Er ist und bleibt ein Faszinosum, Bayerns Märchenkönig Ludwig II. Denn sein Leben ist und bleibt Stoff für Mythen und Legenden. Mit einigen davon räumt das Museum Starnberger See in seiner neuen, hochgelobten Ausstellung gründlich auf. Ihr Thema: „Ludwig II. - Die letzten Tage des Märchenkönigs. Weil Ludwig (1845-1886) bekanntlich ein großer Kulturliebhaber war und vor allem die Opern Richard Wagners über alles schätzte, lag es nahe, dem Drama um sein immer noch nicht restlos aufgeklärtes Lebensende eine Bühne zu geben. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen.
Anlässlich der Ausstellungseröffnung vor einigen Wochen sagte der Museumsleiter Benjamin Tillig: „Die letzten vier Tage im Leben von Ludwig II. wirken rückblickend wie ein sich beschleunigendes Drama. Das gesamte Leben des Königs, sein Wesen und die äußeren Umstände der Zeit spiegeln sich in der Tragödie, die schließlich mit dem Tod Ludwigs im Starnberger See ihren traurigen Höhepunkt findet.“ Co-Kuratorin Dr. Claudia Wagner sagte: „Die Ausstellung rund um den sogenannten Märchenkönig behandelt einen weltweiten Mythos und die Geschichte eines sehr öffentlichen Menschen, dessen noch immer nicht vollständig geklärter Tod die Gemüter in der Region und weit darüber hinaus noch immer bewegt.“
Bevor jedoch der imaginäre Vorhang im Museum aufgeht und das staunende Publikum in der Tragödie eines einsamen und per Ferndiagnose als psychisch krank abgestempelten Mannes versinken kann, die bekanntlich mit dessen Tod und dem des Psychiaters Dr. Bernhard von Gudden im Starnberger See endete, führt ein Prolog in das Geschehen ein. Reproduktionen zahlreicher historischer Bilder und Dokumente zeigen auf großen Tafeln, wo und wie der Weg vom umjubelten achtzehnjährigen Märchenkönig zum – man möchte fast sagen – seelischen und körperlichen Wrack begann und verlief: die Jugend des kunstsinnigen Kronprinzen und seine Thronbesteigung, seine nicht nur baulichen Ausschweifungen, die politischen Umwälzungen, hervorgerufen durch zwei Kriege, und der Verlust der bayerischen Selbstständigkeit, die Qualen heimlicher Sehnsüchte und die Vorgaben damaliger gesellschaftlicher Normen. Ludwig stand zwischen Epochen und Welten, war zerrissen zwischen fantastischen Inszenierungen und Illusionen auf der einen und den profanen politischen Realitäten auf der anderen Seite. Er sehnte sich politisch nach absoluter Macht und Gestaltungsfreiheit, suchte – immer merkwürdiger agierend in seiner Realitätswahrnehmung die Einsamkeit und ging auf Abstand zu Menschen und der Welt.
Doch wie kam es zum bitteren Ende eines bitteren Lebens mit all seinen Fluchten ins Märchenhafte? Was ist jenseits mündlicher, bis heute am See lebendiger Überlieferungen bekannt über die letzten Tage des Märchenkönigs? Dies sachlich aufzurollen, ist Ziel der Ausstellung an den Ufern des Geschehens. Dabei werden einzelne Akte des Dramas in großartiger Bühnenkulisse von Überblickstexten begleitet, zahlreiche Unterkapitel führen weiter in die Tiefe des Geschehens. In Hörstücken, Dokumenten und Fotos werden wichtige Personen und Persönlichkeiten porträtiert sowie Ereignisse erklärt.
So bietet die Ausstellung sowohl einen schnellen Überblick als auch vertiefende Informationen, ideal also für einen Ferientag im Museum. Am Ende berichtet schließlich ein „Epilog“, was unmittelbar nach dem Tod des Königs geschah. Hier kommen auch Zeitzeugen zu Wort. So können sich Besucherinnen und Besucher selbst ein Bild von den letzten Tagen des Märchenkönigs“ machen.
Das Museum Starnberger See ist Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Ein Sommer voller Badespaß
Das Sommerbad Gauting lädt noch bis zum 15. September kleine und große Wasserfans ins naturnahe Badeparadies ein. Von entspanntem Baden direkt an der Würm über sportliches Bahnenziehen bis hin zum Planschvergnügen für die Kleinsten bleiben in Gauting wieder keine Wünsche offen. Die große Liegewiese unter alten Bäumen verspricht Ruhe und Entspannung, das 50-Meter-Sportbecken ermöglicht Bewegung für alle Ambitionen, und die vielen kindgerechten Angebote wie Wasserspielplatz und Rutsche laden zum Spielen und Toben ein. Große und kleine Besucher können sich darüber hinaus über ein vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken am Freibad-Kiosk freuen. Ein gemeindliches Sommerbad ist nicht nur ein willkommenes Ausflugsziel, sondern ermöglicht Kindern und Jugendlichen auch das wohnortnahe Schwimmenlernen. Für diese wichtige Aufgabe muss das Bad langfristig unterstützt werden. Zusammen mit der Gemeinde Gauting hat sich der Förderverein Sommerbad e. V. deshalb den Erhalt und die Steigerung der Attraktivität des Bades zum Ziel gesetzt und veranstaltet immer wieder neue Aktionen und besondere Tage im Sommerbad. Alle Informationen und aktuellen Veranstaltungen rund um das Sommerbad Gauting finden Sie auch unter www.gauting.de/freizeit-und-kultur/ sommerbad
Kulturförderung im Landkreis Starnberg
Noch bis zum 30. Oktober können Projekte eingereicht werden
Ab sofort können Anträge auf Kulturförderung für das Jahr 2027 beim Landratsamt Starnberg eingereicht werden. Wie das Landratsamt mitteilt, ist dem Antrag ein Projekt- und Finanzierungsplan beizufügen. Die Antragsfrist läuft am 30. Oktober aus. Zu den Förderbedingungen gehört, dass eine Förderung durch den Landkreis nur erfolgen kann, wenn die Veranstaltung einen überörtlichen Charakter hat. Das Antragsformular ist unter www.lkstarnberg.de/kulturfoerderung abrufbar. Gemäß den „Leitlinien zur Kulturförderung des Landkreises Starnberg“ kann der Landkreis das kulturelle Leben in seinem Gebiet, soweit es überörtliche, also nicht nur auf eine einzelne Gemeinde beschränkte kulturelle Bedeutung aufweist, unterstützen. Der Landkreis möchte mit dieser Förderung die lebendige Kunst- und Kulturszene unterstützen sowie die Vielfalt des Kulturlebens erhalten, bereichern und weiterentwickeln. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Empfänger in angemessenem Umfang Eigenmittel einsetzen und die Finanzierung des Projekts gesichert ist. Maßnahmen, die der Förderung der Jugendkultur dienen oder die die Teilnahme von Menschen mit Behinderung ermöglichen, werden bei der Entscheidung über eine Förderung positiv berücksichtigt.
Für Fragen steht Barbara Beck unter 08151/148-77290 oder kultur@lra-starnberg.de zur Verfügung.