Politiker und Fußball-Funktionär Früherer DFB-Chef Mayer-Vorfelder ist tot

  • Gerhard Mayer-Vorfelder ist im Alter von 82 in Stuttgart gestorben.
  • Mayer-Vorfelder war über Jahrzehnte hinweg Präsident des VfB Stuttgart. Als DFB-Präsident gelang es ihm, die Fußball-WM 2006 nach Deutschland zu holen.
  • Der amtierende DFB-Chef Niersbach würdigte "MV" als "prägende Figur des deutschen Fußballs".
  • Neben seiner Karriere als Sportfunktionär war Mayer-Vorfelder viele Jahre CDU-Minister in Baden-Württemberg.

DFB-Präsident Niersbach würdigt Mayer-Vorfelder

Der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder, ist am Montag in Stuttgart im Alter von 82 Jahren gestorben. Das teilten seine Familie und der DFB mit. "MV", wie Mayer-Vorfelder oft genannt wurde, war zudem über viele Jahre hinweg Präsident des Bundesligisten VfB Stuttgart. Er hinterlässt seine Ehefrau Margit und vier Kinder.

"Im Namen des DFB und auch ganz persönlich möchte ich seiner Frau Margit sowie seiner gesamten Familie mein tiefes Beileid aussprechen", wurde DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in einer Pressemitteilung des Fußballverbandes zitiert: "Mit Gerhard Mayer-Vorfelder geht eine prägende Figur des deutschen Fußballs." Er habe ihn in all den Jahren immer als "gradlinigen, entschlossenen und kompetenten Menschen" kennengelernt, der sich mit viel Engagement für den Sport eingesetzt und dabei immer die Bedürfnisse der Spieler im Blick gehabt habe.

Laufbahn Mayer-Vorfelders

"Ich war immer der, der ich war - mit allen guten und weniger guten Seiten", beschrieb "MV" sich einmal selbst.1975 putschte sich der frühere Mittelläufer des SV Waldshut an die Spitze des VfB Stuttgart - und blieb ein Vierteljahrhundert ein schillernder und bisweilen auch selbstverliebter Boss. "Ohne ihn würde es den Verein gar nicht mehr geben", sagte der ehemalige VfB-Trainer Jürgen Sundermann einmal. Bei seinem Weggang vom VfB 2000 hinterließ Mayer-Vorfelder allerdings einen Schuldenberg in Millionenhöhe.

Von 2001 bis 2006 war der am 3. März 1933 in Mannheim geborene Mayer-Vorfelder DFB-Präsident, von 2004 an gemeinsam mit Theo Zwanziger. Sein "Lebensziel" erreichte er nach eigenen Worten mit der Ausrichtung der WM 2006 im eigenen Land. Das Spiel um Platz drei gewann die DFB-Auswahl damals gegen Portugal - in Stuttgart. "Das war das Highlight in meinem Leben", erinnerte sich "MV" an dieses WM-Sommermärchen.

Vor seiner Laufbahn als Sportfunktionär war Mayer-Vorfelder viele Jahre hinweg in der baden-württembergischen Landespolitik tätig. So amtierte das CDU-Mitglied im Ländle unter anderem als Kultus- (1980 bis 1991) und Finanzminister (1991 bis 1998).

Machtmensch aus dem Ländle

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Bei all seinen Funktionen, sei es im Sport, sei es in der Politik, scheute er Auseinandersetzungen nicht. "Ich bin fast täglich im Schützengraben gestanden, um mich herum sind die Giftpfeile geschwirrt", sagte der Machtmensch und Multifunktionär einmal über seine alltäglichen Kämpfe.

In den vergangenen Jahren war es allerdings ruhig um den früheren DFB-Präsidenten geworden. Er zog sich aus der Öffentlichkeit zurück, auch aus gesundheitlichen Gründen. Für seine Leistungen wurde Mayer-Vorfelder unter anderem das Bundesverdienstkreuz verliehen. Zuletzt war er Fifa- und Uefa-Ehrenmitglied sowie nach seinem Ausscheiden aus dem Amt DFB-Ehrenpräsident.