bedeckt München
vgwortpixel

Heldt und Gisdol beim 1. FC Köln:Skepsis begleitet den Kölner Neustart

1. FC Köln - Vorstellung Gisdol und Heldt

Arbeitet jetzt für seinen Traumverein: Kölns neuer Sportchef Horst Heldt.

(Foto: dpa)
  • "Er brennt", sagt FC-Präsident über den neuen Trainer Markus Gisdol.
  • Die Rückkehr sei "ein Traum", sagt der neue Sportchef Horst Heldt.
  • Doch manche Fans zweifeln an der Eignung der beiden Hoffnungsträger.

Lächelnde Herren und eine lächelnde Dame, die Pressesprecherin Lil Zercher, enterten das Podium, Präsident Werner Wolf begrüßte jovial die Zuhörer ("Zuerst mal guten Mittag zusammen") und bedauerte dann die Abwesenheit von Sonnenschein. Das regnerische Grau vor der Tür passe nicht zum positiven Befinden im Geißbockheim. "Es ist eigentlich ein Tag, an dem man sich freuen sollte", meinte Wolf. Das Wort "eigentlich" ließ die Zweifel anklingen, ob tatsächlich alle Fans des 1. FC Köln diesen Dienstag als Freudentag betrachteten. In der Stadt herrscht ein Klima der Skepsis, daran ändert auch die amtlich verkündete Lösung des ersten Krisenfalls unter der Aufsicht des seit September amtierenden Präsidiums nicht viel.

Vermutlich, das weiß auch Wolf, hätte selbst bei Sonnenschein und Vogelzwitschern keine Freudenkundgebung der FC-Sympathisanten die Parade der Akteure begleitet, die zur Mittagszeit mit optimistischem Schwung vor den Reportern aufmarschierte. Vorneweg der Vorsitzende und seine Vizepräsidenten, dahinter der Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle - und im Gefolge jene beiden neuen Männer, die den auf Platz 17 festsitzenden Bundesliga-Aufsteiger in bessere Zeiten führen sollen: Horst Heldt, 49, als Sportchef und Nachfolger von Armin Veh; und Markus Gisdol, 50, als Nachfahre des vor zehn Tagen entlassenen Cheftrainers Achim Beierlorzer.

Bundesliga Frankfurter Abraham bleibt bis Jahresende gesperrt
DFB-Sportgericht

Frankfurter Abraham bleibt bis Jahresende gesperrt

Der Einspruch des Klubs wird abgewiesen. Luis Enrique ist wieder spanischer Nationalcoach, Hannes Wolf wird Trainer in Belgien.   Meldungen im Überblick

Heldt wird zunächst vom obersten FC-Beschlussorgan abgelehnt

Über Selbigen verlor die Runde im Laufe des Medientermins kein Wort, es genügt zu wissen, dass Beierlorzer zur nahezu gleichen Zeit beim Tabellenkonkurrenten FSV Mainz 05 als Lösung im Krisenfall präsentiert wurde. Diese Synchronität veranschaulicht die gehobene Nervosität im Bundesliga-Abstiegskampf.

Man habe sich "Zeit genommen", um die neue sportliche Führung zu engagieren, sagte Wolf, "das systematische Vorgehen ist am Ende belohnt worden". Just das methodische Verfahren war wegen seiner Vielstimmigkeit aber Gegenstand der Kritik und einer erstaunlichen Nachrichtenlage. Während externe Personalberater, der Finanzchef Wehrle sowie der kommissarische Sportchef Frank Aehlig nach Kandidaten für die vakanten Ämter fahndeten und nötige Vorgespräche führten, hielten im Geißbockheim Vertreter der zahlreichen Klubgremien noch zahlreichere Besprechungen ab. Seit der Trennung von Veh und Beierlorzer hätten die Arbeitstage morgens um acht begonnen und bis ein, zwei Uhr nachts gedauert, berichtete Wolf.

Eines der Ergebnisse der Beratungen unter den Feierabend-Funktionären bestand darin, dass man den Kandidaten Heldt nach seiner Vorstellung vor dem sogenannten "Gemeinsamen Ausschuss" - dem obersten FC-Beschlussorgan - erst mal ablehnte. Kein mehrheitlicher Rückhalt, hieß es. Drei Tage später saß er nun aber doch auf dem Podium, während der Präsident die Kölner Vergangenheit des neuen Sportchefs rühmte. Heldt, geboren im nahen Königswinter im Siebengebirge, hatte einst zehn Jahre beim FC gespielt und als junger Kerl schon auf dem Schoß des Nationalspielers Bernd Cullmann gesessen, wie er jetzt gern bestätigte. Erich Rutemöllers weltberühmten Satz "Mach et, Otze" habe er als Juniorprofi live erlebt, berichtete er auch.