Aus Dankbarkeit schenkte ihr die Familie einer der jungen Frauen, die Stefanie Wehner mit ihrem gemeinnützigen Verein Care4Her unterstützt, eine Ziege und zwei Perlhühner. "Ich war so gerührt und etwas überfordert mit der Situation", erzählt sich schmunzelnd in ihrem Büro im ehemaligen Nikolakloster in Passau, das jetzt zur Universität gehört.
Stefanie Wehner stammt aus Unterfranken und ist promovierte Geografin. Als Mitarbeiterin an der Universität Passau koordinierte sie ein mehrjähriges Forschungsprojekt über die Gründe und Hintergründe von Migrationsbewegungen in Westafrika. Während der Aufenthalte unter anderem in Ghana traf das Forschungsteam junge Frauen, die, obwohl sie eine höhere Schulbildung hatten, als Lastenträgerinnen, sogenannte Kayaye, in der Hauptstadt Accra auf den Märkten arbeiteten. "Das Leben im nördlichen Teil des Landes bietet wenig Perspektiven für junge Menschen, die Aussichten auf einen guten Arbeitsplatz sind gering. Schon die Schulausbildung ist oft sehr schlecht, weil die Schulen kaum mit dem Notwendigsten ausgestattet sind und daher viele Kinder die Schule frühzeitig abbrechen“, erklärt Stefanie Wehner. Umso mehr bewundere sie die jungen Frauen, die trotz dieser Lage einen höheren Schulabschluss erreicht haben "Das zeugt von großem Willen und großer Stärke.“
In Accra kam die Forscherin mit den Frauen auf den Märkten ins Gespräch, als diese auf Arbeit warteten, sie ließ sich ihre Situation schildern und fragte nach ihren Berufswünschen. "Viele gaben an, dass sie gerne im Gesundheitsbereich arbeiten würden, als Pflegerinnen, Krankenschwestern oder Hebammen. In Ghana ist das ein Sektor, der relativ sichere Arbeitsplätze bietet", erzählt sie. Zwei der jungen Frauen, Mathilda und Juliana, lernte die Geografinnäherkennen. Sie erkundigte sich nach den Kosten einer Ausbildung in diesem Bereich und entschied: "Das kann ich mir leisten, das mache ich jetzt einfach, ich werde diese Frauen fördern."
So entstand aus einem ersten Impuls eine Idee und schließlich der Verein Care4Her - Ausbildungsförderung für westafrikanische Frauen e.V.: "Wir vergeben Stipendien an junge motivierte Frauen aus benachteiligten Verhältnissen in Nordghanaundermöglichen ihnen eine solide Ausbildung zur Pflegefachkraft, Hebamme oder sogar Medizinerin. Als Gegenleistung verpflichten sie sich, nach der Ausbildung einen kleinen Teil ihres Gehaltes wieder an den Verein zurückfließen zu lassen." Die Mission des Vereins sei es, nicht nur die wirtschaftliche Lage vieler Frauen und ihrer Familien zu verbessern und ihnen persönliche Selbstbestimmung zu ermöglichen, sondern langfristig auch das Gesundheitswesen in Ghana zu stärken. Die weltweitanerkannte Ausbildung ermöglicht den Frauen auch den Weg auf den internationalen Arbeitsmarkt.
Mit den ersten beiden Stipendiatinnen des neu gegründeten Vereins, Mathilda und Juliana, verbindet Stefanie Wehner ein fast verwandtschaftliches Verhältnis.„Sie nennen mich Mom“, sagt sie lächelnd. Der Austausch von Handynachrichten ist rege, Semesterstundenpläne, Material- und Bücherlisten, Gebührenbescheide, sonstige Neuigkeiten - alles wird geteilt, natürlich auch Meilensteine wie eine bestandene Prüfung oder sogar der Abschluss. Den hat als erste Stipendiatin nun Mathilda geschafft.
Die 26-Jährige stammt aus der Nähe des Dorfes Wale Wale in Nordghana, wo sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder als Halbwaise lebte. Im Herbst 2023 begann sie eine Ausbildung als Krankenpflegehelferin am Training College in Navrongo.Im September 2025 legte sie ihre Abschlussprüfung ab und wartet nun auf die Ergebnisse. Ihr Ziel ist es, sich für ein Bachelorstudium in Pflegewissenschaften zu bewerben. Julianas Familie kommt ebenfalls aus einem kleinen Dorf im Norden Ghanas. Die 24-Jährige ist eines von 13 Geschwistern.
Nach ihrem Abschluss der Senior High School arbeitete Juliana mehrere Jahre als Kayayo in Accra. Der Verein ermöglichte es ihr, das letzte Schuljahr zu wiederholen, um ihre Noten zu verbessern und die Zugangsvoraussetzungen für eine Ausbildung zu erfüllen. Seit September 2024 besucht sie nun das College für Krankenpflege unweit ihres Heimatdorfes. Derzeit erhalten zehn junge Frauen aus Ghana ein Stipendium von Care4Her, das ihnen auf ihrem Weg in eine finanziell abgesicherte Zukunft hilft. "Ich wollte etwas Bleibendes schaffen, nach dem Ende des Forschungsprojektes hatte ich das Bedürfnis, mich für diese jungen Frauen einzusetzen. Es ist ein Herzensprojekt", sagt Stefanie Wehner.

Unterstützt wird sie dabei von dem Mediziner Yussuf Yakubu, der in leitender Funktion im ghanaischen Gesundheitsministerium tätig ist. Mit der von ihm gegründeten Hope for Her Foundation arbeitet Care4Her eng zusammen. "Diese Kontakte vor Ort sind immens wichtig. Menschen wie Yakubu ermöglichen es uns, geeignete Kandidatinnen zu finden und die individuellen Lebenssituationen der jungen Frauen besser zu verstehen. Außerdem ist er bestens mit den politischen Rahmenbedingungen in Ghana vertraut."
Die Ziege, das eingangs erwähnte Geschenk, "sei für eine arme Familie etwas äußerst Wertvolles, ein
Care4Her
Der gemeinnützige Verein Care4Her finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Patenschaften, Einzelspenden sowie kleinere Fundraising-Initiativen. Als eingetragener Verein (e.V.) verfolgt er ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des §52 der Abgabenordnung. Eine Mitwirkung ist auf verschiedene Arten möglich, durch eine Mitgliedschaft, eine Patenschaft für eine Stipendiatin, Geld- oder Sachspenden. Alle wichtigen Informationen zum Verein unter https://care4her.net/ .
jac
Liebe Familien, liebe Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Freising,
Weihnachten ist mehr als Lichterglanz und Geschenke - es ist die Zeit, in der wir innehalten, füreinander da sind und neue Hoffnung schöpfen.
"Frieden und Nächstenliebe beginnt dort, wo wir einander zuhören und helfen"
Ich wünsche Ihnen und euch allen frohe, friedvolle Feiertage, schöne gemeinsame Stunden und einen guten Start ins neue Jahr 2026. Ich danke Ihnen und euch für das entgegengebrachte Vertrauen, dass Miteinander und die vielen kleinen, Taten und Gesten, die unsere Gemeinschaft stark machen.
Herzlichst,
Susanne Hoyer
Bürgermeisterin