Das am Ausläufer eines Moränenzuges vor der Alpenkette sich bergauf ziehende Königsdorf ist landschaftlich wie geschichtlich bemerkenswert. Das 778 erstmals als „Chumiztorf“ urkundlich erwähnte Dorf zählt zu den ältesten Ansiedlungen der Region. In Königsdorf ist aber etwa auch der für seine naturalistischen Darstellungen bäuerlichen Lebens bekannte und doch in der breiteren Öffentlichkeit lange Zeit wenig präsente Hoicher-Maler Georg Demmel geboren. Die sogenannten Boschhöfe auf Königsdorfer Flur dienten in den 1920er und 1930er-Jahren als Musterbetriebe der modernen Landwirtschaft.
Der Name leitet sich von Robert Bosch ab. Der Industrielle hatte 1912 erst das Gut Mooseurach gekauft und nach und nach zahlreiche Höfe im Umkreis mit übernommen. Beliebte Ausflugsziele sind heutzutage die Königsdorfer Alm oder der Bibisee.
Auf dem Weg der Geschichte werden die vielfältigen Facetten Königsdorfs für Gäste erlebbar. Mit einem Arbeitskreis hat der Geschichtslehrer Arthur Zimprich dafür einst 37 Informationstafeln an interessanten Schauplätzen im Gemeindegebiet erarbeitet und aufstellen lassen. Wer dem Weg der Geschichte folgt, kann sich also in schöner Natur bewegen wie über prägende Aspekte und Personen der Kommune informieren.
Der Beweis, dass gemeinhin nicht immer die Kirche und das angrenzende Wirtshaus Dorfmittelpunkt waren, ist in Königsdorf erbracht. Es gab einst sogar ein Schloss. Seit 1358 wohnte das Geschlecht der Höhenkircher darin. Ausgerechnet am Aschermittwoch 1493 brannte das Gebäude ab, es wurde wieder aufgebaut. Doch das Adelsgeschlecht der Höhenkircher verarmte zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und verkaufte seine Hofmark an das Kloster Benediktbeuern. Anfang des 18. Jahrhunderts brachen die Mönche das Gemäuer ab und verwendeten die Tuffsteine, um den Zehentstadel und den Maierhof in ihrem Kloster aufzubauen. Wer von Königsdorf aus Richtung Nordwesten fährt oder läuft, kommt zum heutigen Erholungsgelände Bibisee mit Gaststätte und Freizeitbad. Dort baute das Geltinger Unternehmen Gämmerler einst Kies ab. Später wurde das Gelände mit Grundwasser geflutet. Die nur ein wenig nordöstlicher auf der entgegengesetzten Seite der Bundesstraße 11 liegende Königsdorfer Alm ist heute vor allem als Gaststätte bekannt. Ursprünglich hatten sich aber im Jahr 1907 insgesamt 68 Grundbesitzer und Bauern auf Initiative des damaligen Königsdorfer Bürgermeisters Johann Geiger zu einer Weidegenossenschaft zusammengeschlossen. Das Almgebäude diente als Unterkunftshütte für die Hirten und Stall für das Vieh. 176 Hektar war das Weideareal groß. Die Hirten kümmerten sich um die Tiere, stellten Butter und Käse her und bewirteten sonntags Gäste.