Gesichtsverjüngung mittels Ästhetischer Chirurgie ist für Frauen und Männer vielfach zur Selbstverständlichkeit geworden. Manchmal lässt der erzielte Effekt jedoch zu wünschen übrig - und das Gesicht sieht maskenhaft und unnatürlich aus. „Ein glatt gestrafftes, in seinem Ausdruck erstarrtes Gesicht ist meist das Ergebnis von zu oft wiederholten Eingriffen oder einer übertriebenen beziehungsweise unsachgemäß ausgeführten Vorgehensweise“, erklärt der Münchner Facharzt für Ästhetische und Plastische Chirurgie Dr. Hans-Hermann Wörl. Dabei gehe es in erster Linie darum, dem Gesicht wieder ein erholtes, lebendiges Aussehen zu verleihen - „und nicht, es komplett alterslos zu machen und ihm damit seine Einzigartigkeit und seine Natürlichkeit zu nehmen.“
Botox gegen Mimikfalten
Der Plastisch-Ästhetischen Medizin von heute stehen eine Reihe von Methoden zur Verfügung, mit denen sich ohne Skalpell gute Ergebnisse erzielen lassen. Zu den bekanntesten nicht-invasiven Verfahren gehört eine Behandlung mit Botulinumtoxin zur Faltenglättung.
Auch wenn es sich eigentlich um ein (niedrig dosiertes) Nervengift handelt, ist das Verfahren nicht nur besonders unkompliziert, sondern auch risikoarm und weitgehend schmerzlos - vorausgesetzt, der behandelnde Arzt verfügt über fundierte Anatomiekenntnisse und ist mit der spezifischen Wirkweise von Botulinumtoxin vertraut“, betont Dr. Wörl. Mit Botulinumtoxin lassen sich mimische Falten glätten. Weil die Haut mit zunehmendem Alter an Elastizität verliert, bilden sich die Falten mit den Jahren nicht mehr von selbst wieder zurück, sondern graben sich immer tiefer in die Haut ein. Botulinumtoxin stoppt die Impulsübertragung zwischen Nerven und Muskel und sorgt so für eine vorübergehende Abschwächung der Muskeln. So können sich die Gesichtsmuskeln entspannen, und es kommt zu einer sichtbaren Milderung bereits vorhandener Falten. Botox-Injektionen werden mit sehr feinen Nadeln durchgeführt und dauern maximal eine halbe Stunde - eine lokale Betäubung ist meist nicht notwendig. Wichtig zu wissen: „Die glättende Wirkung setzt oft bereits nach etwa zwei Tagen ein“, so Dr. Wörl. Hat das Mittel seine Wirkung nach einigen Monaten eingebüßt, spräche nichts dagegen, eine erneute Behandlung mit Botulinumtoxin vornehmen zu lassen.
Hyaluron polstert auf
Bei statischen Falten, wie etwa Nasolabialfalten, haben sich andere Wirkprinzipien bewährt. „Um eine nachhaltige Glättung dieser Falten zu erzielen, müssen wir das Volumendefizit ausgleichen“, erklärt der Plastisch-Ästhetische Chirurg. Dieses „Aufpolstern“ bewirkt zum Beispiel eine Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure - eine natürliche, gut verträgliche Substanz, mit der man sogar eine doppelte Wirkung erzielen kann: „Einerseits gibt man dem Gesicht wieder sein natürliches Volumen zurück, andererseits kommt es zum erwünschten Straffungseffekt, wodurch Falten deutlich gemildert werden“, sagt Dr. Wörl.
Unsere Haut repariert und erneuert sich zwar lebenslang, jedoch mit den Jahren immer langsamer. Immerhin lässt sie sich von außen gut dabei unterstützen, indem die biologischen Prozesse der Haut aktiviert und von innen heraus gestärkt werden. Dies gelingt zum Beispiel mit fokussierten Ultraschallwellen, die die körpereigene Neubildung von Kollagen in den tieferen Hautschichten und im Bindegewebe anregen. Das Ergebnis ist eine deutliche Verbesserung der Hautelastizität und -dichte, was dem Gesicht neue Frische und Vitalität verleiht.„Noch intensiver ist die Wirkung, wenn das Verfahren mit PRP, einer speziellen Form der Eigenbluttherapie, kombiniert wird. Auch diese Behandlung regt die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers an und boostert so den Effekt des Ultraschall-Liftings“, erklärt Dr. Wörl.
Nicole Schaenzler