngersdorf näherten sich schon da der Heul-Grenze an.

Die nächsten Tränen flossen in Köln dann nicht aus Wehmut, sondern aus einer Mischung aus Angst und Trauer. Denn es lief wirklich alles gegen die Rheinländer. Nach einer knappen Viertelstunde schlug in Berlin Änis Ben-Hatira einen Freistoß aus 35 Metern in den Strafraum, einige Spieler flogen knapp am Ball vorbei und irritierten Hoffenheims Torwart Tom Starke. So landete Ben-Hatiras Schuss im Netz - um 15.45 Uhr lag Hertha BSC schon auf dem Relegationsplatz 16.

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