1. FC Nürnberg Club verkündet Gewinn

Der scheidende Finanzvorstand Michael Meeske und Nachfolger Niels Rossow bei der Mitgliederversammlung.

(Foto: imago/Zink)

Der Bundesliga-Aufsteiger Nürnberg reduziert im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Schulden und verabschiedet Finanzvorstand Michael Meeske.

Es war ein Abend, an dem es viel Applaus gab. Beim 1. FC Nürnberg kam das in der Vergangenheit bei Mitgliederversammlungen eher selten vor. Diesmal aber erhoben sich die mehr als 1100 Anwesenden sogar für einen Mann von den Sitzen, der zur Konkurrenz wechselt: Für Michael Meeske, bislang Finanzvorstand.

Meeske, 46, hatte sich den Applaus aber auch mehr als verdient. Innerhalb von drei Jahren gelang es ihm, einem Sanierungsfall wieder eine Perspektive zu geben. Erstmals seit dem Abstieg vor vier Jahren machte der Club im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder einen Gewinn von 2,7 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten wurden um 3,4 Millionen Euro gesenkt - auf freilich immer noch 17,4 Millionen Euro.

Bei aller Freude über die positive Entwicklung der Finanzen, bei aller Freude auch über die gefeierte Aufstiegsmannschaft: Nicht zuletzt Sportvorstand Andreas Bornemann wies darauf hin, dass lediglich ein Etappenziel erreicht worden sei. Jetzt gehe es darum, "den Club mittel- und langfristig in der Bundesliga zu etablieren". Erforderlich sei dafür jedoch auch frisches Geld, denn: "Widerstandsfähigkeit wird nicht reichen."

Um voranzukommen, müsste der Club also die Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern, für die sich Meeske eingesetzt hatte. Ein heikles Thema, das am Mittwochabend nicht direkt angesprochen wurde, aber stets präsent war. Etwa, als Meeske den Mitgliedern berichtete, es gebe schon eine Art Übereinkunft mit "drei, vier vermögenden Privatpersonen", darüber hinaus bestünde Kontakt zu einem in Nürnberg ansässigen "großen, regionalen Unternehmen".

Eine mögliche Ausgliederung voranzutreiben, fällt künftig in den Aufgabenbereich von Meeskes Nachfolger Niels Russow. Der ehemalige Adidas-Manager machte gleich deutlich: Damit nach der Phase der Konsolidierung nun eine Phase des Aufschwungs beginnen könne, "brauchen wir mehr finanzielle Mittel". Eine Ausgliederung könnte frühestens 2019 beschlossen werden: 75 Prozent der Mitglieder müssten zustimmen.