4:1-Sieg gegen Tschechien Russische Elf hat noch einiges vor

Mit einer dominanten Vorstellung, sehenswerten Angriffen und spektakulären Toren besiegt Russland die schwachen Tschechen 4:1. Die Elf von Trainer Dick Advocaat untermauert damit, dass sie ein gar nicht so geheimer Favorit bei diesem EM-Turnier sein könnte.

Langsam trotteten sie über den Platz, einer kam an, ein zweiter, schließlich noch ein dritter. Roman Pawljutschenko jubelte also erst einmal ziemlich alleine dort vorne an der Eckfahne, seine Kollegen ließen sich Zeit, aber warum sollten sie sich nun auch noch beeilen?

Wanken, trotten, gemeinsam feiern: Die russischen Spieler nach einem ihrer vier Treffer gegen Tschechien.

(Foto: dpa)

Pawljutschenko hatten soeben das vierte Tor des Teams an diesem Abend erzielt, und es waren ja nur noch acht Minuten zu spielen. Es war der Schlusspunkt einer letztlich ziemlich dominanten Vorstellung der russischen Nationalmannschaft, 4:1 (2:0) besiegten sie Tschechien. Und nun gönnten sie sich eben noch die Entspanntheit des Souveräns.

Die Russen galten ja schon vor dem Turnier als Geheimfavorit auf den Titel, schließlich hatten sie wenige Tage zuvor Italien 3:0 besiegt. Außerdem ist da weiter die Erinnerung an die vergangene Europameisterschaft, bei der die russische Mannschaft mit enormer Dynamik bis ins Halbfinale gerannt war. In dem sicheren Gefühl ihrer eigenen Stärke ließen die Spieler von Trainer Dick Advocaat in den ersten Minuten auch erst einmal die Tschechen hin und her passen, fein sah das aus, gefährlich aber war es nicht.

Nach einer Viertelstunde hatten die Russen dann genug gesehen, sie schalteten sich nun selbst aktiv ins Spiel ein. Und wie: Alan Dsagojew passte nach rechts, Alexander Anjukow flankte, Alexander Kerschakow köpfelte den Ball an den Pfosten, Dsagojew verwandelte den Abpraller. 15 Minuten waren gespielt, und schon hatten die Russen genau die Ausgangssituation, die ihnen so liegt.

Listig lauerten sie nun auf einen Ballverlust der Tschechen, und in dieser Phase dauerte das nicht allzu lange. Sobald sie den Ball erobert hatten, eilten die russischen Spieler nach vorne, so schnell, als ob sie von einem Flitzebogen aufgespannt worden seien, viel zu schnell jedenfalls für die überforderten Tschechen. Bereits vier Minuten nach dem ersten Tor hätte erneut Dsagojew die Führung ausbauen können, der Ball rutschte ihm jedoch über den Spann.

Schläfrige tschechische Abwehr

Also warteten sie eben bis zur nächsten Gelegenheit: Kerschakow kam nicht an einen Pass von Andrej Arschawin, die gesamte schläfrige tschechische Abwehr aber auch nicht - Roman Schirokow lupfte den Ball elegant über den erneut chancenlosen Torwart Petr Cech (24.). "Wir haben teilweise guten Fußball geboten, müssen aber noch einige Fehler abstellen", sagte Advocaat.

Denn in der zweiten Halbzeit gingen die Russen zu fahrlässig mit ihrer Überlegenheit um. In der 52. Minute waren die Tschechen gar so frech, den Souverän mit dem Anschlusstreffer zu provozieren, Vaclav Pilar verwandelte nach einem schönen Zuspiel von Jaroslav Plasil.

Und die Russen wankten, zumindest kurzzeitig. Sie hatten weiter die besseren Chancen, aber sie vergaben sie alle, vor allem Kerschakow (64., 70.). Auf der anderen Seite konnte Torwart Jatschewlaw Malafejew den Ball nach einem Schuss vom Tomas Rosicky erst im Nachfassen kontrollieren, Milan Baros wartete bereits auf den Abpraller (75.). Den Sieg sicherte erst der zweite Treffer von Dsagojew (79.). Drei Minuten später trotteten die russischen Spieler dann auf Pawljutschenko zu, ganz entspannt. Sie haben ja noch einiges vor in diesem Turnier.

Prominente Ausfälle bei der Europameisterschaft

Schmerzhafte Verluste für die EM