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Kloster Beuerberg: Neuanfang hinter alten Mauern

Kloster Beuerberg wird zum Ort für Kultur, Begegnung und Besinnung - mit Zimmern, Ausstellungen und Gastronomie

Kloster Beuerberg: Neuanfang hinter alten Mauern

Teile des generalsanierten Klosters Beuerberg sind bereits eingeschränkt zugänglich. Die Öffnungszeiten von Kloster und Restraurant sind Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Noch vor wenigen Jahren war das Leben im Kloster Beuerberg geprägt von dem stillen Alltag der Ordensschwestern der Salesianerinnen, die hier lebten, beteten und arbeiteten. Heute haben sich die historischen Mauern zu einem offenen Ort für alle gewandelt: mit Ausstellungen, Gästezimmern, Tagungsräumen, Gastronomie und einer neuen Idee von klösterlicher Gastfreundschaft. Kloster Beuerberg zeigt beispielhaft, wie sich historische kirchliche Gebäude erfolgreich einer neuen Nutzung zuführen lassen. Eine Aufgabe, der sich die Kirche angesichts sinkender Ordenszahlen und alternder Gemeinschaften immer öfter stellen muss.

Ein Ort der Inspiration, nicht nur für Gläubige

Rund 43 Millionen Euro hat die Erzdiözese München und Freising in die Generalsanierung investiert. Seit 2021 wurde der denkmalgeschützte Gebäudekomplex mit viel Fingerspitzengefühl restauriert und neu gedacht. „Das war schon eine Hausnummer“, gestand Christoph Kürzeder bei einem Rundgang. Der Direktor des Diözesanmuseums Freising war zugleich für die Bauleitung des Großprojekts zuständig. In enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz wurden Einbauten aus der Zeit der 1970er-Jahre entfernt und die ursprüngliche Raumstruktur des alten Klosters aus dem 18. Jahrhundert wiederhergestellt. Die einstigen Zellen der Schwestern sind heute 25 komfortable Gästezimmer mit klösterlichem Flair (Preise für ein Doppelzimmer um die 140 Euro), dazu gibt es weitere 23 Zimmer im Josefstrakt gegenüber. Verschiedenste Tagungszimmer entstanden, die alle ein Stück Klostergeschichte erzählen - vom „Beuerberger Stüberl“ mit alten Biedermeiermöbeln über eine ehrwürdige Bibliothek bis zum Schulzimmer mit Schulmöbeln der 1930er-Jahre.

Unternehmen aus der Region

Kloster Beuerberg hat eine 900-jährige Geschichte. Augustiner-Ordensleute errichteten hier einst ein Chorherrenstift, bevor Mitte des 19. Jahrhunderts die Salesianerinnen einzogen. Sie gaben 2014 das Kloster auf, und die Erzdiözese München und Freising erwarb den Gebäudekomplex, um gerade auch für kirchliche Gruppen ein Tagungs- und Übernachtungsangebot in der Erzdiözese zu schaffen. Aber nicht nur: Kloster Beuerberg will Menschen mit verschiedensten Hintergründen ansprechen: Kulturinteressierte, Tagungsgäste, Familien, Einzelreisende, Urlauber und Suchende. Auch wer nur im Refektorium auf einen Imbiss einkehren oder die Ausstellung besuchen will, ist ebenfalls willkommen.

Noch ist nicht alles geöffnet, aber es ist schon vieles erlebbar

Noch befindet sich das Haus in der sogenannten „Trainingsphase“, wie Kürzeder sagt. Der offizielle Vollbetrieb soll im Herbst starten. Probleme bereitet derzeit noch der Josefstrakt, wo undichte Abwasserleitungen geflickt werden müssen. Deshalb ist dieser Gebäudeteil noch nicht geöffnet. Derzeit ist das Kloster aber schon donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr für Besucher offen. Dann kann man im ehemaligen Refektorium essen, im Klostergarten spazieren oder die Ausstellung im Erdgeschoss über das einstige Klosterleben besuchen. Auch der „Tugendautomat“, ein bei Besuchern beliebtes Relikt aus den vergangenen Sonderausstellungen, steht wieder bereit: Für eine Münze zieht man sich in Billetform die „Ruhe des Geistes“ oder eine andere „Tugend des Tages“.

Unternehmen aus der Region

Die Wiederbelebung des Klosters ist geprägt von der Idee, das Erbe der Ordensschwestern zu bewahren und zugleich neue Nutzungen zu ermöglichen.

Der Klosterhof wurde nach historischem Vorbild und der ursprünglichen Ziegelfarbe der Fassade wiederhergestellt. Die schlossartigen Kugelbäume mussten weichen. Der Speisesaal ist ganz dem einstigen Refektorium nachempfunden. Bei der hauseigenen Gastronomie spielt die Klosterküche eine besondere Rolle: Sie verarbeitet vorrangig regionale Produkte und baut selbst Gemüse und Kräuter im Klostergarten an. Auch die Backstube wurde wieder in Betrieb genommen - als Hommage an die klösterliche Selbstversorgung. „Essen im Kloster ist mehr als Nahrungsaufnahme - es ist Gemeinschaft“, betonte Christoph Kürzeder.

Schon jetzt verändert sich viel im Ort Beuerberg. Die Klosteröffnung zieht Besucher an, schafft Arbeitsplätze und bringt neue Impulse in die Region. Geplant ist auch eine Abendgastronomie. Führungen durch das ganze Haus sollen folgen. Wer sich auf diesen Ort einlässt, kann viel entdecken: über klösterliches Leben, aber auch über die Werte einer Gesellschaft.

Susanne Hauck


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