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„Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester müsste es öfter im Jahr geben“

Die oberbayerische Kabarettistin und Autorin Franziska Wanninger über Feste daheim, woanders und den Spaß am nicht Perfekten

„Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester müsste es öfter im Jahr geben“

Das strahlende Lächeln ist ein Markenzeichen von Franziska Wanninger. Damit verpackt sie auch gekonnt die eine oder andere Breitseite, gibt aber auch eigene Schwächen preis-sehr zum Vergnügen des Publikums. Fotos: Josepha & Markus Wagner

Die kennt die kleine und die große weite Welt: Franziska Wanninger wuchs auf einem Einödhof im Altöttinger Landkreis auf, machte sich aber auch schon auf den Weg, um in Los Angeles Schaupiel zu lernen. Seit 2011 steht die Kaberettistin und Autorin auf den Bühnen hierzulande und begeistert das Publikum mit selbstgeschriebenen Programmen. Davon kann man sich unter anderem am 6. Februar 2025 in der Stadthalle Germering überzeugen, wo sie mit ihrem Programm „Wenn du wen brauchst, ruf mich nicht an!“ gastiert. Wir sprachen mit der Wahlmünchnerin über Weihnachtsbräuche, was man bei angeschraubten Zweigen am Baum beachten muss und warum sie die Tage zwischen den Jahren so liebt.

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Fray Wanninger, wie haben Sie die Vorweihnachtszeit erlebt?

Franziska Wanninger: Ich mag die Vorweihnachtszeit, denn sie läutet bei mir das Ende des Berufsjahrs ein. Ich bin das ganze Jahr über wahnsinnig viel unterwegs und habe drei bis vier Auftritte pro Woche. Ab Anfang Dezember reduziere ich dann mein Pensum, fahre langsam herunter und ab Mitte Dezember mache ich keine Vorstellungen mehr. Dann gehe ich gerne mal auf den Christkindlmarkt, aber eher unter der Woche und nicht direkt in der Innenstadt, da ist es mir zu voll. Ich genieße es, Zeit zum Plätzchenbacken zu haben. Da wird dann gezielt für die große Backaktion eingekauft. Mittlerweile haben meine Schwester und ich die Weihnachtsbäckerei übernommen. Meine Mama ist jetzt 85 Jahre alt und muss nicht mehr backen. Ich fange aber immer erst Mitte Dezember an. Und habe nicht wie jede gute niederbayerische Hausfrau Anfang November schon 24 Sorten fertig (lacht). Und es ist sogar schon vorgekommen, dass wir am ersten Weihnachtsfeiertag nochmal backen mussten für den Verwandtschaftsbesuch am zweiten. Oder weil noch ein Platzerlteig im Kühlschrank war. Es gibt drei Sorten, die ich jedes Jahr backe: ein sehr tolles Vanillekipferlrezept von meiner Mama, die sind ganz klein und zart, herrlich mürbe und zerfallen auf der Zunge, Zitronenplätzchen, die im Kühlschrank gelagert werden und super fluffige Nussplatzerl nach einem Rezept meines Großvaters, der Konditor war.

Bei der humoristischen Lesung mit Musik „Der famose Freistaat“ wird Franziska Wanninger vom Komponisten und Bühnenmusiker Florian Burgmayr (Foto) begleitet. Auch noch an Weihnachten gut hörbar ist ihr Podcast „Nadel verpflichtet-ein Adventspodcast“, den sie zusammen mit ihrem Kabarett-Kollegen Martin Frank gehostet hat.
Bei der humoristischen Lesung mit Musik „Der famose Freistaat“ wird Franziska Wanninger vom Komponisten und Bühnenmusiker Florian Burgmayr (Foto) begleitet. Auch noch an Weihnachten gut hörbar ist ihr Podcast „Nadel verpflichtet-ein Adventspodcast“, den sie zusammen mit ihrem Kabarett-Kollegen Martin Frank gehostet hat.

Was verbinden Sie persönlich mit dem Weihnachtsfest?

