1. FC Nürnberg Michael Meeske geht

Der Finanzvorstand verlässt den 1. FCN zum 31. Oktober. Er hatte beim Club noch viel vor, will aber wieder näher bei seiner Familie sein und geht nach Wolfsburg. Sein Nachfolger Niels Rossow kommt von Adidas.

Von Markus Schäflein

Finanzvorstand Michael Meeske beendet seine Tätigkeit beim 1. FC Nürnberg. Der Fußball-Bundesligist stimmte einer vorzeitigen Vertragsauflösung zum 31. Oktober zu. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Gerüchte um einen Abschied Meeskes gegeben, immer wieder auch Dementis. In der Sommerpause hatten die Wolfsburger Nachrichten vom Interesse des VfL Wolfsburg berichtet, und dorthin wird Meeske nun auch wechseln. Meeske hatte signalisiert, dass er sich wieder einen Arbeitsplatz in der Nähe seiner in Hamburg wohnhaften Familie wünschte.

Der 46-Jährige war im September 2015 vom FC St. Pauli zum 1. FCN gewechselt, er trieb die Konsolidierung des hoch verschuldeten Vereins voran und gab ihm ein seriöses Gesicht. "Michael Meeske war der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt", erklärte Aufsichtsratschef Thomas Grethlein zum Abschied. "Er hat dem 1. FCN in der fränkischen Wirtschaft und darüber hinaus wieder zu deutlich mehr Ansehen verholfen und sich um die Restrukturierung der Finanzen verdient gemacht." Vor drei Monaten hatte Meeske noch angekündigt, noch in diesem Jahr die Ausgliederung des Profifußballs in eine Kapitalgesellschaft umsetzen zu wollen. Sie müsste auf der Mitgliederversammlung, die im Oktober stattfindet, beschlossen werden; in Fankreisen gab es viel Widerstand.

Nun wird Meeske das Projekt wohl nicht zu Ende bringen - es wird aller Voraussicht nach gar nicht darüber abgestimmt. Stattdessen wird Meeske ein mit Gewinn abgeschlossenes Geschäftsjahr präsentieren und mit viel Applaus gehen. Am Dienstag gab der Club auch gleich Meeskes Nachfolger bekannt. Der neue kaufmännische Vorstand Niels Rossow, 41, war zuletzt 16 Jahre in verschiedenen Positionen für den Sportartikelhersteller Adidas tätig. Der gebürtige Nürnberger tritt zum 1. Oktober an. Rossow habe "durch seine frischen Ideen und couragierten wie engagierten Auftritte überzeugt", sagte Grethlein