Bevor wir mit unseren Geschenketipps in letzter Minute loslegen, gibt es erst mal einen dicken BBR Dank an alle, die es überhaupt möglich machen, etwa an Heiligabend noch schnell alles für die Bescherung besorgen zu können. An all die Verkäuferinnen und Verkäufer, an alle Unsichtbaren im Backoffice und an jede engagierte Servicekraft: Ihr seid die wahren Heldinnen und Helden der Weihnachtszeit - Danke, dass Ihr uns helft, zum Fest nicht als schusseliger Weihnachtsmuffel dazustehen. Obwohl man es selber ja gar nicht so möchte, kann es schnell passieren, dass man kurz vor dem festlichen Treff mit Familie oder Freunden immer noch ohne was für unter den Christbaum dasteht. Nicht verzagen ist hier einmal mehr das Motto der Stunde, denn ein bisschen was geht ja immer. Das gehört in Bayern zur Lebenseinstellung, so wie die Musik zum Fest des Jahres.

Dabei müssen es ja nicht immer nur ausgesprochene Weihnachtslieder sein. Festliche Stimmung kann tatsächlich auch ohne„Jingle Bells“ und „Oh du fröhliche“ entstehen. Zum Beispiel mit einer fein kuratierten Werkschau einer außergewöhnlichen Sängerin. Melody Gardot beherrscht die leisen Töne der Jazz-Klaviatur wie kaum eine andere und schafft es immer wieder genauso überzeugend, sich von musikalischen Genre-Grenzen zu lösen. Sie flirtet auch gerne mal mit Folk und Pop, und das nicht nur in dem sie sich lieb gewonnenen Neuinterpretationen widmet. Auch die Songs aus eigener Feder sind kleine Preziosen, die zum Weihnachtsfest genauso passen wie zu reflektierten Momenten zum Jahreswechsel, oder wann auch immer man das Bedürfnis nach Musik verspürt, die der Seele schmeicheln soll. „The Essential“ ist die erste Best-of-Zusammenstellung der Sängerin aus New Jersey und zeigt die Bandbreite ihres Schaffens von ihrem sensationellen Debut-Album „Worrisome Heart“ aus dem Jahr 2008 über ihr letztes reguläres Studioalbum, das schon vor vier Jahren herausgekommen ist, bis hin zu zwei bisher unveröffentlichten Stücken, die mit zu den Highlights des Albums gehören: Die traumhafte Ballade „First Song“ ist eine würdevolle Erinnerung an den legendären Bassisten Charlie Haden, der den Track mitgeschrieben hat und auch selbst mit seinem einzigartigen Spiel zu hören ist. Dass Melody Gardot aber auch wunderbar fröhlich sein kann, zeigt die Nummer „La Llorena“. Ein Live-Mitschnitt von 2019, der darüber hinaus beweist, dass es manchmal nur ganz wenig braucht, um die Menge zum Tanzen zu bringen: Eine Gitarre, ein Cello und eine Sängerin, die einen mitreißen kann.
Ein Buch, das zu Herzen geht

Das größte Rätsel ist das Leben. Zu dieser Erkenntnis kann man gelangen, wenn einem Dinge passieren, die man immer wieder einfach nicht fassen kann. Und ein wenig ist das auch die Grundlage des aktuellen Romans des britischen Autors Samuel Burr. „Das größte Rätsel aller Zeiten“ dreht sich um Clayton, einen passionierten Rätselfreund, der sich aber nicht nur zum Zeitvertreib mit dem Lösen kniffliger Aufgaben befasst, sondern einer ganz bedeutsamen Herausforderung gegenüber steht: Das Mysterium seiner Herkunft zu klären. Ein Findelkind ist er - und endlich drauf und dran, der Sache auf die Spur zu kommen. Ein Buch voller Spannung, Wärme, Empathie und überraschender Wendungen. Ein Buch, das man lieben muss und bespielen kann. Denn das ein oder andere echte Rätsel lädt zum Mitmachen auf den Buchseiten ein. Selbst wenn man seit seiner Ausbildung in kein Buch mehr reingeschrieben hat: Hier darf man es mit Wonne wieder tun. Und nebenbei freut sich der stationäre Buchhandel bestimmt auch noch über einen kleinen Umsatz-Push vor dem weihnachtlichen Ladenschluss. Gute Tat zum Fest und so.
Leckereien und Upcycling

Ja, es soll sie geben, die Menschen, die weder Musik hören noch zum Vergnügen lesen. Essen müssen aber alle mal, und genau da haken wir ein mit unserem ultimativen Weihnachts-Last-Minute-Körbchen. Ein bisschen Schokolade, vielleicht von Zotter aus Österreich, ein paar leckere vegane Aufstriche wie von Simmlers „Tante Franzi“, und beispielsweise ein knackiges Barnhouse-Bio-Müsli fürs Feiertagsfrühstück: Darüber dürfte sich doch jeder freuen. Gibt es bis zur letzten Minute im Super- oder Biomarkt, ein bisschen Geschenkband fliegt doch bestimmt noch in irgendeiner Schublade rum und so ein Zapfen oder Zweiglein als Deko sind draußen schnell noch aufgeklaubt. Selbst der kleine Korb ist kein Problem: Ruckzuck aus ein paar Zeitungslagen gefaltet macht er erstaunlich viel her. Und versprochen, man kriegt ihn auch ohne viel Bastelfertigkeit hin - Youtube-Tutorials sei Dank.
Kai-Uwe Digel