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Motorsport in Olching: ADAC-Bayerncup und Speedway Teamcup

Actiongeladene Rennen im Stadion des MSC Olching: ADAC-Bayerncup und Teamcup der zweiten Bundesliga im Speedway werden am 13. und 14. Juli ausgetragen

Motorsport in Olching: ADAC-Bayerncup und Speedway Teamcup

Fotos: MSCO

Der ADAC-Bayerncup und der Teamcup der zweiten Bundesliga im Speedway werden am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Juli, im Stadion des MSC Olching nahe der Amper ausgetragen. Der Vorsitzende Stefan Ehrnböck hofft auf viele Zuschauer, zumal Ende Mai ein Rennen im letzten Moment abgesagt werden musste, was dem Verein einen Verlust von 20.000 Euro bescherte. Am Abend vorher hatte es geregnet, die Bahn trocknete zwar wieder, als die Zuschauer schon im Stadion warteten, gab es einen Schauer und das Rennen fand nicht statt, erzählt Ehrnböck. Der ADAC-Cup am Sonntag, 14. Juli, ist eine Nachwuchsveranstaltung für Fahrer zwischen acht und 18 Jahren mit Teams aus Landshut, München, Abensberg und Olching. Im vergangenen Jahr belegte die Mannschaft aus Olching den zweiten Platz.

Am Sonntag wird der Teamcup der zweiten Bundesliga ausgetragen. Dabei handelt es sich um eine Serie aus vier Rennen, beim ersten Treffen im April in Cloppenburg gewann die Heimmannschaft. Cloppenburg gilt deshalb als Favorit, aber die Olchinger rechnen sich gute Chancen aus. Im Vorjahr reichte es für den zweiten Platz. Das Team des MSCO setzt auf seinen Kapitän Martin Smolinski. Er hält den Bahnrekord in Olching mit 87,1 Stundenkilometern, den er am 16. September 2014 aufgestellt hat. Smolinski stammt aus Olching, ist 39 Jahre alt, gelernter Zweiradmechaniker und auf der Speedwaybahn groß geworden. Er hat auch schon den Grand Prix in Australien gewonnen. Die weiteren Rennen werden in Dietenbergen bei Frankfurt und Wittstock in Mecklenburg-Vorpommern ausgetragen.

Speedway-Fahren hat in Olching inzwischen eine lange Tradition. Kaum war die wirtschaftliche Not der Nachkriegszeit einigermaßen überwunden, als sich Fans des Motorsports aus Olching, Gröbenzell und Esting im Café Schiller in Olching trafen und im Oktober 1950 den Motorsportclub, Ortsgruppe Olching e.V. (ADAC), gründeten. Dem neuen Verein unter seinem Vorsitzenden Heinz Mierlein gelang es in einem Tempo, das heutzutage als rekordverdächtig gelten darf, eine eigene Speedwaybahn einzurichten.

Am 24. Juni 1951 wurde die Anlage im Rahmen des Olchinger Volksfests vor etwa 15.000 Zuschauern eröffnet. Die Besucher kamen aus allen Himmelsrichtungen und blockierten mit ihren Autos die Straßen der Gemeinde. Die Gattin des US-Kommandanten der Air Base in Fürstenfeldbruck zerschnitt das weiße Band und eröffnete damit die neue Rennbahn. Den ersten „Großen Preis von Olching“ gewann damals Leopold Killmeyer.

Die Bahn des Stadions hat eine Länge von 390 Metern, der Belag stammt aus dem Jahr 2015 und besteht aus einem roten Spezialsand aus dem Elsass, der auch für Tennisplätze verwendet wird. Die Kurven sind 14 Meter und überhöht, die breiten Geraden sind zwölf Meter lang. Für die Zuschauer sind 712 Sitzplätze und 9.000 Stehplätze vorhanden.

Zentrum des Motorsports

Damit begann eine Tradition, die bis heute fortgesetzt wird, Olching wurde zu einem Zentrum des Motorsports. 1969 wurde dem MSC erstmals die Ausrichtung einer hochklassigen internationalen Veranstaltung übertragen. Beim Europa-Finale zur Speedway-Weltmeisterschaft am 24. August gingen die damaligen Spitzenfahrer aus Norwegen, Polen, Schweden und der Sowjetunion an den Start. 1972 folgte das Speedway-Weltfinale für Mannschaften vor 18.000 begeisterten Zuschauern im Stadion an der Amper, das Event wurde 1981 an gleicher Stelle wiederholt. Die Ausrichtung der Speedway-Junioren-Weltmeisterschaft folgte 1996.

Zu den renommierten internationalen Veranstaltungen, die in jüngerer Zeit in Olching stattfanden, gehörten die Challenge zur Speedway-Europameisterschaft (2016), das WM-Halbfinale 1 sowie deutsche Speedway-Meisterschaft (2017) und die deutsche U21 Meisterschaft (2021). Der MSCO war jeweils mit einem Team dabei.

1971 entstand die Speedway-Bundesliga, maßgeblich beteiligt daran war der damalige Renn- und Sportleiter sowie Vorstand des MSC Olching, Ulrich Brehmer. Die Fans gründeten Clubs, die ihre Mannschaften auf jedes Liga-Match begleiteten. Oft reichte ein Bus nicht aus. Der wichtigste Fanclub der Olchinger war die „Speedway-Clique Gröbenwald“. In dieser Zeit entstand auch das Speedway-Lied des MSC Olching. Den größten Erfolg erzielte das Team des Vereins 1992 mit dem Gewinn der deutschen Speedway-Mannschaftsmeisterschaft, angeführt von Karl Meier.

Zu den Wettbewerben Mitte Juli erwartet Ehrnböck etwa 1.500 Zuschauer. Mehr als 3.000 Besucher seien bei solchen Veranstaltungen nicht mehr zu erwarten, ein starker Rückgang zu den Anfangsjahren, das Interesse an dieser Sportart hat eindeutig abgenommen. Der MSCO hat aktuell etwa 250 Mitglieder, geboten werden Speedway und Kartbahnrennen. Beim Speedway unterhält der MSCO zwei Teams, den Nachwuchs und eine Mannschaft, die in der Bundesliga dabei ist.

Sponsoren gesucht

Bis 2023 starteten die Olchinger in der ersten Liga, mussten jedoch aus finanziellen Gründen in die zweite Liga wechseln. „Wir suchen Sponsoren“, sagt Ehrnböck. Der Unterschied zum Fußball als Breitensport ist offensichtlich: In der ersten Liga des Speedway starten momentan zwei Teams, in der zweiten sind es vier Mannschaften.

Die Eintrittspreise für die Rennen in der Speedwaybahn sind moderat. Kinder bis zwölf Jahre bezahlen einen Euro, der reguläre Preis für Erwachsene beträgt 17 Euro, ermäßigt 13 Euro. Für nächstes Jahr plant der MSCO eine große Feier zu seinem 75-jährigen Bestehen.

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