Ich sehe Weihnachten absolut entspannt, positiv und mag es sehr. Es bedeutet für mich zuallererst Familienzeit. Mein Freund und ich feiern immer bei meinen Eltern, mit meinen Geschwistern und deren Kindern, die teilweise sogar in Chile leben und manchmal für Weihnachten heimkommen. Insgesamt sind wir dann immer mindestens zehn Personen. Und es ist einfach toll, wenn junge Menschen im Haus sind. Da rührt sich was. Die Zeit vor Heiligabend ist noch etwas stressig, wenn alle Geschenke besorgt werden und alles vorbereitet werden muss. Wenn es dann losgeht, ist es einfach nur noch schön. Bei uns ist der Heilige Abend immer toll. Ich persönlich liebe die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Sie ist so herrlich entzerrt, in dieser einen Woche ist einfach nichts los. Dieser Stillstand, der sonst das ganze Jahr nicht möglich ist, bietet Zeit zum Entspannen: Brettspiele mit der Familie und mit Freunden, lange Spaziergänge, gemütlich Punsch trinken, Platzerl essen und ratschen - herrlich! Die Weihnachtsfeiertage verbringe ich mit meiner Familie in Altötting und mit der Familie meines Freundes, dann geht's zurück nach Haidhausen, wo ich wohne. Ich treffe alte Freunde, die unterm Jahr eher zu kurz kommen, und freue mich jedes Jahr auf einen traditionellen Spieleabend mit Schulfreunden, den wir seit 20 Jahren machen. Diese Zeit ohne Trubel und Auftritte ist für mich perfekt zum Runterkommen. Es wäre schön, wenn es das öfter im Jahr gäbe.

Was verschenken Sie, wer bekommt etwas?

Am allerliebsten verschenke ich Bücher. Meine Schwester liest gerne Krimis, drei meiner fünf Nichten und Neffen lesen gerne, die bekommen dann individuell ausgewählt passende Literatur. Dafür beschäftige ich mich vorher mit den aktuellen Preisträgern der Jugendliteratur, den Bestsellerlisten und lasse mich in der Buchhandlung um die Ecke beraten. Diejenigen, die nicht gerne lesen, bekommen auch mal etwas anderes. Geschenke gibt es für alle, die an Heiligabend da sind. Tendenziell kaufe ich eher zu viele Geschenke, weil ich immer wieder etwas sehe, bei dem ich denke, das wäre doch was für diesen oder jenen. Und so werden es häufig mehrere Geschenke pro Person.

Und worüber freuen Sie sich am meisten?

Ich finde es eine tolle Idee, Zeit miteinander zu verbringen. Ein Gutschein für ein gemeinsames Abendessen, ein Konzert oder sonst irgendeine gemeinsame Unternehmung - darüber freue ich mich am meisten.

Was war Ihr bisher schönstes Weihnachtsfest?

Das war in meiner Kindheit. Als Kind hat man ja meistens eine Ahnung, was unterm Christbaum liegen könnte und ist dann nicht mehr richtig überrascht von den Geschenken. Mit zwölf Jahren habe ich zu Weihnachten einen Kassettenrekorder mit CD-Player bekommen - und dazu die „Bravo-Hits 1994“. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Das war eine absolute Überraschung und ich habe mich wahnsinnig gefreut!

Sie haben einige Zeit in den USA gelebt. Wie war das Weihnachtsfest dort für Sie?

