
Von ihrer Premiere zu Weihnachten im Jahr 2006 bis heute ist Neubibergs Spendenaktion mit dem schönen Namen „Aktion Christkind“ eine wahre Erfolgsgeschichte. Denn die Spendenbereitschaft der Menschen in der Gemeinde vor den südöstlichen Toren Münchens war vom ersten Tagan hoch, sie hat sogar eine Ausweitung der Aktion für bedürftige Neubiberger Familien ermöglicht.
Die Leiterin des Neubiberger Bürgerbüros, Ardita Bashota, will betroffene Menschen ermutigen, die vielfältigen Hilfen anzunehmen, für sie ist die Chance eines jeden auf gesellschaftliche Teilhabe essenziell. „Zögern Sie nicht und kommen Sie gern auf mich zu“, sagt die 43-Jährige, die seit 1999 im Rathaus Neubiberg arbeitet und auch den dortigen Bereich Soziales leitet. Dass ihr die Aktion Christkind persönlich ganz besonders am Herzen liegt, wird im Gespräch mit ihr deutlich:
Frau Bashota, warum wurde die Aktion Christkind vor nunmehr 19 Jahren ins Leben gerufen?
Ardita Bashota: Auslöser war der Wunsch Neubibergs, bedürftigen Familien in der Gemeinde zu ermöglichen, ihren Kindern zu Weihnachten eine Freude zu bereiten. Vor der Aktion Christkind konnte die Gemeinde kleine Weihnachtsbeihilfen aus dem Erlös des 1982 ins Leben gerufenen Juni-Marktes mit seiner Versteigerung von Sachspenden für soziale Zwecke bewilligen. Dieser Gedanke sollte zugunsten der Bedürftigen ausgebaut werden und wurde von den Menschen in der Gemeinde sofort angenommen. So war die Aktion Christkind bald ein Selbstläufer.
Für welche ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger hat die Gemeinde traditionell Mittel aus dem Spendengeldtopf der Weihnachtsaktion vorgesehen?
Unsere Zielgruppe sind in Neubiberg wohnende Empfängerinnen und Empfänger von staatlichen Sozialleistungen. Für sie starten wir regelmäßig zu Weihnachten unsere Spendenaufrufe. Durch den Start der Aktion Christkind konnten wir nicht nur auf entsprechende Anfragen von bedürftigen Bürgerinnen und Bürgern antworten, sondern diese Personengruppe auch aktiv anschreiben. Voraussetzung ist natürlich, dass wir vom Leistungsbezug wissen. Das ist nicht selbstverständlich, weil nicht jeder möchte, dass die Gemeinde über den Leistungsbezug informiert ist.
Über die Jahre wurde das Unterstützungsprogramm breiter, es kamen die Aktion Schultüte und die Aktion Osterhase dazu, wie helfen diese Eltern und ihren Kindern?
Dank der anhaltend großen Spendenfreude der Neubibergerinnen und Neubiberger konnten wir die übrigens auch für bedürftige Menschen in den Altenpflegeeinrichtungen geltende Weihnachtsaktion ausweiten. So unterstützt die Aktion Schultüte Kinder aus bedürftigen Familien beim Schulstart und auch beim Wechsel auf weiterführende Schulen. Die Eltern können dank eines Zuschusses, den sie bei mir im Rathaus beantragen, Schulmaterialien oder auch Sportkleidung finanzieren.
Mit dieser Unterstützung können wir natürlich nicht alles abdecken, aber doch ein bisschen unter die Arme greifen. Im nächsten Frühjahr startet auch wieder unsere Aktion Osterhase. Dabei handelt es sich um eine Familiensaisonkarte für ein Freibad in der Umgebung. Wegen Corona und Schwimmbadrenovierungsarbeiten mussten wir ein paar Jahre pausieren, aber jetzt würden wir uns wieder sehr über Nachfrage nach diesem Angebot für bedürftige Familien freuen.
Gleiches gilt auch für das beliebte Neubiberger Ferienprogramm, das unser Kulturamt jedes Jahr zu den Sommerferien auf die Beine stellt und das wir des erfreulichen Spendenaufkommens wegen ebenfalls Familien mit Bedarf anbieten können. Zu diesen fixen Unterstützungsmöglichkeiten kommen auch noch punktuelle Hilfen. So haben wir während der Pandemie Eltern mit der Aktion Homeschooling durch die Ausgabe von Gutscheinen für Bürobedarf unterstützt. In Einzelfällen überprüfen wir auch aktuellen Bedarf, der nicht vom Landratsamt abgedeckt wird.
Darüber hinaus liegt Neubiberg ganzheitliche gesellschaftliche Teilhabe am Herzen, wie wirkt die Spendenaktion in den Bereichen Kultur und Mobilität?
In unserer Gemeinde sollen alle die Chance haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dazu gehören die beiden übertragbaren Sozialtickets des MVV. Sie können ab morgens um 7.30 Uhr für Arzt- oder Behördenbesuche und am Wochenende zur freien Verfügung im Rathaus ausgeliehen und am Abend ganz unbürokratisch wieder in den Briefkasten geworfen werden. Das läuft sehr gut. Damit auch kulturelle Teilhabe gelingen kann, halten wir immer ein Kontingent an Freikarten für Veranstaltungen im Rahmen unseres Neubiberger Kulturtickets bereit.
Die Spendenaktion war von Beginn an wegen der großen Spendenbereitschaft der Neubiberger Bevölkerung bekannt, ist das auch heute noch so?
Absolut. Die Spendenbereitschaft ist groß, sie reicht von Einzelpersonen über Vereine bis hin zur Universität der Bundeswehr. Dafür möchten wir uns von Herzen bedanken. Denn jede Spende, ob klein oder groß, macht es möglich, Freude zu schenken. Das Gesprächführte Ina Berwanger.