2. Bundesliga Stürmerloses 1860 zu naiv

Geschimpft, aber verloren: Daniel Adlung und der TSV 1860.

(Foto: dpa)
  • Mit einer Garde junger Spieler erleben die Münchner gegen Sandhausen einen Tiefschlag im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga.
  • Darmstadt holt wichtigen Punkt im Aufstiegsrennen.
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Der SV Darmstadt 98 und der 1. FC Kaiserslautern als schärfste Verfolger von Tabellenführer FC Ingolstadt traten am 24. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga auf der Stelle. Im Hessenderby kam Darmstadt beim FSV Frankfurt über ein 1:1 (0:0) nicht hinaus, eine Nullnummer gab es beim Gastspiel der Roten Teufel bei Union Berlin. Darmstadt und der FCK belegen mit jeweils 42 Punkten die Ränge zwei und drei. Ingolstadt (48) hatte bereits am Freitag mit 3:0 (0:0) bei Erzgebirge Aue gewonnen. Im dritten Sonntagsspiel unterlag 1860 München gegen den SV Sandhausen mit 2:3 (1:1). Die Löwen stecken damit als Tabellen-Fünfzehnter (22) tief im Abstiegskampf fest.

1860 München erhielt nach einem kleinen Zwischenhoch im Abstiegskampf einen weiteren Rückschlag. Während München nach seiner siebten Heimpleite in dieser Saison nach wie vor nur einen Punkt vor Relegationsplatz 16 und Abstiegsplatz 17 liegt, dürfte Sandhausen nach seinem vierten Auswärts-Dreier und zehn Zählern Vorsprung auf die Gefahrenzone aus dem Gröbsten heraus sein.

Vor 17.100 Zuschauern machten Andrew Wooten (7.), Manuel Stiefler (47.) und der frühere Münchner Nicky Adler (52.) den Erfolg der Gäste perfekt. Gary Kagelmacher (33.) hatte für die Sechziger zwischenzeitlich zum 1:1 ausgeglichen. Kagelmacher (90.+1) sorgte auch für den Endstand. Gegen effektive Sandhäuser fiel 1860 nicht viel ein. Im Sturm fehlte ohne den verletzten Top-Torjäger Rubin Okotie die nötige Durchschlagskraft, in der Abwehr leisteten sich die Löwen zahlreiche Schnitzer. Nach dem 1:1 durch Kagelmacher bestimmte München mal eine knappe Viertelstunde bis zur Pause das Geschehen, nach dem Doppelschlag für Sandhausen kurz nach der Pause war es bei den Hausherren aber schnell wieder mit der Herrlichkeit vorbei. Bester Münchner war Kagelmacher. Bei den Kurpfälzern ragten Stiefler und Aziz Bouhaddouz heraus.

Darmstadt 98 hat einen weiteren wichtigen Punkt im Aufstiegsrennen gesammelt. Das Führungstor für die Gastgeber vom FSV Frankfurt erzielte der slowenische Nationalspieler Zlatko Dedic in der 65. Minute. Im mit 12 542 Zuschauern ausverkauften Frankfurter Volksbank Stadion traf Jérôme Gondorf (76.) nur wenig später für Darmstadt. In einer von vielen Fouls unterbrochenen ersten Halbzeit hatte der FSV die besseren Chancen. Mario Engels (15.), Edmond Kapllani und Tim Golley (36.) kamen im Strafraum zum Abschluss, scheiterten jedoch an Darmstadts Torhüter Christian Mathenia. Die Gäste tauchten erst von der 61. Minute an gefährlich vor dem Frankfurter Tor auf. Zunächst traf Jérôme Gondorf die Querlatte, dann vergab Marco Sailer aus fünf Metern (64.). Im direkten Gegenzug legte Frankfurts Vincenzo Grifo für Dedic auf, der aus zehn Metern die Führung markierte.

Der 1. FC Kaiserslautern hat indes zwei wichtige Punkte liegen gelassen. In der Tabelle rangiert der FCK (42 Zähler) nach dem 0:0 bei Union Berlin punktgleich mit Darmstadt weiter auf Rang drei. In einem an Höhepunkten armen Spiel konnten die Gäste vor 20 842 Zuschauern an der "Alten Försterei" ihre größeren Spielanteile nicht in Tore umwandeln. "Eisern" Union büßte nach vier Heimsiegen nacheinander erstmals wieder im eigenen Stadion Punkte ein. Union-Trainer Norbert Düwel hatte überraschend die bisherige Nummer eins, Daniel Haas, durch Mohamed Amsif ersetzt. Der Ex-Augsburger bekam wenig zu halten, erst nach der Pause konnte er sich gegen Lauterns Karim Matmour zweimal auszeichnen. Zuvor hatte nur Philipp Hofmann eine Torgelegenheit. Die Gastgeber konzentrierten sich vor allem auf eine kompakte Defensive. Mit 31 Punkten bleibt Union als Tabellen-Zwölfter im Mittelfeld stecken. Offensiv entwickelten die Berlinern ohne den verletzten Sören Brandy keine Torgefährlichkeit.

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