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Fürs Gemeinwohl

Die polizeiliche Ausbildung ist anspruchsvoll – die Berufsmöglichkeiten sind vielfältig

Fürs Gemeinwohl

Die Ausbildung verlangt künftigen Polizistinnen und Polizisten einiges ab. Foto: Bayer. Bereitschaftspolizei Bamberg

Die bayerische Polizei ist ein beliebter Arbeitgeber und gehört laut „Trendence Schülerbarometer“ zu den attraktivsten Wunschberufen. Bis 2028 soll die Zahl der Stellen auf 47.000 ausgebaut werden. Pro Jahr würden etwa 1500 Stellen neu besetzt, heißt es aus dem Innenministerium. „Neben neuen Polizistinnen und Polizisten werden wir aber auch dringend benötigte Spezialisten einstellen, wie zum Beispiel IT-Experten“, sagt Pressesprecher Stefan Niefener. 

„Polizei ist doch sexy“, lacht Leitender Polizeidirektor Gerd Enkling zu Beginn des Gesprächs. „Auf eine Stelle kommen acht Bewerbungen; gut ein Drittel davon sind Mädchen. Über mangelndes Interesse können wir uns nicht beklagen.“ Der erfahrene Beamte ist Leiter des Sachgebiets Aus- und Fortbildung im Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei. „Der Run auf den Polizeiberuf mit seinen mehr als 23 unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern – vom Streifenbeamten bis zur Hubschrauberpilotin – ist eher noch größer als kleiner geworden.“ Doch was hat der Arbeitgeber „Staat“ zu bieten? Vorweg eine qualifizierte Ausbildung, vielfältige Arbeitsbereiche, gute, durchgehende Aufstiegschancen. Addiert mit all den Zulagen, bietet der öffentliche Dienst eine lukrative Bezahlung, soziale Absicherung inklusive. So klassifizieren sich die vielseitigen Einsatz- und Berufsmöglichkeiten bei gleichzeitig durchlässigen Aufstiegschancen zu einer Art „Triple AAA-Wertung“, analog zur höchsten Wertung in der Finanzwirtschaft für sehr gute und höchst zuverlässige Kunden. Polizeidirektor Enkling selbst ist ein Vorzeigebeispiel: Vom Streifenbeamten in Fürth, „wo ich vor 45 Jahren angefangen habe, bis zum Leitenden Polizeidirektor heute“ – erkennbar an den vier goldenen Sternen auf der Schulterklappe seiner Uniformjacke – kann er durchaus mit einem gewissen Stolz auf seine Karriere blicken. Eine bayerische Besonderheit: Es ist sogar möglich, bis ins höchste Amt des Polizeipräsidenten aufzusteigen. In manchem Bundesland ist diese Funktion in den Händen politischer Wahlbeamter.

Die durch blaue, silberne und goldene Sterne erkennbare Karrierestufe der Polizei in Uniform unterteilt sich in den mittleren, den gehobenen und höheren Dienst (zweite, dritte und vierte Qualifikationsebene QE). Die dazu notwendigen Lehrgänge und Prüfungsabschlüsse im öffentlichen Dienst entsprechen dem universitären Bachelor oder Master. 

Bis es aber so weit ist, startet der alljährliche Einstieg in die Beamtenlaufbahn für alle mit einer zweieinhalbjährigen Ausbildung zum 1. September oder 1. März. Zuvor aber muss „die durchaus anspruchsvolle, zweitägige Prüfung bestanden sein“. Mentale wie körperliche Fitness sind zu beweisen. Ferner wird die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift abgefragt. Ist diese Auslese bestanden, „beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt für die Azubis“, sagt Enkling sehr ernst. „Denn die jungen Leute sind meist zum ersten Mal der elterlichen Obhut und familiären Fürsorge entzogen und leben jetzt in einer Kasern.“ Ein nicht zu unterschätzender Einschnitt, denn gewohnt, gearbeitet, gelebt wird nicht mehr im „Hotel Mama“, sondern zu zweit in einer Stube, mit streng reguliertem und vollgepacktem Tagesablauf. Auch findet in den ersten Tagen bereits die Einkleidung in die Uniform der bayerischen Polizei statt – inklusive der Waffe, jedoch ohne Munition. Der erfahrene Polizeiausbilder („Wir haben uns noch gefreut, rauszukommen, waren neugierig und erwartungsfroh“) bemerkt heute bei den Neuankömmlingen oft Heimweh, eine gewisse Scheu, ja Ängstlichkeit, den geforderten Ansprüchen nicht zu genügen oder generell mit einem Leistungsdruck konfrontiert zu sein, der unerwartet und ganz ungewohnt ist. Das Wort vom „Kindergeburtstag oder Ponyhof“ will er nicht in den Mund nehmen; aber er hat doch zur Kenntnis genommen, dass sich nicht wenige der Schulabgänger auf die Anforderungen noch einstellen müssen. „So ist es unsere Aufgabe, hier Nachhilfe zu geben.“ 

Unabdingbar: Teamgeist

Das Wohnen in der Kaserne helfe dabei, ist Enking überzeugt. Es stärke den unabdingbaren Teamgeist, um überhaupt bei der Polizei arbeiten zu können. Denn: „Einzelkämpfer können wir nicht gebrauchen.“ Diesen Gemeinschaftssinn kennenzulernen und auch zu schätzen, sich auf den Anderen verlassen zu können und nur gemeinsam stark zu sein, dies zu fördern, durchzieht wesentliche Teile der Ausbildung. Dass seit 1990 auch Frauen dabei sind, trage sehr dazu bei. „Wir fördern diese positive Entwicklung.“

Sein Resümee: Auch wenn im Zuge gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen der einzelne Polizeibeamte, wie die Institution der Polizei überhaupt, oft nicht mehr mit dem notwendigen Respekt als Gesetzeshüter und Ordnungsmacht, als Schlichter behandelt und angesehen werde, „so ist es doch unsere Aufgabe, hier zu überzeugend aufzutreten, kommunikativ zu deeskalieren und falls notwendig auch zielführend einzugreifen. Das ist wesentlicher Teil der Aus- und Fortbildung der Bayerischen Polizei.“ Wolfgang Stegers

Infos: www.team.polizei.bayern.de

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