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Wenn die Hitze auf die Medikamente wirkt

Patienten sollten im Sommer besonders aufmerksam sein

Wenn die Hitze auf die Medikamente wirkt

Wirkung und Nebenwirkungen von Medikamenten können sich bei hohen Temperaturen verändern. Foto: Pixabay

Hitze bedeutet für den Körper Schwerstarbeit. Besonders Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten in den warmen Monaten aufmerksam sein, warnt das Bundesgesundheitsministerium (BGM). Denn hohe Temperaturen können die Wirkung von Arzneimitteln verändern und gleichzeitig die Belastung für den Organismus erhöhen.

Bei Hitze reagiert der Körper mit verschiedenen Anpassungsmechanismen: Die Blutgefäße erweitern sich, die Schweißproduktion steigt und der Flüssigkeitsbedarf nimmt zu. Diese Veränderungen können Einfluss darauf haben, wie Medikamente aufgenommen, verteilt und ausgeschieden werden. Dadurch können sowohl die gewünschte Wirkung als auch mögliche Nebenwirkungen stärker ausfallen.

Besonderes Augenmerk erfordern blutdrucksenkende Medikamente. Da der Blutdruck bei hohen Temperaturen oft ohnehin sinkt, können Arzneimittel wie ACE-Hemmer, Sartane oder Betablocker die Wirkung zusätzlich verstärken. Schwindel, Kreislaufprobleme oder sogar Ohnmachtsanfälle können die Folge sein. Auch entwässernde Medikamente, sogenannte Diuretika, bergen Risiken. Sie fördern die Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten über die Nieren.

In Kombination mit starkem Schwitzen kann dies zu einem erheblichen Flüssigkeitsmangel führen. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen, da ihr Durstgefühl häufig vermindert ist und die Nierenfunktion altersbedingt nachlassen kann.

Vorsicht ist ebenfalls bei Psychopharmaka geboten. Einige Antidepressiva, Neuroleptika oder Beruhigungsmittel beeinflussen die Schweißproduktion oder das Durstempfinden. Dadurch steigt das Risiko für Dehydrierung und Überhitzung. Menschen mit Diabetes sollten ebenfalls aufmerksam sein. Hitze, veränderte Essgewohnheiten oder körperliche Belastung können die Wirkung von Insulin und anderen Diabetesmedikamenten beeinflussen und Unterzuckerungen begünstigen. Schmerz- und Rheumamittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können bei Flüssigkeitsmangel die Nieren zusätzlich belasten. Auch Arzneimittel, die über Leber oder Nieren abgebaut werden, sollten regelmäßig überprüft werden. Durch Flüssigkeitsverluste kann sich ihre Ausscheidung verändern, wodurch Wirkungen und Nebenwirkungen stärker ausfallen können.

Unternehmen aus der Region

Wer Medikamente über Pflaster erhält, sollte ebenfalls vorsichtig sein. Hohe Temperaturen führen zu einer stärkeren Durchblutung der Haut. Dadurch kann mehr Wirkstoff aufgenommen werden als vorgesehen. Wichtig ist: Medikamente sollten niemals eigenmächtig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden. Treten Beschwerden wie Schwindel, Herzrasen, Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder ungewöhnliche Schwäche auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Gerade bei älteren Menschen können solche Symptome erste Warnzeichen einer Überlastung des Körpers sein. Fachleute empfehlen daher, die persönliche Medikation spätestens vor einer angekündigten Hitzewelle in der Arztpraxis oder Apotheke überprüfen zu lassen.


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