Tatsächlich habe ich nur einmal Weihnachten in den USA erlebt. Mit 20 Jahren bei meiner Gastfamilie in Salt Lake City. Und da war alles ganz anders als bei uns hier in Deutschland. Hier sind Weihnachtsdeko und Stimmung eher romantisch, mit viel Kerzenlicht und traditionellen Weihnachtsliedern. In den USA dagegen ist alles anders, auch die Stimmung. Alles ist megamäßig dekoriert mit blinkenden Lichtern und sprechenden Weihnachtsmännern. Meine Gastmutter war ganz aus dem Häuschen vor Begeisterung. Das ist ein komplett anderes Gefühl, auch, dass es die Geschenke in der Früh gibt, erzeugt eine völlig andere Atmosphäre. Ich bin damals an Heiligabend mit deutschen Freunden in die katholische Kirche in Salt Lake City zur Messe gegangen. Und dort war es dann so, wie wir es kennen: viele Kerzen, Tannenzweige und klassische Weihnachtsmusik, einfach romantisch. Das war für dortige Verhältnisse ganz besonders und hat sich ein bisschen wie richtiges Weihnachten angefühlt. Ab da habe ich geschaut, dass ich an Weihnachten immer daheim bin.

Gemeinde Marzling

Allen Bürgerinnen und Bürger wünscht die Gemeinde Marzling von Herzen frohe und unbeschwerte Weihnachten im Kreise ihrer Liebsten, alles Gute, Gesundheit und viel Glück im Jahr 2025.
Herzlichen Dank an alle, die zum Wohle der Gemeinschaft beigetragen haben.
Martin Ernst und Roswitha Apold
Bürgermeister der Gemeinde Marzling mit Gemeinderat

Welche Familientraditionen gibt's bei Ihnen daheim?

Tagsüber wird bei uns der Abend vorbereitet, ganz klassisch. Den Christbaum holen wir jedes Jahr aus unserem eigenen Wald, meistens wird es da zeitlich etwas knapp. Dann kann es schon mal passieren, dass der Baum am 24. Dezember noch zum Abtropfen in der Werkstatt steht (lacht). Nachmittags wird er dann gemeinsam geschmückt. Für meine Mama ist das immer Stress, dass wir den Baum erst so spät holen und aufstellen. Jedes Jahr schimpft sie über den schiachen Baum, den wir aus dem Wald geholt haben und sagt, dass sie nächstes Jahr eine Nordmanntanne kaufen wird (lacht). Da wird sie dann von der ganzen Familie ausgelacht. Es gab auch schon Exemplare, die so mickrig waren, dass wir sie mit zusätzlichen Zweigen in extra dafür gebohrten Löchern aufhübschen mussten. Da durfte dann beim Schmücken nichts Schweres dran, sonst sind die Zweige wieder abgestürzt. Ich fand das besonders als Kind immer sehr lustig, meine Mama verständlicherweise eher weniger.

Wie sehen Ihre Pläne für 2025 aus?

Ich werde das ganze nächste Jahr über noch mein neues Programm„Wenn du wen brauchst, ruf mich nicht an!“ spielen, mit dem ich seit Oktober auftrete. Zuletzt habe ich zusammen mit Martin Frank den Weihnachtspodcast „Nadel verpflichtet“ aufgenommen, der an den vier Adventssonntagen erschienen ist. Mit Martin war ich fast drei Jahre mit unserem Programm „Wia d'Semmel so da Knödel“ unterwegs. Gemeinsam haben wir auch das Buch „Der famose Freistaat: Bayern verstehen für Anfänger und Fortgeschrittene“ geschrieben. Der Podcast mit lustigen Geschichten aus unserem Leben und Anregungen für ein entspanntes, friedliches Fest war Martins Idee. Dazu gab es auch jedes Mal Tipps von einer Psychologin, auch Besinnliches war dabei. Denn es gibt viele Menschen, die eher mit gemischten Gefühlen an Weihnachten denken. Wenn die Familie zusammenkommt, gibt es oft auch einiges an Konfliktpotenzial. Unser Anliegen war: Wie man es schafft, da gelassen zu bleiben und gemeinsam ein schönes Fest zu feiern. Mit dem Podcast wollten wir unser Publikum fernab der Bühne ein wenig unterhalten und den Weihnachtsskeptikern ein paar hilfreiche Ideen anbieten. Damit sich alle so auf Weihnachten freuen können wie ich (lacht)!

Das Gespräch führte Silvia Schwendtner.


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