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Berufliches Doppel im sozialen und psychologischen Bereich

Interview mit Familientherapeutin Mia Schwaiger über ihre selbstständige Tätigkeit im erzieherischen, therapeutischen und psychologischen Umfeld.

Berufliches Doppel im sozialen und psychologischen Bereich

Mia Schwaiger betreut Menschen in Konfliktsituationen. F.: A. Fr.

Der soziale Bereich bietet vielfältige Arbeitsmöglichkeiten im erzieherischen, therapeutischen und psychologischen Umfeld. Dabei gibt es nicht nur klassische Angestelltenverhältnisse bei Sozial- oder Bildungsträgern, Städten oder Landkreisen. Mit der geeigneten Aus- oder Weiterbildung kann man sich auch selbstständig machen. Mia Schwaiger ist in Rosenheim und im benachbarten Stephanskirchen mit zwei Tätigkeiten als Therapeutin unterwegs und beide findet sie interessant. 

Hallo Frau Schwaiger, Sie sind ja in einer Doppelrolle im sozialen und psychologischen Bereich unterwegs, sowohl angestellt als auch selbstständig. Was sind denn Ihre Aufgabenbereiche in angestellter Funktion?

Mia Schwaiger: Ich bin seit über einem Jahr beim Deutschen Kinderschutzbund als Sozialpädagogin in der Familientherapie tätig. Das heißt, ich arbeite mit den Familien zusammen, suche bei Problemen nach Lösungswegen und Kommunikationsstrukturen, und in der Regel mache ich Hausbesuche als „begleiteter Umgang“. Das sind oft Familien mit Trennungs- und Scheidungsphasen, teils müssen gerichtliche Auflagen beachtet werden. Der Kinderschutzbund ist ein guter, ideologiefreier Arbeitgeber. Es gibt Programme wie „Starke Eltern – starke Kinder“, und es gibt Möglichkeiten, sich zu entwickeln und eigene Ideen einzubringen. 

Sind auch besonders anspruchsvolle Fälle dabei?

Klar, beispielsweise wenn es um Kindeswohlgefährdung geht und eventuell Kinder aus der Familie herausgeholt werden müssen. Freilich gegen den Widerstand der Eltern, die meist selbst aus gewalttätigen Familienverhältnissen kommen und die es selbst nicht anders kennen. Das sind dann hochstrittige Spannungsfelder mit vielen Konflikten, die dann auch mich selbst betreffen können, ich wurde auch schon bedroht. 

Auf welche Ausbildung können Sie zugreifen?

Ich habe die Fachakademie für Sozialpädagogik in Rosenheim absolviert und mich auf Jugendhilfe spezialisiert, die meisten anderen aus dem Jahrgang sind in den frühkindlichen Bereich gegangen. Neben meiner Tätigkeit in der Mutter-Kind-Klinik in Aschau habe ich eine fünfjährige Weiterbildung in Systemischer Therapie gemacht und bin darin von der DGSF zertifiziert (Anmerkung: Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie). 

Und darin besteht Ihre selbstständige Tätigkeit?

Ja genau, hier in Stephanskirchen habe ich inzwischen meine eigene Praxis, und hier kann ich privat Rechnungen ausstellen. Sie lief von Anfang an ganz gut, zwei bis drei Klienten kamen über Mundpropaganda. Meine Klienten sind so unterschiedlich wie ihre Anliegen. Ich betreue bei Generationenkonflikten beispielsweise bei der Übergabe eines Hofs, habe aber auch Neuorientierungen, Paare in der Krise und Burn-Out-Problematiken dabei. Das Überdenken von Glaubenssätzen gehört auch mit dazu. Ein Beispiel hierfür wäre „ich bin nicht genug“. Interview: Andreas Friedrich

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