2. Bundesliga Kiel sichert die Relegation, Düsseldorf feiert, sechs Teams zittern

Freude in Düsseldorf.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Holstein Kiel spielt in der Relegation um den Aufstieg in die Bundesliga
  • Im Tabellenkeller müssen Fürth, Braunschweig, Aue, Darmstadt, aber auch noch Dresden und Heidenheim zittern.

Holstein Kiel darf nach wie vor vom Durchmarsch in die Fußball-Bundesliga träumen. Der Aufsteiger sicherte sich durch ein 1:1 (0:0) bei Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf Relegations-Platz drei und kann am kommenden Sonntag beim Saison-Finale gegen Eintracht Braunschweig zumindest schon eine fantastische Saison feiern, nachdem die Teilnahme an den beiden Entscheidungsspielen gegen den Drittletzten der Bundesliga vorzeitig perfekt gemacht wurde.

"Das ist etwas ganz Besonderes, was die Jungens geleistet haben. Jetzt nehmen wir es, wie es kommt und äußern keine Wünsche. Dann schauen wir mal, was am Ende dabei herauskommt", sagte Kiels Trainer Markus Anfang, der im Sommer zu Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln wechselt, nach dem Abpfiff bei Sky.

Düsseldorf musste durch das Remis Platz eins an Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg abtreten, kann aber zum Abschluss kommenden Sonntag mit einem Sieg beim Club seine zweite Zweitliga-Meisterschaft nach 1989 perfekt machen. "Natürlich wollen wir die Felge. Das wäre der perfekte Abschluss der Saison", äußerte Fortuna-Coach Friedhelm Funkel, der auf einer speziellen Bühne gemeinsam mit seinem Team nach dem Abpfiff von den Fans gefeiert wurde. Die Fortuna-Anhänger hatten zuvor den Rasen geflutet. Benito Raman hatte die Gastgeber in der 75. Minute in Führung geschossen, zwei Minuten später traf der in der Zweitliga-Torjägerliste führende Marvin Ducksch mit seinem 18. Saisontreffer zum Ausgleich.

Fürth und Braunschweig zittern, Darmstadt mit 3:0 gegen Regensburg

Greuther Fürth steht mehr denn je vor dem Absturz in die Drittklassigkeit. Die Franken kamen in der 2. Fußball-Bundesliga am Sonntag nicht über ein 2:2 (1:0) gegen den MSV Duisburg hinaus und stehen damit einen Spieltag vor dem Saisonende auf dem direkten Abstiegsplatz 17. Kapitän Marco Caligiuri (45. Minute) hatte Fürth vor 12 380 Zuschauern in Führung gebracht, bevor Borys Tashchy (62.) und Cauly Oliveira Souza (64.) die Partie mit einem Doppelschlag drehten. Obwohl Sebastian Ernst (75.) der Ausgleich gelang, rutschte Fürth hinter Darmstadt. Am letzten Spieltag muss die Spielvereinigung in Heidenheim antreten und dort zwingend punkten.

Der SV Darmstadt 98 hat im Abstiegskampf dagegen einen Riesenschritt gemacht. Die "Lilien" gewannen am Sonntag 3:0 (1:0) bei Jahn Regensburg und sprangen dadurch am vorletzten Spieltag von einem direkten Abstiegsplatz auf den rettenden 14. Tabellenrang. Joevin Jones (29.), Dong-Won Ji (68.) und Tobias Kempe (73.) bescherten Darmstadt vor 15 210Zuschauern den zweiten Sieg nacheinander und bereits das zehnte Spiel in Serie ohne Niederlage. Trotz des klaren Resultats war dieser Erfolg jedoch auch glücklich, da Regensburg allein zu Beginn der zweiten Halbzeit dreimal den Pfosten traf.

Der FC Ingolstadt hat sein letztes Auswärtsspiel der Saison gewonnen und muss sich keine Sorgen mehr um den Klassenverbleib machen. Die Oberbayern setzten sich am Sonntag mit 2:0 (0:0) bei Eintracht Braunschweig durch. Nach einem Riesenpatzer von Braunschweigs Torwart Jasmin Fejzić brachte Robert Leipertz die Gäste vor 21 400 Zuschauern in der 56. Minute in Führung. Stefan Kutschke erhöhte elf Minuten später auf 2:0. Damit war die Partie entschieden. Die Gastgeber mühten sich zwar, wirkten aber völlig verunsichert.

Eintracht Braunschweig droht der Absturz in die Drittklassigkeit. Die Niedersachsen verloren am 33. Spieltag das wegweisende Spiel gegen den FC Ingolstadt mit 0:2 (0:0) und stehen damit eine Runde vor Saisonende auf Relegationsplatz 16. Das Team von Trainer Torsten Lieberknecht, der vor dem Spiel von den Fans mit einer großen Choreo für zehn Jahre als Trainer geehrt wurde, blieb am Sonntag im sechsten Spiel am Stück sieglos und muss nun am letzten Spieltag bei Holstein Kiel unbedingt punkten. Hinter der Eintracht befindet sich Greuther Fürth punktgleich auf dem 17. Platz.

In der Schlüsselszene des Tages leistete sich Braunschweigs Keeper Jasmin Fejzić einen kapitalen Fehler. Der Schlussmann rannte nach einem Abschlag des gegnerischen Torwarts aus seinem Kasten und bekam die Situation nicht richtig geklärt. Der Ball kam stattdessen zu Gegenspieler Robert Leipertz, der keine Mühe hatte, aus etwa 30 Metern in das leere Tor einzuschießen (56. Minute). Ingolstadt wurde stärker und belohnte sich durch das Tor von Stefan Kutschke (67.). Von Braunschweig kam danach quasi nichts mehr.Mit ihrer Choreo "Treue lässt ihn unsterblich werden" hatten die Fans Coach Lieberknecht schon vor den 90 Minuten geehrt - und gerührt. Die Niedersachsen waren in einer durchwachsenen Partie zunächst auch die aktivere Mannschaft, es kam nur nichts dabei herum. Die einzige nennenswerte Gelegenheit vergab im ersten Durchgang Stürmer Domi Kumbela (37.), dem der Ball versprang.

In der zerfahrenen Partie wurde es nach dem Wechsel leicht besser - und prompt führte Ingolstadt, nachdem sich Fejzić mit seinem versuchten Volleyschlag weit außerhalb seines Strafraums den bezeichnenden Fehler leistete. Braunschweig agierte über weite Strecken hilflos und ohne Selbstbewusstsein. Ein siebtes Spiel in Serie ohne Sieg könnte am kommenden Sonntag in Kiel sogar den direkten Abstieg bedeuten.

Auch Heidenheim und Dresden müssen noch zittern, könnten sogar noch direkt absteigen, müssten sich am letzten Spieltag aber jeweils hohe Niederlagen leisten, um noch in Gefahr zu geraten.

2. Bundesliga "Das Werk ist geschafft"

Nürnberg steigt in die Bundesliga auf

"Das Werk ist geschafft"

Nach vier Jahren in der Zweitklassigkeit kehrt der 1. FC Nürnberg in die erste Liga zurück. Der Club macht sich damit zum Rekord-Aufsteiger - dabei verlief die Saison nicht ohne Rückschläge und Abgänge.   Von Christoph Ruf