Mit dem Begriff „Dorfgemeinschaft“ verbinden wir immer noch Solidarität und nachbarschaftliche Nähe. Doch wie ist es eigentlich um den sozialen Zusammenhalt in ländlichen Regionen Bayerns bestellt und welche Ideen haben die Bürgerinnen und Bürger, um ihn zu stärken? Das untersucht die Technische Hochschule Nürnberg bis 2026 in einem großen Forschungsprojekt in ganz Bayern.
Mit sozialem Zusammenhalt ist das konkrete soziale Miteinander vor Ort gemeint, das Gefühl von Zugehörigkeit und die Fragen des Gemeinwohls. Hier stehen ländliche Räume vor großen Herausforderungen: Demografischer Wandel, Digitalisierung, Mobilität, Energiewende - um nur einige gesellschaftliche Entwicklungen zu nennen. Aber gerade in ländlichen Räumen gibt es auch sehr viele Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und ein großes Interesse daran haben, den sozialen Zusammenhalt zu stärken.
Die Erscheinungsformen und Rahmenbedingungen sozialen Zusammenhalts in ländlichen Regionen werden im Projekt untersucht. In drei großen Bürgerbefragungen und vier Vertiefungsprojekten zu verschiedenen Aspekten des sozialen Zusammenhalts kommen Menschen aus allen Regionen zu Wort, aus Dörfern und Kleinstädten, Alteingesessene und neu Zugezogene, Alt und Jung:
War das Thema im vergangenen Jahr die Stärke und Qualität des alltäglichen sozialen Miteinanders vor Ort, soll es heuer um die Ortsverbundenheit und das Zugehörigkeitsgefühl gehen. Mitmachen können die Bürger aller Kommunen, die gemäß dem Landesentwicklungsplan Bayern (LEP) zum ländlichen Raum gehören. Alle Kommunen des ländlichen Raums wurden bereits kontaktiert. Die Teilnahme an den drei Befragungen ist online über die Projektwebsite www.heimatprojekt-bayern.de möglich.
Warum ist eine Teilnahme empfehlenswert?
Mit dem Forschungsvorhaben werden für Bürger und Politik Erkenntnisse über die Verbundenheit in den ländlichen Regionen erarbeitet, systematisiert und vergleichend ausgewertet. So kann der soziale Zusammenhalt besser sichtbar gemacht und weiterentwickelt werden. Die Ergebnisse werden laufend auf der Projektwebsite zur Verfügung gestellt, sodass alle Interessierten sich selbst ein Bild machen können.
Der Ergebnisbericht aus der ersten Bürgerbefragung sowie eine Ergebnisbroschüre aus dem ersten Vertiefungsprojekt zum Thema Alltagsunterstützung für Senioren durch Nachbarschaftshilfen können bereits online eingesehen werden. Eine Abschlussveranstaltung mit dem bayerischen Finanzministerium, das auch Heimatministerium ist, zum Projektende bietet die Möglichkeit, die Ergebnisse gemeinsam zu diskutieren. In der zweiten Befragung geht es um die Verbundenheit vor Ort. Die Teilnahme ist seit dem 14. September möglich, seitdem kann die Befragung über die Projektwebseite aufgerufen werden. Bis zum 14. Oktober 2024 kann man an der Befragung teilnehmen. Ausführliche Informationen sind im Internet auf der Webseite des Projekts unter www.heimatprojekt-bayern.de nachzulesen.
Die Projektleitung liegt in den Händen von Prof. Dr. Sabine Fromm, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. Kontakt ist per E-Mail möglich unter der Adresee heimatprojekt-bayern@th-nuernberg.de