Liebe Leserinnen und liebe Leser,
zu Beginn der Adventszeit waren sie von draußen bereits hin und wieder sichtbar: in Wohn- und Esszimmern, prächtig geschmückt, unifarben oder mit vielen bunten Lichtern und vermutlich schon am angestammten Platz. Offenbar ist der Weihnachtsbaum und das Schmücken für viele Menschen nicht mehr Teil des Heiligabends. Bitte nicht falsch verstehen, wer Weihnachten feiern will, soll das höchst individuell tun können, niemand Außenstehender sollte sich eine Bewertung anmaßen, kann es doch immer triftige Gründe für Planänderungen geben. Doch ein überpünktlich geschmückter Baum kann einen schon auf die Frage bringen, welche Rolle denn der Zeitpunkt spielt, zu dem wir genau was an Weihnachten miteinander unternehmen. Klar ist: Der letzte Programmpunkt an Heiligabend„ ... und dann machen wir es uns gemütlich!“ war schon bei Hoppenstedts im berühmten Weihnachtssketch von Loriot unverzichtbar.
Vielleicht können wir es uns ja schon vorher gemütlich machen – zum Beispiel, indem wir uns beim Schenken nicht so stressen. Wenn dies zum Selbstzweck wird und der Hintergrund, sprich der Sinn vom Schenken, uns abhanden kommt, wie es Karl-Heinz Paulus in seinem Cartoon oben mit feinem Humor und kaum mehr sichtbarem Baum andeutet, verkümmert Weihnachten zur mühevollen Pflichtveranstaltung. Eine, von der dann gesagt wird, wie „froh“ man ist, dass man sie „hinter sich hat“ und man selbst„das alles doch gar nicht bräuchte“. Kurioserweise stimmen dann allesamt in der Runde Letzterem zu, vielleicht haben Sie dieses Phänomen auch schon beobachtet.
Was ist es aber dann, was wir brauchen? Sorgfältig ausgewählte Geschenke sind etwas Wunderbares, erst recht, wenn der Beschenkte seine Freude darüber spüren kann und sie dann rückkopplungsartig zurückgibt. Aber auch bestimmte Gratis-Geschenke sind wertvoller geworden, als wir uns das je hätten denken können: „Bitte“ und „Danke“ in Verbindung mit einem zugewandten Lächeln. Das positive Gefühl, bei lokalen Dienstleistern, Gaststätten, Geschäften und Behörden gut beraten und aufgehoben zu sein, auch wenn für die dort Tätigen die Zeiten enorm herausfordernd sein mögen.
Wir hoffen, dass wir Ihnen, liebe Leserinnen und liebe Leser, mit dieser Weihnachtszeit--Ausgabe ein kleines Geschenk machen können: mit Beiträgen, die Mut und Lust auf Neues machen, die Sie unterhalten und für gute Weihnachtsstimmung sorgen. Ein frohes, friedvolles Fest und alles Gute im neuen Jahr!
Ihre Redaktion „Weihnachtszeit“